100 Jahre Kongress - DGVS - page 40

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Volker Becker
Erlangen
* 1922 in Alzey/Rheinhessen, † 2008 in Erlangen
28. Tagung
Fellbach bei Stuttgart, 27. – 28. September 1973
Volker Becker begann seine Ausbildung zum Pathologen 1948 im Institut für Pathologie der Uni-
versität Heidelberg. Nach kurzer Tätigkeit in Hamburg-Eppendorf kehrte Becker Ende 1949 nach
Heidelberg zu dem Pathologen Edmund Randerath zurück und wechselte 1953 mit seinem Men-
tor Wilhelm Doerr an das Institut für Pathologie der FU Berlin-Charlottenburg. 1956 habilitiert
folgte er im gleichen Jahr Doerr an die Christian-Albrechts-Universität Kiel und erhielt 1961 eine
apl. Professur für Pathologie. Nach der Leitung des Pathologischen Institutes der Städtischen Kli-
niken Karlsruhe und nach dem Ordinariat für Pathologie an der FU Berlin seit 1969 wurde Becker
1972 auf den Lehrstuhl für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie an die Universi-
tät Erlangen-Nürnberg berufen und war dort bis zu seiner Emeritierung 1991 tätig. In Erlangen
verband Becker eine enge Kooperation mit Ludwig Demling. 1979 gründete er die Zeitschrift „Der
Pathologe“. Becker befasste sich neben seinem Fach mit wissenschaftstheoretischen Fragen und
mit den historischen Grundlagen der Medizin.
Zunächst beschäftigte sich Becker mit dem Komplex Zellatmung, Sauerstoffmangel und
Schädigungsstoffwechsel. Er untersuchte u. a. die Vakuolenbildung bei Sauerstoffmangel und
toxische Effekte auf die Enzymsysteme der Zellatmung. Seit 1956 wandte er sich der funktio-
nellen Morphologie des Pankreas zu. Die Pathomorphologie des exokrinen Pankreas sowie die
Pathogenese der akuten und chronischen Pankreatitis waren Gegenstand seiner Fragestel-
lungen. In Erlangen traten die Untersuchungen zur pathologischen Anatomie des Oesophagus
sowie des Magen-Darm-Traktes, zum resezierten Magen, zur morphologischen Dünndarm-
diagnostik und zu den entzündlichen Darmerkrankungen in den Vordergrund.
Anfang der 1970er Jahre verharrte die DGVS als relativ kleine Fachgesellschaft bei einer Mit-
gliederzahl knapp über 300. Im Vordergrund stand die Ausrichtung der Jahrestagungen. Die
1963 von Norbert Henning gegründete Zeitschrift für Gastroenterologie war nach 10-jährigem
Bestehen fest etabliert. Mit Volker Becker war erstmals ein Pathologe Tagungsvorsitzender.
Damit wurde der hohe Stellenwert verdeutlicht, der der Pathologie auch für die bioptische
Diagnostik im Kontext mit der sich schnell verbreitenden Endoskopie zukam.
Vita
Wissenschaftliche
Schwerpunkte
Entwicklungen der
Gesellschaft während
der Präsidentschaft
Ausgewählte
Publikationen
Mit J. Rauschke. In vitro-Untersuchungen von Giftwirkungen auf das Fermentsystem der Zellatmung. Z gesamte exp Med 1951;
117: 374-83.
Die Bedeutung des Speicheloedems für die Pankreasatrophie nach experimenteller Gangunterbindung. Virchows Arch 1957;
330: 243-66.
Sekretionsstudien am Pankreas. Stuttgart 1957.
Mit W. Wilde. Pankreasschäden durch Trypsin in vitro. Klin Wochenschr 1963; 41: 73-5.
Die Bauchspeicheldrüse. Inselapparat ausgenommen, in: Spezielle pathologische Anatomie, Band 6. Wilhelm Doerr, Gerhard
Seifert, Erwin Uehlinger (Hg.), Berlin-Heidelberg-New York 1973, 1-586.
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