100 Jahre DGVS - page 82

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Deutschen Zeitschrift für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten
vollständig
­unterbrochen. Die westdeutschen Wissenschaftler waren bestrebt, ihre For-
schungsentwicklung, neben der in der Schweiz erscheinenden stark international
ausgerichteten
Gastroenterologia
, sichtbar zu machen und das Profil der Gastroen-
terologie in der BRD zu schärfen. Das Fach befand sich zwischen 1950 und 1968
durch die Abschaffung des Facharztes für Magen- und Darmkrankheiten 1949 in
einer komplizierten Situation; ein abnehmendes Interesse an dem Fach Gastroen-
terologie verbunden mit einem Mangel gut ausgebildeten Nachwuchses wurde
befürchtet. Die Mitgliederzahlen der DGVS stagnierten bis 1970. Der Verband Deut-
scher Gastroenterologen kämpfte seit Ende der 1950er Jahre um die Wiederein-
führung des Facharztes für Gastroenterologie.
29
In diesem Kontext erfolgte die Neugründung der Zeitschrift durch Norbert
Henning als Herausgeber; seine beiden Erlanger Mitarbeiter, Klaus Heinkel und
Harald Schoen, übernahmen die Schriftleitung. Das Fachblatt sollte »Zentrum ei-
nes Gedankenaustausches für die forschend und praktisch tätigen Gastroentero-
logen« sein und ermöglichen, »mit den Forschergruppen anderer Länder wieder
in friedlichenWettstreit zu treten«.
30
Die Zeitschrift wurde anfänglich wesentlich
durch den Erlanger Kreis um Henning getragen. Dem ersten Redaktionskomitee
gehörten neben den Pathologen Kurt Elster und Siegfried Witte (Erlangen) der
Chirurg Ludwig Zuckschwerdt (Hamburg) sowie Gustav Adolf Martini (Hamburg/
Marburg) an.
31
Die Zeitschrift war offizielles Organ der DGVS sowie der Österrei-
chischen und Ungarischen Gesellschaft für Gastroenterologie. Henning folgten
als Herausgeber Georg Strohmeyer, Wolfgang F. Caspary, Guido Adler und derzei-
tigThomas Seufferlein.
2013 kann die
Zeitschrift für Gastroenterologie
(
ZfG
) auf ihr 50-jähriges Beste-
hen zurückblicken – ein Zeitraum, in dem sie sich als moderne Fachzeitschrift fest
etabliert hat und in dem sie in den relevanten Datenbanken gelistet wird. Wie der
gegenwärtige Herausgeber betont, will die Zeitschrift als Organ der Fachgesell-
schaft »wissenschaftlich interessante Beiträge aus dem gesamten Spektrum der
Gastroenterologie veröffentlichen, aber auch Forum für alle Gastroenterologen im
deutschsprachigen Raum sein. Die ZfG will jungen Gastroenterologen ermögli-
chen, ihre erste Originalarbeit oder Kasuistik in einer wissenschaftlichen Zeit-
schrift zu publizieren und viele namhafte Gastroenterologen sind diesenWeg ge-
gangen. Dieses Ziel lässt sich aber nicht mit einer vorrangigen Maximierung des
29 
Vgl. Matakas F. Der Facharzt
für Gastroenterologie (Mittei-
lungen des Verbandes Deutscher
Gastroenterologen). Gastroen-
terologia 1962; 98: 399–402. Vgl.
Kaufmann W. Warum erstreben
wir praktizierenden Gastroen-
terologen die Wiedereinführung
unseres Facharzttitels und auch
eine wissenschaftliche Gesellschaft
nur für Gastroenterologie. (Mittei-
lungen des Verbandes Deutscher
Gastroenterologen). Gastroentero-
logia 1962; 98: 396–398.
30 
Henning N. Zur Einführung. Z
Gastroenterol 1963; 1: 4.
31 
Z Gastroenterol 1963; 1 (Titel-
seite).
◀◀ Mit Band 48 (1988) erschien
der letzte Band der
Deutschen
Zeitschrift für Verdauungs- und
Stoffwechselkrankheiten
.
◀ Die ehemalige
Deutsche Zeit-
schrift für Verdauungs- und Stoff-
wechselkrankheiten
erschien von
nun an als
Gastroenterologisches
Journal
. Die Zeitschrift blieb aller-
dings das Organ der Gesellschaft
für Gastroenterologie der DDR,
auch behielten die Herausgeber
die Nummerierung der Bände
bei. Nach der Wiedervereinigung
wurde das Journal 1991 eingestellt.
1...,72,73,74,75,76,77,78,79,80,81 83,84,85,86,87,88,89,90,91,92,...180
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