100 Jahre DGVS - page 105

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Kapitel 6
tionsfirma. »Eine solche GmbH könnte eine 100%ige Tochter der Gesellschaft sein
und die finanzielle Abwicklung der Jahreskongresse übernehmen«, hieß es in der
Vorstandssitzung. »Hierbei soll gewährleistet werden, dass die finanzielle Verant-
wortung für die Abwicklung [...] steuerlich einwandfrei verläuft. Eine solche
GmbH könnte den Arbeitsaufwand des jeweiligen Präsidenten, die steuerlich ein-
wandfreie Absetzbarkeit der entstandenen Unkosten und die Zusammenarbeit
mit der Industrie optimieren.« Letztendlich plädierte der Vorstand für diesen Vor-
schlag und beauftragte die Gesellschaftsmitglieder Paul G. Lankisch und Harald
Henning mit der Erarbeitung eines Konzepts.
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Anfang 1997 konnten die Pläne in die Realität umgesetzt werden. Nach zahl-
reichen Besprechungen mit den Justiziaren der DGVS sowie der Ausarbeitung und
Genehmigung von Gesellschaftsvertrag und Geschäftsordnung
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fand am 8. April
1997 die erste ordentliche Sitzung der neu gegründeten Gastro-Orga GmbH im
Rahmen der Vorstandssitzung in Wiesbaden statt. Am 28. August 1997 wurde die
»Gastroenterologie-OrganisationsgesellschaftMöllnmbH (Gastro-Orga)« schließ-
lich ins Handelsregister eingetragen.
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Geschäftsführer war Harald Henning aus
Mölln, stellvertretender Geschäftsführer wurde Burkhard Göke aus Marburg.
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Um den Status der Gemeinnützigkeit der DGVS zu erhalten, jedoch zugleich
eine finanzielle Grundlage für die Umsetzung weiterer Projekte zu schaffen, wur-
de mit der Gastro-Orga GmbH eine Struktur geschaffen, die nun zwar im Interesse
der DGVS agierte, jedoch rechtlich und steuerlich von dieser getrennt war. Zudem
war mit dem Kongressdienstleister Interplan ein kompetenter langfristiger Part-
ner für die weitere Professionalisierung der Kongressorganisation gefunden.
Übergang des Schriftführeramts von Caspary auf Manns 1992
Anfang der 1990er Jahre, zeitgleichmit demBeginn der Neuorganisation der Kon-
gresse, fand ein Führungswechsel in der DGVS statt. 1991 gabWolfgang F. Caspary
bekannt, dass er das Amt des Schriftführers nach Ablauf seiner Amtszeit nicht
weiterführen werde. 1992 ging das Amt des Schriftführers auf Michael Manns
über.
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Jedoch setzte Wolfgang F. Caspary seine Arbeit für die Gesellschaft auch
nach 1992 fort und übernahm die Schriftleitung der
Zeitschrift für Gastroenterologie
von Georg Strohmeyer. 2002 erstellten Caspary und Peter Frühmorgen im Rah-
men des DRG-Evaluationsprojekts Gastroenterologie in Zusammenarbeit mit der
DRG-Research-Group in Münster den »Kodierleitfaden«. Dieser Leitfaden enthielt
eine Anleitung zur korrekten Abbildung von verschiedenen Krankheitsbildern
des Verdauungssystems im DRG-System. Später wurde dieser auf Initiative von
Ulrich Rosien und Bora Akoglu in Zusammenarbeit mit der DRG-Research-Group
weitergeführt und weiterentwickelt.
Caspary erarbeitete ferner zusammen mit Jürgen Riemann Vorschläge zur
Ergänzung des neuen ICPM-GE-Katalogs, der die revidierten Prozedurenschlüssel
enthielt. In der ursprünglichen Fassung hatten spezifisch-gastroenterologische
Prozeduren praktisch völlig gefehlt.
In Michael Manns’ erstem Jahr als Schriftführer führte die DGVS unter dem
Vorsitz von Gustav Paumgartner äußerst erfolgreich ihre 47. Jahrestagung in der
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DGVS Archiv: Vorstandssitzung,
11.3.1996.
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DGVS Archiv: Protokoll Tele-
fonkonferenz des Vorstandes der
DGVS, 5.2.1997.
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DGVS Archiv: Gesellschafterver-
sammlung der Gastro-Orga GmbH
Mölln, 17.9.1997.
26
DGVS Archiv: Mitgliederver-
sammlung der DGVS, 18.9.1997.
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DGVS Archiv: Vorstandssitzung,
9.4.1991.
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