100 Jahre Kongress - DGVS - page 49

49
Vita
Wissenschaftliche
Schwerpunkte
Entwicklungen der
Gesellschaft während
der Präsidentschaft
Ausgewählte
Publikationen
Wolfgang Dölle
Tübingen
* 1923 in Berlin, † 2008 in Bonn
37. Tagung
Fellbach bei Stuttgart, 16. – 18. September 1982
Wolfgang Dölle begann seine Ausbildung 1950 im Institut für Pathologie der Universität Tübingen
bei Erich Letterer und Willy Masshoff und wechselte danach in die Medizinische Universitätsklinik
Tübingen zu Hans Hermann Bennhold. 1956 setzte Dölle seine Tätigkeit bei Hans Heinrich Berg,
ab 1960 bei Heinrich Bartelheimer in der Medizinischen Universitätsklinik Hamburg fort. 1958/59
arbeitete er an der Royal Postgraduate School of Medicine am Hammersmith Hospital in London
bei Sheila Sherlock und Stanley Shaldon. Dölle wurde 1963 in Hamburg habilitiert und folgte im
gleichen Jahr seinem Mentor Gustav Adolf Martini als Oberarzt an die Medizinische Universitäts-
klinik Marburg. Von 1972 bis 1992 war Wolfgang Dölle Ordinarius für Innere Medizin und Leiter
der Medizinischen Universitätsklinik I (Gastroenterologie, Hepatologie, Infektionskrankheiten) der
Eberhard-Karls-Universität Tübingen.
1977 wurde ihm der Vorsitz der Kommission für pharmakologisch-therapeutische und preisliche
Transparenz (Transparenzkommission) der Bundesregierung übertragen und von 1982 bis 1993
war Dölle stellvertretender Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft
(AkdÄ). In Anerkennung seiner Verdienste in vielen Bereichen des Arzneimittelwesens wurde ihm
das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Dölles Forschungsgebiet waren die chronischen Lebererkrankungen und ihre Komplikatio-
nen. In London war er an den Arbeiten Shaldons über die Wirkungen des Pitressins auf die
Splanchnicusdurchblutung beteiligt. Gegenstand seiner Habilitationsarbeit war der Säure-
Basen-Stoffwechsel bei der Leberzirrhose. Später beschäftigte er sich mit medikamentös
-toxischen Leberschädigungen. Daneben befasste sich Dölle mit den chronisch entzündlichen
Darmerkrankungen. Er war Mitinitiator und Förderer der ersten europäischen Crohn-Studie
(ECCDS).
Zunehmend interessierten ihn grundsätzliche Aspekte der Arzneimitteltherapie. Der rational
begründete Einsatz von Medikamenten, die genaue Kenntnis ihrer Wirkmechanismen, ihre
tatsächliche Wirksamkeit und ihrer unerwünschten Wirkungen sowie die Etablierung rando-
misierter klinischer Studien waren ihm ein wichtiges Anliegen.
Dölle erwähnte in seiner Eröffnungsrede das Nebeneinander der DGVS und der Deutschen
Gesellschaft für Gastroenterologische Endoskopie und plädierte für eine engere Verbindung
beider Gesellschaften. 1987 wurde die Fusion beider Gesellschaften unter Vermittlung Mein-
hard Classens durch Einführung einer „Sektion Endoskopie“ innerhalb der DGVS vereinbart.
Daneben thematisierte Dölle das Verhältnis zum Arzneimittelmarkt und zur Geräteindustrie,
das er im Sinne einer „kritischen Sympathie“ charakterisierte. Fragen der Weiterbildungska-
taloge stellten ein weiteres Thema dar.
Mit H. Harders. Das Syndrom der „lupoiden Hepatitis“. Gastroenterologia 1963; 100: 220-40.
Rationale Diagnostik bei Leberkrankheiten. Fortschr Med 1978; 96: 729-33.
Leberschädigung durch Arzneimittel. Dtsch Z Verdau Stoffwechselkr 1982; 42: 237-44.
Mit B. Müller-Oerlinghausen und U. Schwabe. Grundlagen der Arzneimitteltherapie. Mannheim 1986.
Quantität und Qualität in der Medizin. Internist 1993; 34: 2-8.
1...,39,40,41,42,43,44,45,46,47,48 50,51,52,53,54,55,56,57,58,59,...98
Powered by FlippingBook