100 Jahre Kongress - DGVS - page 29

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Vita
Wissenschaftliche
Schwerpunkte
Entwicklungen der
Gesellschaft während
der Präsidentschaft
Ausgewählte
Publikationen
Kurt Beckmann
Stuttgart
* 1891 in Stuttgart, † 1956 in Stuttgart
17. Tagung
Stuttgart – Bad Canstatt und Bad Mergentheim, 24. – 27. September 1953
Kurt Beckmann begann seine Ausbildung in der Münchener Medizinischen Universitätsklinik bei
Ernst von Romberg. Er folgte von dort Hermann Straub als Oberarzt über Halle und Greifswald
1928 an die Medizinische Klinik der Universität Göttingen. Ende 1929 wurde Beckmann die Stelle
des Chefarztes der Medizinischen Klinik am Kartharinenhospital Stuttgart übertragen, die er 1934
– offenbar im Zusammenhang politischer Intrigen – verlassen musste. 1936 übernahm Beckmann
die Chefarztstelle der Medizinischen Klinik am Städtischen Krankenhaus Bad Canstatt. Spätere
Rufe, 1942 an die Universität Tübingen und 1948 nach Gießen, lehnte er ab. Beckmann war im Mai
1933 in die NSDAP eingetreten und wurde 1934 ausgeschlossen. Sein Wiedereintritt in die Partei
erfolgte Ende 1935. Während des Zweiten Weltkrieges war Beckmann Beratender Internist der
Wehrmacht und an der vergleichenden Therapie beteiligt. Seit 1946 prägte Beckmann als Schrift-
leiter gemeinsam mit einem Redaktionskollegium die Deutsche Medizinische Wochenschrift im
ersten Jahrzehnt nach dem Weltkrieg.
Beckmanns Arbeiten beziehen sich vor allem auf den Mineral- und Wasserhaushalt, die Le-
berpathologie, den Stoffwechsel, den Säurebasenhaushalt sowie die Nierenfunktion. Seine
Habilitationsarbeit 1922 an der Greifswalder Medizinischen Klinik befasste sich mit dem Säu-
re-Basen-Gleichgewicht bei Nierenkrankheiten. Zudem beschäftigte er sich mit Fragen der
Arzneimitteltherapie. Frühzeitig etablierte er in der Bad Canstatter Medizinischen Klinik einen
gastroenterologischen und endoskopischen Schwerpunkt, der später von Ludwig Demling
und Klaus Heinkel weiterentwickelt wurde.
Für 1953 sind keine markanten organisatorischen Veränderungen innerhalb der DGVS ver-
zeichnet. Die Thematik der 17. Tagung umfasste Fragen des Eisenstoffwechsels und dessen
Beziehung zur Leber, Probleme der Colitis ulcerosa, Aspekte des Jodstoffwechsels sowie
Schilddrüsenerkrankungen. Ein weiteres Hauptthema beschäftigte sich mit der Pathogenese
und Klinik der Cholangitis. In einem speziellen Symposium wurde über das Verhältnis zwi-
schen Klinik und Praxis diskutiert. Hierin spiegelte sich das berufspolitische Engagement
Beckmanns wider.
Leber und Mineralhaushalt. I. Mitteilung, Die Wasser- und Ionenabgabe der normalen Leber an das Hepaticablut. Z gesamte
exp Med 1928; 59: 76-89.
Hepatitis epidemica. Stuttgart 1944.
Arzneitherapie innerer Krankheiten. Klinische Pharmakologie. Stuttgart 1949.
Die Krankheiten der Leber und der Gallenwege, in: Handbuch der Inneren Medizin, 4. Aufl., Hg. G. v. Bergmann, W. Frey, H.
Schwiegk, 3. Band, 2. Teil, Berlin-Göttingen-Heidelberg 1953, 529-1116.
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