100 Jahre Kongress - DGVS - page 50

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Rudolf Ottenjann
München
* 1926 in Cloppenburg, † 2005 in München
38. Tagung
München, 8. – 10. September 1983
Rudolf Ottenjann absolvierte seit 1951 seine Medizinalassistentenzeit bei Fritz M. Schellong an
der Medizinischen Universitätsklinik in Münster, um danach für vier Jahre eine Ausbildung in der
Lungenheilkunde in Wangen im Allgäu anzuschließen. Von 1957 bis 1959 vervollständigte er seine
Weiterbildung zum Internisten im Pius-Hospital in Oldenburg. Er wandte sich der Gastroente-
rologie zu und war von 1959 bis 1961 bei Norbert Henning in Erlangen tätig und folgte dann
Ludwig Demling als Oberarzt nach Stuttgart-Bad Canstatt. 1966 kehrte Ottenjann gemeinsam mit
Demling nach Erlangen zurück; dieser war als Nachfolger Hennings auf den dortigen Lehrstuhl
für Innere Medizin berufen worden. 1968 habilitiert leitete Ottenjann nach einer Zwischenstati-
on an der Deutschen Klinik für Diagnostik in Wiesbaden von 1971 bis 1991 die I. Medizinische
Klinik (Schwerpunkt Gastroenterologie und Hepatologie) am neu erbauten Städtischen Klinikum
München-Neuperlach.
Ottenjann war 1967 Gründungsmitglied der von Ludwig Demling ins Leben gerufenen Deutschen
Gesellschaft für Endoskopie, die parallel zur ebenfalls 1967 gegründeten Deutschen Gesellschaft
für gastroenterologische Endoskopie entstand. Von 1969 bis 1992 war er in der Schriftleitung von
„Endoscopy“ tätig, zudem war er 1988 Gründer der Zeitschrift „Endoskopie heute“.
Ottenjann beschäftigte sich zunächst mit Fragen der Magensekretion und der Durchblutung
der Magenschleimhaut sowie mit der chronischen Gastritis und der Refluxösophagitis. Zu-
nehmend fokussierte sich sein Interesse auf die endoskopischen Methoden, auf die Möglich-
keiten der Polypektomie im oberen und unteren Gastrointestinaltrakt sowie auf die Technik
der Intestinoskopie. Mit großer Aktivität widmete er sich der Endoskopie des Dickdarms und
gehörte zu den ersten, die für eine lokale endoskopische Therapie des low-risk-T1-Karzinoms
des Kolons plädierten.
In der ersten Hälfte der 1980er Jahre etablierten sich innerhalb der DGVS erste Arbeitsgrup-
pen für spezielle wissenschaftliche Fragestellungen; so wurde während der 38. Tagung aus
der Arbeitsgruppe „Gastrointestinale Motilitätsstörungen“ von Martin Wienbeck berichtet.
Ottenjann hatte als ein Hauptthema „Ballast in der Gastroenterologischen Diagnostik und The-
rapie“ gewählt. Ein weiteres Thema stellte die gastrointestinale Blutung, insbesondere die
Notfall-Endoskopie, dar.
Vita
Wissenschaftliche
Schwerpunkte
Entwicklungen der
Gesellschaft während
der Präsidentschaft
Ausgewählte
Publikationen
Moderne Magendiagnostik. Freiburg 1970.
Mit L. Demling. Endoskopie. Methoden und Ergebnisse. I. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Endoskopie. 3. bis 5. Mai 1967
in Erlangen. München-Gräfeling 1969.
Hg.: Fortschritte der Endoskopie. Band 1 – 5. Stuttgart 1969-74.
Atlas der Kolo – Ileoskopie. Stuttgart 1980.
Mit M. Classen. Gastroenterologische Endoskopie, Lehrbuch und Atlas. Stuttgart 1979.
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