Endoskopiekurse nach GATE

Das Kurskonzept wurde von der Münchner Arbeitsgruppe Gastroenterologie (MAG) für die Sektion Endoskopie der DGVS entwickelt und von der DGVS verabschiedet. Es handelt sich um ein neues Konzept mit einem definierten Fundus an leitliniengestützter Theorie und strukturierter praktischer Ausbildung in gastroenterologischer Endoskopie.

Übung am Patienten war bislang die einzige Möglichkeit, praktische Qualifikationen zu erwerben. Mit der zunehmenden Verbreitung endoskopischer Trainingsmodelle sind hier Möglichkeiten entstanden, die Lernkurve am Patienten zu verkürzen und somit die Patientensicherheit zu erhöhen. Um die Endoskopie im klinischen Zusammenhang darzustellen ist ein entsprechender Fundus an Theorie erforderlich.

Die DGVS  ist der Auffassung, dass die vorliegende differenzierte Kombination von verschiedenen unten dargestellten Komponenten das derzeit optimale Kurskonzept für die endoskopische Ausbildung darstellt.


Die Durchführung der Kurse erfolgt in Kooperation mit den Landesärztekammern.

 

Aufbau der Kurse

1.  Allgemeine Theorie
Es werden aktuelle Standards in der Endoskopie in Form von allgemeinen Gesichtspunkten (Patientenvorbereitung und Nachsorge, Hygiene, Gerätekunde, Dokumentation etc.) sowie spezieller endoskopischer Anatomie und Pathologie vermittelt. Der Theorieteil ist als Ergänzung zur gastroenterologischen Ausbildung am jeweiligen klinischen Zentrum bzw. zur Aktualisierung der Kenntnisse  bei praktizierenden endoskopisch tätigen Kollegen in Klinik und Praxis gedacht.

2. Praktische Übungen (Phantome, Biomodelle, Computersimulatoren) mit einführender spezieller Theorie
Gezielte Vermittlung von diagnostischen und therapeutischen endoskopischen Techniken an Phantommodellen, Biomodellen und Computersimulatoren in kleinen Gruppen (max. 4 Teilnehmer/Gruppe) mit einer ausreichend langen Untersuchungszeit pro Teilnehmer.
Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass sich dabei verschiedene Übungsmodelle ergänzen, da einzelne Modelle nur einen Teil der Untersuchungs- und Interventionsabläufe simulieren können. Den jeweiligen Phantomübungen gehen spezielle methodenbezogene Lehrinhalte mit Videobeispielen voraus.

3. Videodemonstrationen
Ein Katalog von Diagnosen soll interaktiv mit ausgewählten Videofilmen demonstriert werden. Speziell in den diagnostischen Kursen werden häufige, wichtige Diagnosen mit ergänzenden Lehrinhalten im Dialog erarbeitet. Anfänger und Fortgeschrittene in der Endoskopie sollen lernen, Diagnosen anhand der Befunddetails möglichst präzis zu erstellen.

4. Syllabus
In einem kursbegleitenden Handbuch sind die Inhalte des Theorieteils von den beteiligten Referenten ausführlich, mit Bildillustration dargestellt.

5. Life-Demonstrationen (speziell bei den Endosonographie-Kursen vorgesehen)
Im Untersuchungsraum sollen einzelne Untersuchungen einer jeweils kleinen Gruppe vorgeführt werden.

 

Evaluierung

In allen bisher abhaltenen Kursen wurden abschließende formalisierte Akzeptanzbefragungen durchgeführt. In den letzten Jahren wurde in den Kursen in München und Berlin eine detailiertere Evaluation des Zuwachses an theoretischem Wissen und an praktischen Fähigkeiten (am Beispiel Polypektomie) durchgeführt.

Alle Kursteile wurden insgesamt mit gut bis sehr gut bewertet. Obwohl die Gruppen am Phantom klein gehalten waren (4 -5 Teilnehmer) und die Tutoren sämtlich einen hohen Erfahrungsstand besitzen, wird immer wieder der Wunsch nach noch ausführlicheren praktischen Übungen beäußert. Besondere Resonanz zeigen die methodenbezogenen Lehrinhalte und die Videodemonstrationen.

In der allgemeinen Theorie wurden mehrfach redundante Anteile kritisiert. In den ausführlichen Herbstkursen wurde deshalb die allgemeine Theorie konzentriert und um ca. 25% gekürzt. Die oben angeführten Wissensevaluationen unterstreichen eindeutig die Forderung der DGVS nach einem ausreichenden Fundus an allgemeiner Theorie.