100 Jahre DGVS - page 25

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Kapitel 2
Stoffwechselkrankheiten« eingeführt.
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Als Voraussetzungen für den Facharzttitel
galt, dass der Anwärter über die notwendigen Techniken und besonderen Kennt-
nisse für das Fach verfügte und dass er eine mindestens dreijährige praktische
Ausbildung absolviert hatte; diese sollte in der Regel an Kliniken einer Universität
oder an, von anerkannten Fachärzten geleiteten, gesonderten Abteilungen größe-
rer Krankenhäuser erfolgen.
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Der Qualifikationsnachweis war der ärztlichen
Standesvertretung vorzulegen.
Im Oktober 1925 schließlich, anlässlich der 5. Tagung inWien unter Leitung
von Leopold Kuttner (Berlin), entstand aus den Tagungen
die
mit Satzung und Ge-
schäftsordnung versehene Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrank-
heiten.
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Zudem wurde ein Generalsekretariat eingerichtet; zum Generalsekretär
wählte die Gesellschaft Reinhard von den Velden (Berlin) und zum Schatzmeister
den Berliner Krebsforscher Ferdinand Blumenthal.
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Die Gesellschaft wuchs rasch: 1925 gehörten ihr 150 Mitglieder an, vier Jahre
später wurden bereits 398 Mitglieder gezählt
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, und während der zehnten Tagung
1930 in Budapest waren es schon 472.
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Auf Anregung von Hermann Strauß wurde
zur Feier der zehnten Tagung ein einmaliger Preis mit 1.000 RM aus dem Vermö-
gen der Gesellschaft gestiftet, der »Boas-Preis«; als Preisaufgabe wurde folgendes
Thema gewählt:
Die bakterielle und abakterielle Genese von Pankreaserkrankungen.
Preisträger waren Dr. Kaczander (Berlin) mit 700 RM und cand. med. Neter (Mann-
heim) mit 300 RM. 1930 wurden Alexander von Korányi (Budapest), Knud Faber
(Kopenhagen), Albert Abraham Hijmans van den Bergh (Utrecht), Elliott P. Joslin
(Boston) und Max Einhorn (NewYork) zu Ehrenmitgliedern ernannt.
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Die Tageszeitung
Der Taunusbote
berichtete ausführ-
lich über den Kongress. Als Vorankündigung heißt es
am 20. April 1914: »NachAbschluss des wissenschaft-
lichen Teiles Vorschläge von Referats-Themata für
die nächste Tagung und Anträge aus der Versamm-
lung. Sitzung des Vorstandes und des erweiterten
Ausschusses. Kaffee im ›Blauen Saal‹ mit Konzert
der städtischen Kapelle. Für die Herren und Damen,
die ein Interesse an der Besichtigung der Kur- und
Badeeinrichtungen und der Sehenswürdigkeiten der
Stadt haben, wird ein Rundgang veranstaltet. Die
Sitzungen finden teils im ›Theater‹, teils im ›Gold-
saal‹ des Kurhauses statt. Während der Sitzungen
besuchen die Damen der Kongressteilnehmer unter
der Führung der Damen von hießigen Ärzten das Schloss, die Erlöserkirche, den Kurpark
und die übrigen sehenswerten Bauten und Anlagen der Stadt und die Saalburg.«
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Auch
zumAbschluss am 24. April wurde wieder ausführlich berichtet.
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