100 Jahre Kongress - DGVS - page 43

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Vita
Wissenschaftliche
Schwerpunkte
Entwicklungen der
Gesellschaft während
der Präsidentschaft
Ulrich Ritter
Lübeck
* 1921 in Berlin
31. Tagung
Lübeck – Travemünde, 30. September – 2. Oktober 1976
Ulrich Ritter war von 1952 bis 1955 am Institut für Physiologie der Freien Universität Berlin bei
Max Heinrich Fischer in der Grundlagenforschung tätig, wechselte dann an die II. Medizinische
Universitätsklinik Berlin-Charlottenburg, FU Berlin, zu Heinrich Bartelheimer und wurde 1958
habilitiert. 1960 folgte er Bartelheimer als Oberarzt an die I. Medizinische Klinik der Universität
Hamburg und erhielt dort 1963 eine apl. Professur. 1966 wurde Ritter als Ärztlicher Direktor der
I. Medizinischen Klinik an die neu gegründete Medizinische Akademie Lübeck (seit 1973 verselb-
ständigt zur Medizinischen Hochschule Lübeck, 1985 Medizinische Universität Lübeck) berufen.
Hier entwickelte er neben der von ihm vertretenen Allgemeinen Inneren Medizin einen profilierten
Schwerpunkt Gastroenterologie und Stoffwechsel. Im September 1987 wurde Ritter an der Lübec-
ker Universität emeritiert.
Ulrich Ritter wurde 1965 als Nachfolger G. A. Martinis Schriftführer der DGVS. Damit oblag ihm
die organisatorische Arbeit innerhalb der Gesellschaft. Er war vielfältig aktiv, so in der Weltor-
ganisation für Gastroenterologie (OMGE/WGO) und im Kuratorium der Deutschen Gesellschaft für
Ernährung, zudem engagierte er sich für die Nordwestdeutsche Gesellschaft für Innere Medizin,
war 1974 deren Präsident und ist deren Ehrenmitglied.
Am Berliner Institut für Physiologie beschäftigte sich Ritter experimentell ausgiebig mit Un-
tersuchungen am Dünndarm, u. a. mit den Mechanismen der intestinalen Fettresorption so-
wie mit histologischen und funktionellen Veränderungen des Darmepithels. Später standen
Fragen der Darmmotilität, die Funktion der Papilla vateri und Gallenwegserkrankungen im
Vordergrund. Zunehmend konzentrierten sich Ritters Arbeiten auf die exkretorische Funktion
des Pankreas. So hat er die Pankreasfunktion in Korrelation zum Lebensalter untersucht und
sich mit der alkohol-toxischen Pankreasschädigung befasst. Ernährungswissenschaftliche
Fragen und funktionelle Magen-Darm-Erkrankungen stellten weitere Arbeitsschwerpunkte
dar.
Ritter plädierte in seiner Eröffnungsrede dafür, in der Namensgebung der Gesellschaft die
enge inhaltliche Verflechtung zwischen Verdauungsorganen und Stoffwechselstörungen wi-
derzuspiegeln und lehnte Bestrebungen ab, die DGVS verkürzt als „Gesellschaft für Gastro-
enterologie“ zu bezeichnen. Die Tagung verzeichnete sehr viele Vortragsanmeldungen. Den
Freien Vorträgen und den Berichten der Arbeitsgruppen wurde besondere Aufmerksamkeit
gewidmet. Hauptthemen des Tagungsprogramms waren u. a. die „Klinik der Dünndarmer-
krankungen“ und die „Diagnostik und Therapie gastrointestinaler Tumore“.
Mechanismen der Fettresorption beim Frosch. Pfüger’s Archiv 1952; 255: 164-73.
Bewegungsmechanismen der Papilla Vateri. Z gesamte exp Med 1955; 126: 444-9.
Histophysiologische Untersuchungen am Darmepithel während der Verdauung. Gastroenterologia 1957; 88: 133-71.
Die exkretorische Pankreasfunktion im Alter. Klin Wochenschr 1958; 36: 566-9.
Erkrankungen des exkretorischen Pankreas. Fibel für Klinik und Praxis. Stuttgart 1971.
Ausgewählte
Publikationen
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