100 Jahre Kongress - DGVS - page 33

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Vita
Wissenschaftliche
Schwerpunkte
Entwicklungen der
Gesellschaft während
der Präsidentschaft
Ausgewählte
Publikationen
Hans-Wilhelm Bansi
Hamburg
* 1899 in Metz, † 1982 in Hamburg
21. Tagung
Hamburg, 28. – 30. September 1961
Hans-Wilhelm Bansi begann 1922 seine Ausbildung bei Wilhelm His Jr. in der I. Medizinischen
Universitätsklinik der Charité. Geprägt wurde Bansi in Berlin durch den Stoffwechselforscher
Adolf Magnus-Levy und durch den Endokrinologen Hermann Zondek, dem er 1927 als Oberarzt
an das Städtische Krankenhaus am Urban folgte. 1929 wurde er an der Berliner Medizinischen
Fakultät habilitiert. 1933 erlebte er Zondeks Entlassung aus dessen leitender Position aus ras-
sischen Gründen. 1934 übernahm Bansi die Chefarztstelle der Abteilung für Innere Medizin am
Erwin Liek Krankenhaus Reinickendorf als Nachfolger des entlassenen Reinhard von den Veldens.
Im 2. Weltkrieg war Bansi Beratender Internist an der Ostfront; in dieser Funktion forderte er
ein energisches Vorgehen gegenüber Magenkranken. Bansi war seit dem 1. Juli 1941 Mitglied
der NSDAP. Nach dem Krieg war Bansi von 1947 bis 1967 Leiter der I. Medizinischen Klinik am
Allgemeinen Krankenhaus Hamburg-St. Georg. Er gehörte seit 1950 dem Lehrkörper der Medizi-
nischen Fakultät der Universität Hamburg an. In den 1950er und 1960er Jahren war Bansi als Er-
nährungsforscher entscheidender Gutachter in der sozialmedizinischen Beurteilung der Kriegs-
versehrten und Kriegsheimkehrer. Sein Gutachten im Ermittlungsverfahren 1967 gegen den Arzt
und „Ernährungsinspekteur der Waffen-SS“ Ernst Günther Schenck, der „Ernährungsversuche“
an ausgezehrten Häftlingen im KZ Mauthausen durchführte und bei denen viele Menschen star-
ben, ist umstritten. Von 1950 bis 1957 war Bansi Schriftführer der DGVS.
Seine Hauptarbeitsgebiete beziehen sich auf die Stoffwechselforschung, die Endokrinologie
und später die Ernährungsforschung. Bansi untersuchte den Morbus Basedow und dessen
Auswirkungen auf die Kreislaufparameter. Nach 1945 beschäftigte er sich mit den Thyreo-
statika sowie mit der Radiojodtherapie und schuf im Krankenhaus St. Georg in Hamburg ein
Zentrum für Schilddrüsenerkrankungen. Neben Studien zum Wasser- und Elektrolythaushalt
und zum Aminosäurestoffwechsel stand nach 1945 zunehmend die Ernährungsforschung im
Mittelpunkt. Seine Studien an mangelernährten Kriegsheimkehrern einschließlich des Einsat-
zes von Hormonpräparaten müssen hinterfragt werden, zumal Pathogenese und Behandlung
unterernährter Patienten einschließlich des Hungerödems bekannt waren.
Wegen des Mauerbaues im August 1961 konnten die Gastroenterologen aus der DDR erstmals
seit 1950 nicht an der Tagung teilnehmen. Hauptthemen des Kongresses bezogen sich auf
angeborene Stoffwechselstörungen sowie auf Malabsorptions-Syndrome.
Die Kinetik der Peroxidasen. Klin Wochenschr 1924; 3: 927-8.
Gemeinsam mit Gerhard Fuhrmann, Der Eiweißstoffwechsel bei Mangelernährung und im Wiederaufbau. Klin Wochenschr
1948; 26: 358-65.
Das Hungerödem und andere alimentäre Mangelerkrankungen. Eine klinische und pathophysiologische Studie. Stuttgart 1949.
Thyreotoxikose und antithyreoidale Substanzen. Stuttgart 1951.
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