100 Jahre DGVS - page 117

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Kapitel 7
Axel Dignaß wird hier
intensiv an den als notwendig erachteten Veränderungen
für die kommendenWeiterbildungsordnungen gearbeitet.
Einführung des G-DRG-Systems
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Auf der Mitgliederversammlung im September 2001 berichtete Peter Frühmorgen
in seiner Funktion als Vorsitzender der Kommission für Berufsfragen über das
neue DRG-System, dessen Einführung in Deutschland kurz bevor stand. Seit 2004
werden stationäre Leistungen, die in Kliniken erbracht werden, nach einem pau-
schalisierten Entgeltsystem und nicht mehr nach Tagessätzen abgerechnet. Auf
Grundlage der
International Classification of Diseases
(ICD), die gegenwärtig in der
zehnten Version zur Anwendung kommt, sowie des Operationen- und Prozedu-
renschlüssels (OPS) wird für einzelne Fallgruppen die Kostenerstattung festgelegt,
die das Krankenhaus zur Abrechnung einreichen kann. Organisiert wird das
DRG-System von dem in Siegburg ansässigen »Institut für das Entgeltsystem im
Krankenhaus« (InEK GmbH). Die Erfassung der behandelten Fallgruppen im
Krankenhaus, die sogenannte Kodierung, stellt
eine zusätzliche Belastung
für die
im Krankenhaus tätigen Kolleginnen und Kollegen dar. Auch ergaben sich vielfäl-
tige Fragen im Kontext der Kodierqualität. Von 2007 bis 2010 erreichte die Kom-
mission für Berufsfragen unter Ulrich Rosien durch überarbeitete Kodierleitfäden
sowie jährliche DRG-, NUB- und OPS-Anträge eine ständige Verbesserung der Ko-
dierqualität in der Gastroenterologie.
Mit der zunehmenden Ausdifferenzierung des DRG-Systems zeigte sich al-
lerdings schnell, dass genuine gastroenterologische Leistungen im DRG-System
nicht kostendeckend abgebildet sind und, im Gegensatz zu anderen Fachgesell-
schaften, es die Gastroenterologie nicht verstanden hat, den Aufwand ihrer Leis-
tungen, insbesondere in der Endoskopie, dem InEK gegenüber geltend zu ma-
chen. Ein Hauptgrund hierfür liegt, trotz eines erfolgreichen Benchmarking
Projektes von Ulrich Rosien, in der mangelhaften Dokumentation von Personal-
und Sachkosten für die gastroenterologischen Leistungen in den ca. 200 für das
InEK kalkulierenden Krankenhäusern.
Diese fehlende Dokumentationsbereitschaft bzw. -qualität führt dazu, dass
die Leistungen anderer Fächer erheblich besser vergütet werden und innerhalb
des Systems profitieren. Was ebenfalls bisher nicht gelungen ist, ist die nachhalti-
ge Differenzierung zwischen zeitaufwendigen teuren Eingriffen und einfachen
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German Diagnosis Related
Groups.
▶ Der Bundesverband Gastroente-
rologie Deutschland e.V., initiiert
im Jahr 2000, ergänzt die Arbeit
der wissenschaftlichen Fachgesell-
schaft DGVS. Er vertritt die Inte-
ressen der Gastroenterologen in
berufsspezifischen Belangen.
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