100 Jahre DGVS - page 103

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Kapitel 6
Schreibarbeiten im Sekretariat des Schriftführers einen monatlichen Betrag von
1.000 DM zur Verfügung zu stellen.
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Da die Mitgliederzahlen weiterhin zunah-
men, seit 1989 um weitere 30 Prozent auf 1.650 im Jahr 1991
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, wurde bald deut-
lich, dass dieser Betrag kaum ausreichte. Aus diesemGrund schuf die Gesellschaft
1992 eine eigene Halbtagsstelle »zur Bewältigung der erheblichen sekretariellen
Arbeit«.
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Die personelle Größe der Komitees spiegelte das stetigeWachstumder DGVS
wider. Das Selektionskomitee, das die vorgeschlagenen Tagungsbeiträge bewer-
tete und zumVortrag auswählte, bestand in den 1980er Jahren aus sieben Mitglie-
dern. Jedes Jahr im Herbst schieden zwei Mitglieder aus und wurden durch zwei
neue ersetzt. »In Anbetracht der erheblichen Zunahme der Vortragsanmel-
dungen«, so hieß es damals, »erscheint das Selektionskomitee häufig überfordert
in der Beurteilung und Entscheidung über die Wertigkeit der zahlreichen Vorträ-
ge.« Daher wurde erwogen, die Zahl der Mitglieder auf etwa zehn bis zwölf zu er-
höhen, unter denen die verschiedenen Fachrichtungen durch jeweils eigene Ver-
treter beteiligt sein sollten. Darüber hinaus legte die DGVS fest, dass einem
Gutachter ein maximales Arbeitspensum von 50 Vortragsanmeldungen zugemu-
tet werden sollte.
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Gleichzeitig mit der Vergrößerung der DGVS-Administration entstand eine
Art Gegenbewegung zum Wachstumskurs. Hier wurde argumentiert, dass es
dringend notwendig sei, die Komplexität der Organisation zu reduzieren. Der Vor-
stand wollte zu diesem Zweck beispielsweise die verschiedenen Preiskomitees
der DGVS zusammenfassen.
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Im April 1991 beschloss darau�in der Beirat wäh-
rend seiner Sitzung in Wiesbaden, dass es fortan nicht mehr für jeden Preis ein
eigenes Komitee geben sollte, sondern lediglich insgesamt zwei, die für die Verga-
be aller Preise zuständig sein sollten.
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Die Steuerprüfung – Nachzahlung und schwierige Finanzlage
Seit den 1960er Jahren war dieAnzahl der Tagungsteilnehmer stetig gestiegen. Sie
behielt jedoch einen Umfang, der es den jeweiligen gastgebenden Tagungspräsi-
denten weiterhin ermöglichte, die Organisation selbst durchführen zu können.
Unterstützung erhielten diese von einem Kongresssekretär, der vomTagungsprä-
sidenten bestimmt wurde, sowie durch eine hauptberufliche Schreibkraft, die für
je anderthalb Jahre eingestellt wurde. Doch parallel zum Wachstum der Gesell-
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DGVS Archiv: Vorstandssitzung,
17.9.1981.
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DGVS Archiv: Vorstandssitzung,
28.4.1992.
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DGVS Archiv: Vorstandssitzung,
28.4.1992.
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DGVS Archiv: Vorstandssitzung,
5.4.1989; ferner: Vorstandssitzung
4.10.1990.
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DGVS Archiv: Vorstandssitzung,
28.9.1989.
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DGVS Archiv: Vorstandssitzung,
19.9.1991; ferner: Vorstandssit-
zung 4.10.1990.
▶ Am Donnerstag, den 9. Novem-
ber 1989 um 21:15 Uhr überquert
die erste DDR-Bürgerin die offene
Grenze zwischen Ost- und West-
berlin. Die deutsche Teilung ist
damit Geschichte, doch der lange
Prozess der gegenseitigen Annä-
herung und Aufarbeitung beginnt
erst. Nicht nur für die Mitglieder
der DGVS stellt sich die Frage, wie
mit Kollegen aus Ostdeutschland
umgegangen werden soll, die in
der DDR Mitglieder der SED oder
gar Mitarbeiter des MfS gewe-
sen sind.
▶▶ Im Zuge der Wiedervereini-
gung Deutschlands kommt es zu
mehreren Treffen beider deutscher
Fachgesellschaften, in deren Folge
sich die Gesellschaft für Gastro-
enterologie der DDR Ende 1990
auflöst und ihren Mitgliedern
empfiehlt, der DGVS beizutreten.
Auf der ersten gesamtdeutschen
Tagung im Oktober 1990 in Essen
begrüßt die DGVS schließlich fast
300 Besucher aus den Neuen Bun-
desländern.
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