100 Jahre Kongress - DGVS - page 14

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Leopold Kuttner
Berlin
* 1866 in Glogau/Głogów, † 1931 in Berlin
5. Tagung
Wien, 30. September – 3. Oktober 1925
Leopold Kuttner absolvierte seine Ausbildung zum Internisten bei Carl Anton Ewald am Berliner
Augustahospital. 1906 wurde er zum Ärztlichen Leiter der II. Medizinischen Klinik am Rudolf-Vir-
chow-Krankenhaus in Berlin gewählt und übernahm 1910 die Ärztliche Direktion dieses großen
Städtischen Klinikums. Kuttner war vielfältig engagiert; so war er Vorsitzender der Chefärzte an
den städtischen Krankenanstalten Großberlins. Der Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwech-
selkrankheiten gehörte er seit 1913/14 als Mitglied des Ausschusses an; von Boas wurde er als
Mitbegründer der Tagungen bezeichnet.
Kuttner beschäftigte sich frühzeitig mit der technischen Weiterentwicklung der Endoskope;
so konstruierte er ein gegliedertes Gastroskop und stellte umfangreiche Untersuchungen zur
Gastro-Diaphanoskopie mit Modifikationen des von Max Einhorn vorgestellten Instrumentes
(„Gastrodiaphan“) an. Ebenso befasste er sich mit der Technik der Rektoskopie. Später inter-
essierten ihn vornehmlich die Magenkrankheiten, besonders die Achylia gastrica, das Mage-
nulcus und die diätetische Therapie. Zudem beschäftigte er sich mit dem Magen- und Kolon-
Karzinom sowie mit der bakteriologischen Untersuchung des Duodenalsekretes.
Kuttner setzte sich lange Zeit für den Ausbau der Gesellschaft ein. So ist es gewiss kein Zufall,
dass unter seinem Vorsitz die 5. Tagung zu einen Markstein wurde: aus den Tagungen wurde
eine Gesellschaft. Am 3. Oktober 1925 beschloss die Mitgliederversammlung in „Ordentlicher
Geschäftssitzung“ Satzung und Geschäftsordnung. Das Mitgliederverzeichnis wies am Ende
des Kongresses 150 Mitglieder aus. Ein Jahr später, 1926, waren es bereits 306. Zum Gene-
ralsekretär wurde Reinhard von den Velden gewählt. Ferdinand Blumenthal übernahm die
Funktion des Schatzmeisters, sein Stellvertreter wurde Otto Porges, Stoffwechselforscher
und Gastroenterologe an der I. Medizinischen Universitätsklinik Wien. Als Schriftführer fun-
gierte Ernst Fuld, ein Schüler Ewalds und seit 1909 in Berlin als niedergelassener Gastroen-
terologe tätig.
Vita
Wissenschaftliche
Schwerpunkte
Entwicklungen der
Gesellschaft während
der Präsidentschaft
Ausgewählte
Publikationen
Mit Jacobsohn J. Ueber electrische Durchleuchtung des Magens und deren diagnostische Verwertbarkeit. Berl klin Wochenschr
1893; 30: 941-4.
Gemeinsam mit dem Chirurgen Hermann Lindner: Lehrbuch der Chirurgie des Magens. Berlin 1898.
Über abdominale Schmerzanfälle, in: Sammlung Zwangloser Abhandlungen aus dem Gebiete der Verdauungs- und Stoffwech-
selkrankheiten. Albert Albu (Hg.), Band 1 (Heft 3), Halle 1908, 3-69.
Störungen der Sekretion und der Motilität des Magens. In: Spezielle Pathologie und Therapie innerer Krankheiten. Kraus F,
Brugsch Th. (Hg.), Band V ( Erkrankungen des Verdauungsapparates I. Teil: Mund – Speiseröhre – Magen ), Berlin - Wien 1921,
515-722 und 723-909.
Wandlungen auf dem Gebiete der Magenkrankheiten in den letzten 30 Jahren (1897 – 1927). Arch f Verdauungskr 1928; 43:
1-37.
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