100 Jahre DGVS - page 89

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Kapitel 5
▶ Programm des 5. Gastroentero-
logen-Kongresses im September
1973 in Leipzig. Die Leitung des
Kongresses oblag Hans Petzold.
Hauptthemen waren Gallenwegs-,
Pankreas- und Oesophaguserkran-
kungen.
▶▶ Der 8. Gastroenterologen-Kon-
gress fand vom 21. bis 23. April
1980 mit internationaler Beteili-
gung in Dresden statt. Die Themen
waren: Dringliche Gastroenterolo-
gie, entzündliche Pankreaserkran-
kungen und Nuklearmedizin in der
Gastroenterologie.
Greifswalder Schüler Martin Gülzow (1910– 1976) geprägt. Obschon die höchsten
Stellen den Kontakt der DDR-Wissenschaftler zu den westlichen Fachgesellschaf-
ten unterbinden wollten – viele von ihnen waren genötigt worden, ihren Austritt
zu erklären – mochte die Mehrheit sich damit nicht einfach abfinden und be-
schwor den Verbleib in oder den Anschluss an die medizinischen Gesellschaften
der Bundesrepublik.
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Anlässlich der 16. Tagung der Deutschen Gesellschaft für
Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten fand Tagungspräsident Katsch folgen-
de Worte: »Über dem Eingang zu unserem Kongresslokal steht in großer Schrift
ein Willkommensgruß für die ›Gesamtdeutsche Tagung der Deutschen Gesell-
schaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten‹. […] Diese Betonung des
gesamtdeutschen Charakters unserer Gesellschaft und unserer Tagung berührt
mich, wie wahrscheinlich viele oder die meisten von Ihnen. Denn gerade im ge-
genwärtigen Zustand […] mit innerdeutschen Grenzen und herben Spannungen,
gibt es wenig gesamtdeutsche Einrichtungen, auch wenn die Zusammengehörig-
keit unseres Kreises inArbeiten und Streben uns selbstverständlich ist und keiner
Betonung bedürfte.«
11
Die Zusammenarbeit war bald nur noch sehr eingeschränkt möglich und
Gülzow initiierte im Januar 1964 einen Zusammenschluss von Ärzten, die sich im
Rahmen ihrer Tätigkeiten mit gastroenterologischen und ernährungswissen-
schaftlichen Themen auseinandersetzten. Am 19. Mai 1965 gründete sich die Ar-
beitsgemeinschaft für Gastroenterologie und Ernährung in der Rostocker Univer-
sitätsbibliothek, die auf ihrer konstituierenden Sitzung 18 Mitglieder zählte.
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Bis
zum Ende des Jahres traten der Arbeitsgemeinschaft 124 Mitglieder bei. Im Juni
1969 erhielt die Arbeitsgemeinschaft den neuen Namen »Gesellschaft für Gastro-
enterologie der DDR«. Zum ersten Präsidenten wählten die Mitglieder Martin Gül-
zow. Die Gesellschaft bildete ein Forum für die Gastroenterologen in der DDR, or-
ganisierte Tagungen und themenspezifische Symposien und orientierte sich mit
ihrer inhaltlichenThemenstellung an den internationalen Forschungstendenzen.
Innerhalb der Gesellschaft gründeten sich Arbeitsgruppen, wie die Arbeitsge-
meinschaft endoskopierender Gastroenterologen (1969). Nach dem Beschluss des
Gesundheitsministeriums der DDR zur Subspezialisierung 1974 erarbeitete die Ge-
sellschaft Entwürfe zumAbschnitt »Verdauungssystem« desWeiterbildungskata-
loges für den Facharzt für Innere Medizin, zum Ausbildungsprogramm für die
Subspezialisierung Gastroenterologie sowie Empfehlungen für die Organisation
10
Schoenemann J. Chronik der
Gesellschaft für Gastroenterologie
der DDR; 8.
11
Classen M, Hg. Tagungen der
Deutschen Gesellschaft; 106.
12
Teichmann W. Zum 25jährigen
Bestehen; 157–162.
13
Ebd.; 160.
14
Schoenemann J. Chronik der
Gesellschaft für Gastroenterologie
der DDR; 12.
15
Schoenemann J. Chronik der
Gesellschaft für Gastroenterologie
der DDR; 12.
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