100 Jahre DGVS - page 104

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schaft mussten auch die Organisationsstrukturen für die Kongresse neu ausge-
richtet werden. So verpflichtete die DGVS 1984 einen Dienstleister zur Planung der
40. Tagung in Berlin.
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Neben den Kongressen wurden die Industrieausstellungen
für die Gesellschaft immer bedeutender, denn diese konnten Einnahmen für die
DGVS generieren. Doch der wirtschaftliche Erfolg hatte weitreichende Konse-
quenzen: Im Rahmen einer Steuerprüfung im Jahr 1987 sah das Finanzamt die
Einnahmen aus diesen Veranstaltungen wegen ihrer Höhe als betriebswirtschaft-
liche Erlöse an und verpflichtete die DGVS, sie rückwirkend für die Jahre 1982 bis
1987 zu versteuern. Die Steuerschuld belief sich auf 410.000 DM. Obwohl sämtli-
che Rücklagen der DGVS in die Steuernachzahlung flossen, bestanden Ende 1988
noch knapp 200.000 DM an Verbindlichkeiten. Um diese tilgen zu können, wurde
eine Sonderumlage für die Mitglieder in Höhe von 80 DM bzw. 200 DM notwen-
dig.
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Die dadurch erzieltenMehreinnahmen von 142.500 DM reichten gemeinsam
mit den Kongressüberschüssen aus den Jahren 1988 und 1989
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aus, um die Steu-
erschulden zu begleichen. So konnte der Schatzmeister der Mitgliederversamm-
lung im September 1989 wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen.
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Nachdem die DGVS die steuerlichen Fallstricke mit viel Lehrgeld hatte be-
zahlen müssen, entwickelten sich die Kongresse sowohl wissenschaftlich als
auch im Hinblick auf die Teilnehmerzahlen erfolgreich weiter. Die organisatori-
sche Neuausrichtung durch Einschaltung eines Kongressdienstleisters vermied
weitere steuerrechtliche Probleme. Die Firma Hinte war künftig für die Ausrich-
tung sowohl der Tagung als auch der Industrieausstellung verantwortlich, die
wissenschaftliche Organisation allerdings verblieb bei der DGVS. Die Zusammen-
arbeit dauerte bis 1994 an.
Die Gastro-Orga GmbH
Nach der Kündigung der Zusammenarbeit mit demKongressdienstleister im Jahr
1994 – der Vertrauensmann der DGVS hatte die Firma verlassen – musste eine
neue Möglichkeit gefunden werden, dass »die finanzielle Gesamtverantwortung
für den Komplex der nicht-gemeinnützigen Einnahmen von der neu zu beauftra-
genden Organisationsfirma in ähnlicherWeise übernommen wird, wie dies durch
die Firma Hinte gewährleistet war.«
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Hierfür beauftragte die DGVS das Unterneh-
men Interplan mit der Ausrichtung der künftigen Kongresse – zunächst in ge-
wohnter Manier.
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Parallel erwog die DGVS die Gründung einer eigenen Organisa-
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DGVS Archiv: Beiratssitzung,
17.4.1985.
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DGVS Archiv: Vorstandssitzung,
21.9.1988.
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DGVS Archiv: Vorstandsitzung,
5.4.1989.
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DGVS Archiv: Vorstandssitzung,
28.9.1989.
21
DGVS Archiv: Vorstandssitzung,
12.4.1994.
22
DGVS Archiv: Außerordentliche
Vorstandssitzung, 26.1.1998.
◀◀ Verhandlungsband der
DGVS-Tagung von 1990.
◀ Die erste DGVS Leitlinie zur
Dia-
gnostik und Therapie der Helico-
bacter-pylori-Infektion
erschien in
der
Zeitschrift für Gastroenterolo-
gie
im Jahr 1996 (Z Gastroenterol
1996; 34: 392–401). Treibende
Kraft bei diesem Schritt zur Qua-
litätssicherung der Diagnose und
Behandlung war Wolfgang F.
Caspary.
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