100 Jahre Kongress - DGVS - page 26

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Hans Heinrich Berg
Hamburg
* 1889 in Itzehoe, † 1968 in Hamburg
15. Tagung
Bad Kissingen, 26. – 30. September 1950
Hans Heinrich Berg wurde 1914 Assistentenarzt bei Gustav von Bergmann im Allgemeinen Kran-
kenhauses Hamburg-Altona. Nach Rückkehr aus dem 1. Weltkrieg folgte er von Bergmann an die
Medizinische Universitätsklinik in Marburg und wechselte mit ihm nach Frankfurt sowie 1927 als
Oberarzt an die II. Medizinische Universitätsklinik der Charité nach Berlin. 1926 habilitiert über-
nahm Berg 1931 die Ärztliche Direktion der Medizinischen Klinik am Städtischen Krankenhaus
Dortmund. Seit Januar 1935 leitete er als Ordinarius für Innere Medizin die I. Medizinische Univer-
sitätsklinik Hamburg-Eppendorf.
Berg trat nicht in die NSDAP ein. Bis 1939 war er Fördermitglied der SS. Mit Beginn des 2. Welt-
krieges wurde er Beratender Internist im Wehrkreises X mit großen Reservelazaretten, Kriegs-
gefangenen- und Arbeitslagern. Über das geheime wehrmedizinische Forschungsprojekt über
Unterernährung und Hungerödem seines Mitarbeiters Heinrich Berning an schwerkranken unter-
gewichtigen sowjetischen Kriegsgefangenen war Berg informiert. Er hatte keine Einwände gegen
diese Untersuchungen.
1945 vorübergehend suspendiert setzte Berg seit Anfang 1947 seine Tätigkeit als Direktor der
Hamburger Medizinischen Universitätsklinik bis zu seiner Emeritierung 1959 fort. Sein wissen-
schaftliches Lebenswerk war international anerkannt. 1958 verlieh ihm die American Gastroen-
terological Association die Ehrenmitgliedschaft, die zuletzt 1910 Ismar Boas und 1914 Bernhard
Naunyn erhalten hatten.
Berg beschäftigte sich seit Anfang der 1920er Jahre mit Fragen der Röntgendiagnostik mor-
phologischer Veränderungen des Gastrointestinaltraktes. Durch eine Kombination von Durch-
leuchtungs- und Aufnahmeverfahren und gezielte Momentaufnahmen optimierte er die Dia-
gnostik. Berg wurde 1926 mit seiner Arbeit über Röntgensymptome des Ulcus duodeni habi-
litiert. Die visualisierten Reliefveränderungen des Magen-Darmkanals waren zur damaligen
Zeit wegweisend. Die Prinzipien der radiologischen Detaildiagnostik fanden ebenso für den
Dickdarm und die Gallenwege Anwendung. Die Studien zur Röntgendiagnostik führte Berg ge-
meinsam mit Robert Prévôt in den 1930er Jahren als Forschungsprojekt fort. Gemeinsam mit
dem Chirurgen Georg Ernst Konjetzny begründete Berg frühzeitig den gastroenterologischen
Schwerpunkt am Hamburger Universitätsklinikum.
Die 15. Jahrestagung 1950 stellte den organisatorischen Neubeginn der Gesellschaft nach
dem Ende des Zweiten Weltkriegs dar. Die Tagung war u. a. nach Initiativen Erich Grafes, Vor-
sitzender der DGVS 1938, zustande gekommen. Der Kongress befasste sich mit einem brei-
ten Spektrum ausschließlich hepatologischer Themen. Unter Beteiligung ausländischer Gäste
wurde die Tagung von etwa 400 Teilnehmern besucht. Bergs Verbindungen nach England,
Nord- und Südamerika sowie nach Skandinavien ermöglichten der DGVS frühzeitig die Wie-
deraufnahme internationaler Kontakte.
Berg hatte seit Mitte der 1920er Jahre an den Tagungen der Gesellschaft für Verdauungs- und
Stoffwechselkrankheiten teilgenommen und im Archiv für Verdauungskrankheiten publiziert.
Vita
Wissenschaftliche
Schwerpunkte
Entwicklungen der
Gesellschaft während
der Präsidentschaft
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