100 Jahre DGVS - page 106

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bayerischen Landeshauptstadt München durch. Es trafen sich – neben den zahl-
reichen Programmteilnehmern – acht Arbeitsgruppen.
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An einer Video-Demons-
tration nahmen mehr als 800 Besucher teil und bereits an den ersten zwei Tagen
des Kongresses hatten sich etwa 1.300 Teilnehmer registriert.
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Für Manns und die DGVS stellte der stete personelle Zuwachs eine organisa-
torische Herausforderung dar. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten war
die DGVS so klein gewesen, dass sich zumindest die aktiven Mitglieder alle kann-
ten und so zwischen diesen fast schon eine familiäre Atmosphäre geherrscht hat-
te. Mit zunehmender Größe und Professionalisierung der Gesellschaft wurde die
DGVS anonymer. Neben einer weniger persönlichen Stimmung auf den Kongres-
sen ergaben sich daraus ganz praktische Probleme. Bisher wurden zum Beispiel
säumige Beitragszahler vom Vorstand der Gesellschaft auf den Kongressen per-
sönlich erinnert. Jetzt wurde es notwendig, das Verfahren zu automatisieren und
Mitgliedern, diemehrmals ihre Beiträge nicht bezahlt hatten, die Mitgliedschaft in
der DGVS zu entziehen.
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Eine neue Idee: Das Gastro-Haus
Im Jahr 1999 stellte der neue Schatzmeister Paul G. Lankisch fest, dass die DGVS
für den Status der Gemeinnützigkeit ein zu großes Vermögen besaß. Natürlich
wollte die Gesellschaft den Status der Gemeinnützigkeit in jedem Fall erhalten.
Aus diesemGrundmusste der Vorstand die steuerlich unbedenkliche Bildung von
Rücklagen in die Wege leiten. Voraussetzung für diese Rücklagenbildung war die
Definition und Umsetzung eines gemeinnützigen Zweckes.
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Es wurden Beratun-
gen in Vorstand und Beirat anberaumt, um die Frage zu erörtern, wofür die Rück-
lage zu bilden sei. Ein Vorschlag, wie das Geld sinnvoll investiert werden konnte,
wurde besonders lange und intensiv diskutiert: die Gründung eines »Gastro-Hau-
ses« mit einem hauptamtlichen Geschäftsführer als »Zentrale der DGVS«. An die-
sem großen Projekt sollten sich auch die Gastro-Liga, die Arbeitsgemeinschaft
leitender gastroenterologischer Krankenhausärzte sowie andere Gruppierungen
beteiligen. Der Vorteil einer solchen Zentralisierung lag klar auf der Hand: Sie be-
deutete einen weiteren Schritt in Richtung eines einheitlichen Auftretens der
Gastroenterologen und war notwendig, um die Handlungsfähigkeit und den
»Wirkungsgrad« der DGVS insgesamt zu verbessern.
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DGVS Archiv: Vorstandssitzung,
28.4.1992.
29
DGVS Archiv: Vorstandssitzung,
8.10.1992.
30
DGVS Archiv: Vorstandssitzung,
23.9.1993.
31
DGVS Archiv: Außerordentliche
Sitzung des Vorstandes der DGVS,
25.1.1999.
◀ 2002 erstellten Wolfgang F.
Caspary und Peter Frühmorgen im
Rahmen des DRG-Evaluationspro-
jekts Gastroenterologie in Zusam-
menarbeit mit der DRG-Rese-
arch-Group von Norbert Roeder in
Münster den
Kodierleitfaden
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