100 Jahre Kongress - DGVS - page 51

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Vita
Wissenschaftliche
Schwerpunkte
Entwicklungen der
Gesellschaft während
der Präsidentschaft
Ausgewählte
Publikationen
Ernst-Otto Riecken
Berlin
* 1932 in Kiel
39. Tagung
Berlin, 4. - 6. Oktober 1984
Ernst-Otto Riecken studierte in Kiel und Freiburg Medizin. Nach Medizinalassistentenzeit und Wei-
terbildung in Hamburg (K. H. Schäfer, Pädiatrie u. H. Bartelheimer, Innere Medizin), Besancon (H.
Roland, Innere Medizin, Centre Hospitalier Universitaire), Tübingen (E. Letterer, Pathologie) und
London (A. G. E. Pearse, Pathobiochemie) erfolgten klinische Ausbildung und Habilitation in Mar-
burg bei G. A. Martini. 1975 wechselte er für ein Jahr als Chefarzt nach Bremen. 1978 wurde er
an das Klinikum Steglitz der Freien Universität Berlin berufen. Neben dem Ausbau der Gastro-
enterologie und der zugehörigen Infektionsstation widmete er sich dort der Neustrukturierung
der Medizinischen Klinik. Als Fachbereichssprecher (Dekan) und später, nach dem Mauerfall, als
Ärztlicher Direktor brachte er sich gestaltend in Ausrichtung und Profilierung des Klinikums ein.
Forschungsschwerpunkte Rieckens und seiner Mitarbeiter waren die Adaptation des Dünn-
darms und die Struktur-Funktionsbeziehungen am gesunden und kranken Gastrointestinal-
trakt, namentlich der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, der einheimischen Sprue,
der intestinalen Lymphome und der gastrointestinalen HIV-Erkrankungen. So konnte die Exi-
stenz einer HIV-Enteropathie durch frühzeitigen T-Zellschwund in der Mucosa belegt wer-
den. Bei der Sprue gelang ihnen die Identifikation des Autoantigens. Frühzeitig konnten sie in
Deutschland die intestinale mukosale Immunologie als wichtiges Gebiet ihrer Arbeit etablie-
ren. Andere Gebiete, wie die neuroendokrinen Tumoren des GI-Trakts und ihre Behandlung
oder die Bindegewebsforschung bei entzündlichen gastrointestinalen Erkrankungen, bilden
inzwischen eigene Zentren.
Zu den universitär berufenen Mitarbeitern gehören Eckhart Hahn, Michael Gregor, Hans-Jörg
Schulzke, Detlef Schuppan, Andreas Stallmach, Bertram Wiedenmann und Martin Zeitz.
In der Gesellschaft sah Riecken sich vor allem durch seine klinisch-experimentelle Arbeit
definiert, die in ihr Forum und wechselseitige Prägung fand. Die 39. Tagung stellte am Ort
ihrer Gründer C. A. Ewald und I. Boas neue Methoden und Techniken in Klinik und Forschung
in ihren Mittelpunkt.
Riecken EO, Stewart JS, Booth CC, Pearse AG. A histochemical study on the role of lysosomal enzymes in idiopathic steatorrhoea
before and during a gluten-free diet. Gut 1966; 7: 317-32.
Riecken EO, Stallmach A, Zeitz M, Schulzke JD, Menge H, Gregor M. Growth and transformation of the small intestinal mucosa-
-importance of connective tissue, gut associated lymphoid tissue and gastrointestinal regulatory peptides. Gut 1989; 30: 1630-40.
Ullrich R, Zeitz M, Heise W, L’Age M, Hoffken G, Riecken EO. Small intestinal structure and function in patients infected with hu-
man immunodeficiency virus (HIV): evidence for HIV-induced enteropathy. Ann Intern Med 1989; 111: 15-21.
Dieterich W, Ehnis T, Bauer M, Donner P, Volta U, Riecken EO, et al. Identification of tissue transglutaminase as the autoantigen
of celiac disease. Nature medicine 1997; 3: 797-801.
Daum S, Ullrich R, Heise W, Dederke B, Foss HD, Stein H, Thiel E, Zeitz M, Riecken EO. Intestinal non-Hodgkin’s lymphoma: a
multicenter prospective clinical study from the German Study Group on Intestinal non-Hodgkin’s Lymphoma. Journal of clinical
oncology : official journal of the American Society of Clinical Oncology 2003; 21: 2740-6.
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