100 Jahre Kongress - DGVS - page 47

47
Vita
Wissenschaftliche
Schwerpunkte
Entwicklungen der
Gesellschaft während
der Präsidentschaft
Ausgewählte
Publikationen
Ludwig Demling
Erlangen
* 1921 in München, † 1995 in Schlüsselfeld
35. Tagung
Hamburg, 8. – 13. Juni 1980
Ludwig Demling begann seine Ausbildung in der Inneren Medizin bei Norbert Henning an den
Städtischen Krankenanstalten Fürth. Er folgte diesem 1949 an die Medizinische Poliklinik der Uni-
versität Würzburg. 1952 wurde Demling in Würzburg habilitiert, 1954 wechselte er an die Medizi-
nische Universitätsklinik Erlangen, wohin Henning berufen worden war. 1961 übernahm Demling
die Stelle des Chefarztes der Medizinischen Klinik des Städtischen Krankenhauses Bad Canstatt in
Stuttgart. 1966 wurde er Ordinarius für Innere Medizin und Direktor der Medizinischen Klinik der
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen. Die Klinik leitete er bis zu seiner Emeritierung 1986.
Demling setzte die Tradition der „Erlanger Schule“ durch vielfältige experimentelle und klinische
Beiträge fort und profilierte die Klinik zu einem Zentrum der Gastroenterologie, insbesondere der
Endoskopie. Er war aktiv in den internationalen Organisationen der Gastroenterologen, gehörte
1968 zur Schriftleitung der Zeitschrift „Digestion, International Journal of Gastroenterology“ und
begründete 1969 gemeinsam mit Rudolf Ottenjann die Zeitschrift „Endoscopy“. Demling rief 1967
die Deutsche Gesellschaft für Endoskopie (seit 1985 Deutsche Gesellschaft für Endoskopie und
Bildgebende Verfahren, DGE-BV) ins Leben. Von ihm und seinen Schülern gingen in den 1970er
und 1980er Jahren national und international viel beachtete Impulse zur Fortentwicklung endo-
skopischer Methoden und ihrer Verbreitung aus. Das Gleiche gilt für die Ultraschalldiagnostik und
deren Etablierung in der Inneren Medizin.
Demlings wissenschaftliche Arbeit war auf die gastroenterologische Endoskopie konzentriert.
Die Entwicklung einer Thermoleitsonde zur Messung der Magendurchblutung, die endosko-
pische Polypektomie, das Erlanger Papillotom, der Einsatz des Laserlichtes und der Elek-
trohydrothermosonde zur Blutstillung, die therapeutische ERCP zur Konkremententfernung
aus den Gallenwegen, Methoden der Lithotrypsie sowie Beiträge zur Enteroskopie gehen auf
Demling und seine Mitarbeiter zurück. Bei zahlreichen Techniken handelte es sich um Inno-
vationen, die heute weltweit eingesetzt werden. Neben der Endoskopie befasste sich Demling
mit der Wirkung gastrointestinaler Hormone auf den Magen, mit der Pathogenese des Ulcus
sowie mit der gastralen Motilität.
Die 35. Tagung fand auf Initiative Demlings gemeinsam mit dem XI. Internationalen Kongreß
für Gastroenterologie der Association Sociétés Nationales Europénne Méditeranéennes Ga-
stroenterologie (ASNEMGE) statt. Mit Beginn der 1980er Jahre setzte eine erste Phase der
Professionalisierung der DGVS ein. Aus einem „Tagungsverein“ entwickelte sich eine wissen-
schaftliche Fachorganisation.
Der kranke Magen. München-Berlin-Wien 1970.
Hg.: Gastrointestinal Hormones. Internationales Symposium Erlangen, August 1971. Stuttgart 1972.
Mit M. Classen u. P. Frühmorgen. Atlas der Enteroskopie – Endoskopie des Dünndarms und des Dickdarms, retrograde Cholan-
gio-Pankreatikographie. Berlin-Heidelberg 1974.
Operative Endoskopie. Med Welt 1973; 24: 1253-5.
Klinische Gastroenterologie. Stuttgart 1973. – 1984 in 2. Aufl. als zweibändiges Werk erschienen.
1...,37,38,39,40,41,42,43,44,45,46 48,49,50,51,52,53,54,55,56,57,...98
Powered by FlippingBook