100 Jahre Kongress - DGVS - page 20

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Wilhelm Falta
Wien
* 1876 in Karlsbad/Karlovy Vary, † 1950 in Obermarkersdorf/Österreich
11. Tagung
Wien, 6. – 8. Oktober 1932
Wilhelm Falta sammelte erste Erfahrungen als Demonstrator bei dem Pathologen Hans Chiari in
Prag. Danach bildete er sich in physiologischer Chemie bei Hugo Huppert, ebenfalls in Prag, fort.
Seit 1901 war er in der Baseler Medizinischen Universitätsklinik bei Friedrich von Müller und
dessen Nachfolger Wilhelm His Jr. tätig. 1906 habilitiert wechselte Falta im gleichen Jahr an die I.
Medizinische Universitätsklinik zu Carl von Noorden nach Wien und blieb dort auch unter Karel F.
Wenckebach. 1919 erhielt Falta eine a.o. Professur für Stoffwechsel- und Ernährungskrankheiten.
Von 1919 bis 1947 leitete er als Primararzt die Medizinische Klinik des Kaiserin Elisabeth Spitals
in Wien. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich trat Falta im Mai 1938 der NS-
DAP bei. Seit 1937 gehörte er neben Erich Grafe und Wilhelm Stepp demVorstand der Gesellschaft
für Verdauungs- und Stoffwechselkrankeiten an.
Geprägt durch Carl von Noorden beschäftigte sich Falta als Endokrinologe systematisch mit
Stoffwechselkrankheiten, vornehmlich mit dem Diabetes mellitus. In seiner Klinik im Wiener
Kaiserin Elisabeth Spital verfügte er über ein modernes Labor, das ihm eine weitere Forscher-
tätigkeit erlaubte. In der Vor-Insulinära befasste sich Falta mit den Möglichkeiten der diäete-
tischen Beeinflussung des Diabetes mellitus. Umgehend nach Einführung des Insulins stand
die Insulinbehandlung insbesondere mit Depotpräparaten im Zentrum seines Interesses.
Für das Fachgebiet der Endokrinologie versuchte er frühzeitig eine Systematisierung der hor-
monell bedingten Erkrankungen zu erarbeiten.
Die eigentlich für 1931 geplante Tagung war wegen der zunehmenden Verschlechterung der
wirtschaftlichen Situation auf 1932 verschoben worden. Der Rückgang der Mitgliederzahl auf
425 wurde vom Generalsekretär mit den ökonomischen Verhältnissen erklärt. Während der
Mitgliederversammlung wurden geringfügige Änderungen der Satzung für den beratenden
Ausschuss beschlossen. Dieser bestand aus 20 Mitgliedern, die für die Dauer von 3 Tagun-
gen gewählt wurden. Weitergehende organisatorische Veränderungen finden sich für die Zeit
1931/1932 in den Mitteilungen des Generalsekretärs nicht. Zum Vorsitzenden der 12. Tagung
1933 in Berlin wurde Hermann Strauß und zu seinem Stellvertreter Carl Hegler per Akklama-
tion gewählt.
Einen Programmschwerpunkt bildete entsprechend der Spezialisierung des Vorsitzenden das
Thema „Insulin und Diabetes“, daneben wurde über „Enterale und parenterale Resorption“ und
über „Erkrankungen des Rektum und Sigma“ referiert und ausführlich diskutiert.
Vita
Wissenschaftliche
Schwerpunkte
Entwicklungen der
Gesellschaft während
der Präsidentschaft
Ausgewählte
Publikationen
Die Therapie des Diabetes mellitus. Ergeb Inn Med Kinderheilkd 1908; 2: 74-141.
Die Erkrankungen der Blutdrüsen. Berlin 1913.
Die Mehlfruechtekur bei Diabetes mellitus. Berlin 1920.
Die Zuckerkrankheit. Berlin-Wien 1936.
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