100 Jahre DGVS - page 78

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Vom
Archiv für Verdauungs-
krankheiten
bis zur
Zeitschrift
für Gastroenterologie
»Die Begründung und der weitere Ausbau der funktionellen Methodik durch eine
große Reihe deutscher und ausländischer Forscher in der Magenpathologie […]
legten mir den Gedanken nahe, ein
Zentralorgan
für die Forschungen auf dem Ge-
biete der Verdauungskrankheiten zu schaffen. Ich setzte mich im Jahre 1895 mit
führenden Männern auf diesem Gebiete in Verbindung und lud sie zur Mitarbeit
bzw. zur Mitherausgeberschaft ein. Die meisten sagten zu, einige wenige, darun-
ter Leube, Kußmaul, und, was mir besonders schmerzlich war, mein Lehrer Ewald
lehnten ab«
1
, so Ismar Boas in seiner Autobiografie. Das erste Heft des
Archivs für
Verdauungskrankheiten mit Einschluß der Stoffwechselpathologie und Diätetik
(»Boas Archiv«) erschien im Frühjahr 1896 im Verlag von Samuel Karger, Berlin.
Die Zeitschrift war anfänglich umstritten, zumal eine Zersplitterung der Fachlite-
ratur und eine erneute »Abspaltung« in der Inneren Medizin befürchtet wurden.
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Carl A. Ewald kritisierte die neue Fachzeitschrift heftig und prophezeite ihr ein
baldiges Ende.
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Zu den ersten Mitherausgebern gehörten 1896 Wilhelm Fleiner
(Heidelberg), Joseph von Mering (Halle), Friedrich von Müller (Marburg), Carl von
Noorden (Frankfurt am Main), Leopold Oser (Wien), Franz Penzoldt (Erlangen),
Fritz Riegel (Gießen), Samuel S. Rosenstein (Leyden), Julius Schreiber (Königs-
berg) und Berthold Stiller (Budapest).
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Sie alle waren führende Internisten der
Universitätskliniken, die sich zu jenem frühen Zeitpunkt mit Verdauungs- und
Stoffwechselkrankheiten beschäftigt und dazu teilweise monografisch publiziert
hatten. 1901 kamen Max Einhorn (NewYork), John C. Hemmeter (Baltimore), Her-
◀ 1896 publizierte Ismar Boas
die erste Ausgabe des
Archivs für
Verdauungskrankheiten mit Ein-
schluss der Stoffwechselpathologie
und der Diätetik
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