100 Jahre DGVS - page 102

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Diese erstenAuseinandersetzungen verloren die Gastroenterologen und In-
ternisten jedoch, obwohl die DGVS und die DGIM versuchten, mit einem Gespräch
Einfluss auf den Vorsitzenden der Bundesärztekammer, Hans Joachim Sewering,
zu nehmen. So wurde die aus Sicht der DGVS ungünstige Weiterbildungsordnung
1988 beschlossen.
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Im Jahr 1990 plante die Bundesärztekammer die Fortschrei-
bung der Weiterbildungsordnung für das »Teilgebiet Gastroenterologie« und jene
zum Arzt für Innere Medizin. Die DGVS beschloss ihrerseits, auf ihrer vorherigen
Position zu beharren, und setzte sich weiterhin dafür ein, dass die gemäß dem
Weiterbildungskatalog zu erbringenden endoskopischen und anderen Leistun-
gen nicht zahlenmäßig definiert werden sollten. Dass die Bundesärztekammer die
Bezeichnung »Ergänzende Weiterbildung Gastroenterologie« einführte und da-
mit die von vielen als diskriminierend empfundene Bezeichnung »Teilgebiet Gas-
troenterologie« ersetzte, wurde als Erfolg verbucht.
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1993 führte die Kommission
für Berufsfragen der DGVS die Verhandlungen mit der Bundesärztekammer fort:
Wolfgang F. Caspary, Michael Manns und Jürgen Riemann für die DGVS setzten
sich in den Gesprächen für eine Novellierung der Weiterbildungsordnung für das
Spezialgebiet Gastroenterologie ein.
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Das zweite zentrale Thema neben der Weiterbildung war für die Kommissi-
on für Berufsfragen in den 1990er Jahren die schrittweise Erarbeitung eines Ge-
bührenordnungskatalogs für operativ-endoskopischeVerfahren. Die Kommission
wollte »mit diesemKatalog erreichen, dass dieÄrztekammer zur Kenntnis nimmt,
dass Internisten und Gastroenterologen operativ-endoskopische Verfahren
durchführen.«
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1993 erfolgte durch den damaligen Präsidenten und Vorsitzenden der Kom-
mission für Berufsfragen, Wolfgang F. Caspary, eine Initiative, um schwierige in-
terventionelle endoskopische Verfahren zu definieren. Zudem diskutierten die
Mitglieder die »Formulierung schwieriger und aufwendiger gastroenterolo-
gisch-hepatologischer Krankheitsbilder«.
Anstieg des Verwaltungsaufwands
Mit den zusätzlichen Aufgaben und durch die zahlreichen neuen Kommissionen
und Arbeitsgruppen stieg der Verwaltungsaufwand der Gesellschaft deutlich an.
Die Mitgliedszahlen waren bis 1989 um weitere 20 Prozent angestiegen.
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Bereits
im September 1981 hatte der Vorstand angesichts der Zuwächse beschlossen, für
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DGVS Archiv: Vorstandssitzung,
21.9.1988.
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DGVS Archiv: Vorstandssitzung,
9.4.1991.
8
DGVS Archiv: Vorstandssitzung,
23.9.1993; Vorstandssitzung,
20.4.1993.
9
DGVS Archiv: Vorstandssitzung,
24.4.1990.
10
DGVS Archiv: Vorstandssitzung,
28.9.1989.
◀◀ Programm zur 40. Tagung der
DGVS im Jahr 1985 in Freiburg.
Tagungspräsident war Wolfgang
Gerok.
◀ Die
Fortschritte der gastroen-
terologischen Endoskopie
waren
die Tagungsbände der Deutschen
Gesellschaft für gastroenterologi-
sche Endoskopie (DGGE). Die DGGE
wurde 1967 gegründet und 1987
als »Sektion Endoskopie« in die
DGVS integriert.
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