100 Jahre Kongress - DGVS - page 34

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Robert E. Mark
Münster
* 1899 in Wien, † 1981 in Münster
22. Tagung
Wiesbaden, 9. – 11. April 1964
Robert Mark begann nach dem Medizinstudium und nach einer Tätigkeit am Wiener Institut für
Physiologie (1924 bis 1926) seine internistische Ausbildung in Halle bei Franz Volhard und inWürz-
burg bei Erich Grafe. 1930 bis 1933 arbeitete er im Institut für Physiologie der Universität Köln und
wurde 1931 für das Fach Physiologie habilitiert. Bis 1936 setzte er seine klinische Ausbildung bei
Wilhelm Stepp und Kurt Gutzeit in Breslau fort. 1937 wurde Mark Oberarzt an der Medizinischen
Universitätsklinik in Münster bei Viktor Schilling und Leiter der Medizinischen Poliklinik. Seine
Lehrbefugnis wurde auf das Fach Innere Medizin erweitert, gleichzeitig wurde er zum a.o. Profes-
sor ernannt. Mark war Mitglied des Stahlhelm, der NSDAP trat er nicht bei; der NS-Ideologie stand
er distanziert gegenüber. 1939 wurde Mark Beratender Internist des Wehrkreises VI und später
in Italien. 1945 für kurze Zeit suspendiert nahm er Anfang 1946 seine Tätigkeit in Münster erneut
auf. 1948 wurde er als Ordinarius für Innere Medizin und Leiter der Medizinischen Poliklinik an die
Universität Rostock berufen. 1957 übernahm er den Lehrstuhl für Innere Medizin und die Leitung
der Medizinischen Klinik der Universität Halle. Nach Kontroversen mit der SED wurde Mark zum
1. September 1962 vorzeitig emeritiert. Er verließ die DDR, kehrte nach Münster zurück und war
dort in der Medizinischen Fakultät bis 1970 als Dozent in Lehre und Forschung tätig.
Die Arbeiten Marks befassten sich mit Störungen der Milzfunktion, mit Veränderungen des
Stoffwechsels bei Nierenerkrankungen, mit der Blutzuckerregulation und mit dem Kalkstoff-
wechsel. Zudem beschäftigte er sich mit der Kreislaufregulation bei Lagewechsel und mit
vegetativen Störungen.
Von 1939 bis 1944 beteiligte sich Mark intensiv an der „Vergleichenden Therapie“, die vor al-
lem von Kurt Gutzeit propagiert wurde. So wurden zur Therapie der Pneumonie drei Behand-
lungsgruppen gebildet, wobei neben dem Einsatz von Sulfonamiden eine Gruppe mit einer
„Leerbehandlung“ geführt wurde. 1946 wurde Mark vorgeworfen, nachgeordnete Sanitätsärz-
te zu einer Placebobehandlung veranlasst zu haben, obgleich die Sulfonamide als wirksame
antiinfektiöse Substanzen verfügbar waren. Die Universität Münster befasste sich im August
1946 mit diesen Vorwürfen und entlastete Mark.
Angeregt durch eine USA-Reise plädierte Mark für die Etablierung von „Research Units“ auch
in der Bundesrepublik, in denen innerhalb von Spezialkliniken eine intensive klinische For-
schung ermöglicht werden sollte. Im April 1964 wurde nach Initiativen von Karl Oberdisse die
Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) gegründet.
Vita
Wissenschaftliche
Schwerpunkte
Entwicklungen der
Gesellschaft während
der Präsidentschaft
Ausgewählte
Publikationen
Seminar der Inneren Erkrankungen. Hamburg 1948.
Wege vergleichender Therapie in der Inneren Medizin. Zugleich ein Beitrag zur Klinik der Lungenentzündung, Ruhr, Niere-
nentzündung und Genickstarre. Band 1 (Einführung, Lungenentzündung ), Berlin - München 1950; Band 2 (Ruhr, Nierenentzünd-
ung, Genickstarre), Berlin - München 1952.
Klinik und Therapie der vegetativen Dystonie. Wien 1954.
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