100 Jahre Kongress - DGVS - page 22

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rimentelle Pathologie habilitiert und erhielt 1912 eine a.o. Professur. 1919 wechselte er als
Leiter der Poliklinik an die I. Medizinische Klinik der Charité zu Wilhelm His Jr. 1920 wurde
er Chefarzt am Städtischen Krankenhaus Berlin-Wilmersdorf und 1932 am Krankenhaus in
Reinickendorf als Nachfolger Felix Klemperers. Diese Stellung verlor er im Mai 1933. Von
den Velden beschäftigte sich u.a. mit Fragen der Endokrinologie und mit der angewandten
Pharmakologie.
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Seit 1930 war er Schriftleiter der
Deutschen Medizinischen Wochenschrift.
Wegen eines jüdischen Großelternteiles wurde er 1935 von der Gestapo vorgeladen, Ende
1936 legte er seine Lehrtätigkeit an der Berliner Universität nieder. 1939 kehrte er von einem
Argentinien-Aufenthalt nicht mehr nach Deutschland zurück.
Der Stellvertreter von den Veldens
Paul Oswald Wolff (
gest. 1957 in Genf
)
wurde 1929 an der
Berliner Universität für das Fach Pharmakologe habilitiert. Er war u.a. Sachverständiger des
Reichsgesundheitsamtes und des Reichsinnenministeriums für Arzneimittelfragen. Von 1925
bis 1933 war Wolff Schriftleiter der
Deutschen Medizinischen Wochenschrift.
Mit dem 1. April
1933 musste er aus der Schriftleitung ausscheiden und emigrierte in die Schweiz. Nach dem
Zweiten Weltkrieg war Wolff innerhalb der WHO in Genf tätig.
Der Schatzmeister der Gesellschaft
Ferdinand Blumenthal
(geb. 1870 in Berlin, umgekom-
men 1941 bei Narwa), renommierter Krebsforscher, hatte sich in physiologischer Chemie bei
Ernst Salkowski im chemischen Labor des Instituts für Pathologie der Berliner Universität
fortgebildet. Seine klinische Ausbildung erhielt er an der I. Medizinischen Klinik der Charité
bei Ernst von Leyden. Seit 1917 leitete er das Institut für Krebsforschung an der Charité, seit
1923 als alleiniger Institutsleiter. Die Institution war modern strukturiert und versammelte
zahlreiche innovative Persönlichkeiten. Blumenthal warb unermüdlich für interdisziplinäre
Tumorkonferenzen und eine multimodale Tumortherapie. Im Mai 1933 emigrierte er. Nach
einem längeren Aufenthalt in Jugoslawien gelangte Blumenthal 1939 nach Estland. Bei einem
Transport in die UdSSR kam er 1941 bei einem Angriff der Deutschen Luftwaffe ums Leben.
Otto Porges
(geb. 1879 in Brandeis/Böhmen, gest. 1967 in Chicago) bildete sich zunächst im
Institut für Bakteriologie der Universität Wien und 1907 im Robert-Koch-Institut in Berlin fort.
1908 wurde er Assistent bei Carl von Noorden an der I. Medizinischen Universitätsklinik Wien.
Bei Noordens Nachfolger Karel F. Wenckebach war Porges Oberarzt der Klinik, die er nach
dessen Emeritierung von 1929 bis 1933 kommissarisch leitete. Nachdem Hans Eppinger an
die Klinik berufen wurde, schied Porges aus der I. Medizinischen Klinik aus. 1938 emigrierte
er in die USA und war im Northwestern Medical School Hospital in Chicago tätig. Porges
befasste sich mit Stoffwechselstörungen, insbesondere dem Diabetes mellitus und mit den
Verdauungskrankheiten. 1929 stellte er gemeinsam mit Max Josef Heilpern
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die Gastrophoto-
graphie vor und verfasste Monographien über Magen
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- und Darmkrankheiten.
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Nach 1934 fanden noch zwei Tagungen, 1936 in Berlin und 1938 in Stuttgart statt. Hans Eppin-
ger war als Vorsitzender für den Kongress 1939 gewählt. Dieser kam wegen des Beginns des
Zweiten Weltkrieges nicht zustande. 1936 schied von den Velden als Generalsekretär aus. Sei-
ne Funktion wurde dem Berliner Internisten
Heinrich von Hoesslin
(1880 – 1955) übertragen.
5 Gemeinsam mit Paul Wolff gab von den Velden das zweibändige
Handbuch der praktischen Therapie als Ergebnis experi-
menteller Forschung,
Leipzig 1926
,
heraus.
6 Porges O, Heilpern J. Über eine neue Methode der Gastrophotographie. Vhlg Gesell Verdauungs Stoffwechselkr IX. Tagung,
Berlin 1929, Leipzig 1930, 201-2. – vgl. Heilpern J, Porges O. Gastrophotographie. Eine neue Untersuchungsmethode. Klin
Wochenschr 1930; 9: 15-7. – Heilpern MJ, Porges O, Hofmann H. Atlas der Gastrophotographie. Leipzig 1936.
7 Magenkrankheiten, Ihre Diagnose und Therapie. Berlin 1929.
8 Darmkrankheiten, Ihre Diagnose und Therapie in vierzehn klinischen Vorlesungen. Berlin – Wien 1935.
Von den Velden
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