100 Jahre Kongress - DGVS - page 32

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Heinrich-Otto (Heinz) Kalk
Kassel
* 1895 in Frankfurt/Main, † 1973 in Kassel
20. Tagung
Kassel, 14. – 17. Oktober 1959
Heinz Kalk war nach dem Staatsexamen 1921 in der Chirurgischen Universitätsklinik Frankfurt
bei Victor Schmieden tätig. Er wechselte zu Gustav von Bergmann in die Medizinische Universi-
tätsklinik, in der er eng mit Gerhardt Katsch zusammenarbeitete. 1927 folgte er von Bergmann
an die II. Medizinische Klinik der Charité nach Berlin, wurde dort 1928 habilitiert und erhielt 1933
eine apl. Professur. 1934 wurde Kalk Chefarzt der II. Medizinischen Klinik Berlin-Friedrichshain
als Nachfolger des entlassenen Paul F. Richter. Kalk war seit 1937 Mitglied der NSDAP, war sehr
aktiv im NS-Fliegerkorps und wurde 1939 Beratender Internist der Luftwaffensanitätsinspektion.
Im Juni 1944 berichtete er während der Breslauer Tagung zur Koordinierung der Hepatitis-For-
schung über 257 laparoskopische Leberpunktionen bei Patienten mit Hepatitis epidemica, die er
u.a. in Rumänien und Frankreich durchgeführt hatte. Nach 1945 kam Kalk nach Leitungsfunktio-
nen in Berlin-Hohengatow, Minden und Freudenstadt an das Zentralklinikum in Göppingen. Vom
1949 bis 1963 leitete er die Medizinische Klinik am Stadtkrankenhaus Kassel und etablierte einen
hepatologischen Schwerpunkt sowie ein Zentrum für Laparoskopie. Es ist sein Verdienst, die da-
mals große Bedeutung der Laparoskopie zur Klärung von Lebererkrankungen erkannt und zur
Verbreitung dieser Methode entscheidend beigetragen zu haben. 1953 gründeten Kalk, Rudolf
Mancke und Werner Siede die Acta hepatologica.
Kalk beschäftigte sich anfänglich mit der Säuresekretion des Magens nach pharmakologi-
scher Stimulation. Angeregt durch die „Bauchfenstermethode“ von Gerhardt Katsch und Adolf
Bickel und mit einem modifizierten Zystoskop von Walter Unverricht begann Kalk die Bauch-
spiegelung. Auch nach seinem Wechsel nach Berlin 1927 widmete er sich intensiv dieser
Methode und entwickelte in Fortführung der Arbeiten von Roger Korbsch ein verbessertes
Laparoskop (Kalksches Laparoskop) mit einer prograden 135-Grad-Optik. Mit diesem Gerät
sammelte er eine immense Erfahrung. Zudem führte er die laparoskopisch geführte Leber-
punktion ein, um die Risiken der Leberblindpunktion zu minimieren. 1968 demonstrierten
Kalk und Harald Lindner die erste farbige Fernseh-Laparoskopie. Kalk befasste sich neben
methodischen Fragen eingehend vor allem mit den chronischen Hepatitiden und deren Fol-
gen.
Kalk warb in seiner Eröffnungsrede für die Einrichtung von „Sonderabteilungen für Gastroen-
terologie an den Kliniken und Krankenhäusern“, um Forschung und Ausbildung zu gewährlei-
sten. Gastroenterologia, das frühere „Boas-Archiv“, wurde Organ der DGVS.
Vita
Wissenschaftliche
Schwerpunkte
Entwicklungen der
Gesellschaft während
der Präsidentschaft
Ausgewählte
Publikationen
Erfahrungen mit der Laparoskopie. Zugleich mit Beschreibung eines neuen Instrumentes. Z klin Med 1929; 111: 303 – 348.
Mit W. Brühl und W. Siede. Die gezielte Leberpunktion. Dtsch Med Wochenschr 1943; 69: 693-5.
Erfahrungen mit der Laparoskopie (Bauchspiegelung) mit besonderer Berücksichtigung der Leberkrankheiten. Dtsch Arch Klin
Med 1947/48; 193: 342-62.
Krankheiten des Magen – Darm – Kanals, der Leber und der Gallenwege. München 1956.
Mit E. Wildhirt. Lehrbuch und Atlas der Laparoskopie und Leberpunktion. 2. Aufl., Stuttgart 1962.
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