100 Jahre Kongress - DGVS - page 42

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Friedrich Stelzner
Frankfurt/Main
* 1921 in Oberlohma/Horní Lomany im früherenWestböhmen/ Tschechien
30. Tagung
Wien, 25. – 27. September 1975
Friedrich Stelzner begann nach dem Medizinstudium während des Zweiten Weltkrieges und nach
dem Kriegsdient im August 1945 seine Ausbildung in der Chirurgischen Universitätsklinik Er-
langen bei Otto Goetze. Dort wurde er 1952 habilitiert. 1955 wechselte Stelzner als Oberarzt zu
Ludwig Zuckschwerdt an die Chirurgische Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf. 1956 wurde er
apl. Professor für Chirurgie an der Universität Hamburg. Im folgenden Jahr hielt er sich zu ei-
nem Studienaufenthalt in London auf und bildete sich u.a. am St. Marks Hospital in der Rektum-
chirurgie und am St. Batholomew‘s Hospital in der Pfortaderchirurgie fort. Stelzner wurde 1968
als Nachfolger Zuckschwerdts Ordinarius für Chirurgie und Direktor der Chirurgischen Klinik der
Universität Hamburg. 1971 wechselte er in gleicher Funktion an die Johann Wolfgang Goethe-
Universität nach Frankfurt. Von 1977 bis 1989 war Friedrich Stelzner Lehrstuhlinhaber und Leiter
der Chirurgischen Klinik der Rheinischen Friedrich Wilhelms-Universität Bonn. Wegen seiner Ver-
dienste wurde Stelzner vielfach mit Ehrenmitgliedschaften der chirurgischen Fachgesellschaften
ausgezeichnet. 1985 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie.
Frühzeitig an der angewandten Morphologie interessiert wurde Stelzner wesentlich durch
seinen Lehrer Otto Goetze in Erlangen geprägt, der sich mit der vergleichenden und systema-
tischen Anatomie und ihrer Bedeutung für die Chirurgie befasste. Stelzners Habilitationsar-
beit trug den Titel „Die chirurgische Individualpathologie des Mastdarmkrebses und Bemer-
kungen zu seiner Individualtheapie“. Er beschäftigte sich umfassend mit der Anatomie des
Beckenbodens und spezialisierte sich frühzeitig auf dem Gebiet der Proktologie. Bereits 1957
schlug er in Hamburg die Einrichtung einer proktologischen Spezialambulanz vor. Im Mittel-
punkt seines Forschungsinteresses stand die Chirurgie der „visceralen Abschlussysteme“;
sein Hauptarbeitsgebiet bezog sich auf die Ösophagus- und Endarmchirurgie. In besonderer
Weise widmete sich Stelzner der Therapie komplexer anorektaler Fisteln.
Friedrich Stelzner war nach Hans von Haberer (1929) und Karl Voßschulte (1965) der dritte
Chirurg, der seit 1914 mit dem Vorsitz der DGVS-Jahrestagung betraut wurde. Die 30. Tagung
fand gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie in Wien statt.
Organisatorisch relevante Entscheidungen für die DGVS wurden 1974/75 nicht getroffen.
Vita
Wissenschaftliche
Schwerpunkte
Entwicklungen der
Gesellschaft während
der Präsidentschaft
Ausgewählte
Publikationen
Die Chirurgie des Mastdarmkrebses. Vorträge aus der praktischen Chirurgie, 39. Heft, Stuttgart 1955.
Vermeidbare und unvermeidbare Folgen anorectaler Eingriffe. Langenbecks Arch klin Chir 1961; 298: 120-4.
Die abdomino-cervicale Oesophagektomie. Langenbecks Arch Chir 1981; 355: 63-8.
Die anorectalen Fisteln. Berlin-Heidelberg 1959. – 2. Aufl. 1976. – 3. Aufl. 1981.
Chirurgie an visceralen Abschlussystemen. Stuttgart 1998.
1...,32,33,34,35,36,37,38,39,40,41 43,44,45,46,47,48,49,50,51,52,...98
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