100 Jahre Kongress - DGVS - page 37

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Vita
Wissenschaftliche
Schwerpunkte
Entwicklungen der
Gesellschaft während
der Präsidentschaft
Ausgewählte
Publikationen
Robert Ammon
Homburg/Saar
* 1902 in Berlin, † 1997 in Homburg/Saar
25. Tagung
Homburg/Saar, 24. – 27. September 1969
Robert Ammon studierte Chemie und wurde 1927 mit einer Arbeit „Zur stereochemischen Spe-
zifität der Lipasen“ promoviert, die er bei Peter Roná in der Chemischen Abteilung des Instituts
für Pathologie der Charité Berlin erstellt hatte. Nach kurzer Tätigkeit in den Städtischen Kliniken
Mannheim kehrte Ammon nach Berlin zurück und arbeitete erneut bei Peter Roná bis zu dessen
Entlassung 1933. Zusätzlich zur Chemie studierte Ammon Medizin, absolvierte in Rostock das
Staatsexamen und promovierte 1932 auch in der Medizin. 1936 wurde er an der Berliner Univer-
sität habilitiert und wechselte im gleichen Jahr zu Kurt Gutzeit an die Medizinische Universitäts-
klinik Breslau, in der er das Kliniklabor leitete und in der Krankenversorgung tätig war. Seit 1937
war Ammon Mitglied der NSDAP. 1939 wechselte er nach Königsberg, erhielt eine apl. Professur
und war von 1943 bis 1945 Direktor des Instituts für Physiologische Chemie der Medizinischen
Fakultät der Universität Königsberg. Nach 1945 in der pharmazeutischen Industrie tätig erhielt
er 1951 eine ordentliche Professur verbunden mit der Leitung des neu gegründeten Instituts für
Physiologische Chemie an der Universität Homburg/Saar. Das Institut leitete Ammon bis zu seiner
Emeritierung 1971.
Geprägt durch den Biochemiker Peter Roná in Berlin beschäftigte sich Ammon vornehmlich
mit den Methoden zur Fermentbestimmung, besonders mit den Pankreas- und Leberestera-
sen. Er befasste sich mit dem Acetylcholin, mit dem Nachweis der Cholinesterase im Serum
sowie mit dem biologischen Abbau von Vitamin B1 und dessen Resorption im Darm. Ebenfalls
interessierten ihn der Nachweis und die Wirkmechanismen der Enzyme des Kohlenhydratme-
tabolismus. Ein weiteres Forschungsgebiet bezog sich auf das Cytochrom C. – Pharmakolo-
gisch führte Ammon Studien mit dem Ziel durch, die Hülle von Mycobacterium tuberculosis
anzugreifen. An der Entwicklung eines Präparates zur Therapie bei Askaridenbefall und der
Oxyuriasis war Ammon wesentlich beteiligt.
Mit Robert Ammons Vorsitz wurde die Kooperation der Gastroenterologen mit dem Grund-
lagenfach Physiologische Chemie unterstrichen. Die Wiedereinführung des Facharztes für
Gastroenterologie 1968 bedeutete für die DGVS einen entscheidenden Fortschritt und Erfolg
zugleich. Ammon legte zur 25. Tagung gemeinsam mit dem Schriftführer der DGVS, Ulrich
Ritter, eine Schrift zur Geschichte der Gesellschaft seit 1913/14 vor.
Mit W. Discherl. Fermente, Hormone, Vitamine und die Beziehungen dieser Wirkstoffe zueinander. Leipzig 1938. – 2. Auf. 1958.
Mit Zapf FJ. Eine einfache klinisch – chemische Methode zum Nachweis der Cholinesterase im Serum. Klin Wochenschr 1955;
33: 759-62.
Mit U. Henning. Gibt es eine Duodenalsaft – Saccharase und – maltase? Dtsch Z Verdau Stoffwechselkr 1956; 16: 193-7.
Mit G. Werz. Über die Verteilung der Atropin- und Cocain-Esterase in der Leberzelle des Kanninchens. Hoppe Seylers Z Physiol
Chem 1959; 314: 194-7.
Mit U. Ritter. Zur Geschichte der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten. Z Ernährungswiss
1969; 9: 396-400.
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