100 Jahre DGVS - page 116

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stattungen innerhalb des Fallpauschalensystems und der ambulanten Vergü-
tungssysteme. Im Jahr 2001 wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, deren Zweck
es war, Vorschläge zur Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer zu erar-
beiten, die 2002 verabschiedet werden sollte. Besonderes Gewicht lag darauf, die
verschiedenen Teilgebiete, wie zum Beispiel die gastroenterologische Onkologie,
stärker zu integrieren.
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Die von der DGVS mitgestalteteWeiterbildungsordnung wurde imMai 2003
von der Bundesärztekammer verabschiedet.Wesentliche Neuerung war, dass den
Gastroenterologen nun künftig auch die MRT offen stand. Darüber hinaus wurde
die medikamentöse Tumortherapie in die gastroenterologische Weiterbildung
aufgenommen.
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Während der Mitgliederversammlung im September 2005 brachte Herbert
Koop die Forderung vor, dass sich die DGVS um eine Neustrukturierung der aktu-
ellen Weiterbildungsordnung bemühen sollte.
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In der Folge dessen wurde eine
Weiterbildungskommission ins Leben gerufen. Ab 2006 erarbeitete diese Kom-
mission unter demVorsitz vonWolff Schmiegel und Markus LerchVorschläge, die
zum großen Teil in die Musterweiterbildungsordnung eingeflossen sind, die dann
auch der Ärztetag 2010 verabschiedet hat. Diese sollten sicherstellen, dass die ge-
forderten Untersuchungszahlen für Weiterbildungsassistenten erreichbar blie-
ben. Darüber hinaus war festgeschrieben, dass die Proktologie weiterhin Teil der
gastroenterologischen Weiterbildung blieb und dass die medikamentöse Tu-
mortherapie integraler Bestandteil der Gastroenterologie wurde.
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Die feste Ver-
ankerung der chemo- und immuntherapeutischen Behandlungen von malignen
Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes, des Pankreas und der Leber erforderte
jahrelange Diskussionen nicht nur mit anderen, sich abgrenzenden Fachgebieten,
sondern auch imKreis der deutschen Gastroenterologen selbst. Die Tatsache, dass
die medikamentöse Krebsbehandlung heute weder aus dem Tätigkeitsspektrum
noch aus der Weiterbildungsordnung der Gastroenterologie wegzudenken ist, ist
imWesentlichen dem Einsatz vonWolff Schmiegel zu verdanken.
Die nächste Novelle der Musterweiterbildungsordnung ist für 2014 geplant.
Auch hier hat sich die DGVS imVerbund mit allen anderen gastroenterologischen
und internistischen Gruppierungen für eine Weiterentwicklung der Weiterbil-
dungsordnung eingesetzt. Seit 2011 gehört der Themenbereich der Fort- undWei-
terbildung in den Verantwortungsbereich des Vorstandes. Unter dem Vorsitz von
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DGVS Archiv: Protokolle
der Mitgliederversammlung
2000–2004.
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DGVS Archiv: Protokoll der Mit-
gliederversammlung 2005.
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DGVS Archiv: Protokoll der Mit-
gliederversammlung 2010.
◀ Seit 2004 finden die Jahresta-
gungen der DGVS gemeinsam mit
der chirurgischen Schwesterge-
sellschaft DGAV (Deutsche Gesell-
schaft für Allgemein- und Viszeral-
chirurgie) statt.
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