100 Jahre Kongress - DGVS - page 52

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Wolfgang Gerok
Freiburg
* 1926 in Tübingen
40. Tagung
Freiburg, 19. – 21. September 1985
Wolfgang Gerok studierte von 1944 bis 1950 mit Unterbrechung durch Militärdienst und Kriegs-
gefangenschaft Medizin in Freiburg und Tübingen. 1950 erfolgten Staatsexamen und Promotion.
Danach erhielt er zunächst eine Ausbildung auf dem Gebiet der Biochemie am Physiologisch-
Chemischen Institut der Universität Tübingen unter der Anleitung von Adolf Butenandt (Nobelpreis
für Chemie 1939) und am Pathologischen Institut der Universität Tübingen (unter Erich Letterer).
Nach einem Forschungsaufenthalt am Universitätsspital Zürich begann er 1954 seine internisti-
sche Weiterbildung an der Medizinischen Universitätsklinik Marburg (bei Hans Erhard Bock). Nach
seiner Anerkennung als Internist und der Habilitation an der Medizinischen Fakultät Marburg
wechselte Wolfgang Gerok 1962 mit H. E. Bock an die Universität Tübingen. Es folgte 1964 eine
Tätigkeit als Oberarzt an der II. Medizinischen Universitätsklinik in Mainz (bei Paul Schölmerich).
1968 wurde Gerok auf die Professur für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie, He-
patologie und Stoffwechselkrankheiten an die Universität Freiburg berufen. Gemeinsammit Georg
W. Löhr wurde er zum Ärztlichen Direktor der Medizinischen Universitätsklink Freiburg ernannt.
Wolfgang Gerok hat das Verständnis der Pathobiochemie von Leberkrankheiten wesentlich
erweitert und sich mit seiner Arbeitsgruppe insbesondere mit der Rolle des Aminosäuren-
und Proteinstoffwechsels, der Gallesekretion und Cholestase und den Glykoproteinen von
Biomembranen der Leberzellen beschäftigt. An den grundlegenden Entdeckungen waren
zahlreiche Mitarbeiter der Freiburger Klinik und der Biochemischen Institute der Universität
Freiburg (Arbeitsgruppen von Karl Decker und Gerhard Kurz) wesentlich, oft entscheidend,
beteiligt.
In die Zeit der Präsidentschaft von Wolfgang Gerok fällt eine zunehmende Grundlagenorien-
tierung der gastroenterologischen und hepatologischen Forschung. Das Kongressprogramm
zeigt eine verstärkte Anwendung molekular- und zellbiologischer Methoden, die zu einem
erweiterten Verständnis der Pathogenese von Leber- und gastrointestinalen Erkrankungen
geführt hat. Aus diesen Grundlagen eröffneten sich neue Aspekte der Pathogenese, z.B. bei
der Cholestase (Identifikation der Transportproteine für Gallensäuren), der Leberregeneration
(Stammzellen- und Wachstumsfaktoren) und der Molekularen Pathogenese von Stoffwech-
selerkrankungen (wie z.B. Hämochromatose, Morbus Wilson, Alpha-1-Antitrypsinmangel und
Morbus Gaucher).
Vita
Wissenschaftliche
Schwerpunkte
Entwicklungen der
Gesellschaft während
der Präsidentschaft
Ausgewählte
Publikationen
Schimassek H, Gerok W: Control of the levels of free amino acids in plasma by the liver. Biochem Z 1965; 343: 407-15.
Häussinger D, Siess D, Gerok W, Functional hepatocyte heterogeneity in ammonia metabolism. J Hepatol 1984; 1: 3-14.
Matern H, Matern S, Gerok W, Formation of bile glucosides by a sugar nucleotide-independent glucosyltransferase isolated from
human liver microsomes. Proc Natl Acad Sci USA (PNAS) 1984; 81: 7036-40.
Fricker G, Schneider S, Gerok W, Kurz G, Identification of different transportsystems for bile acids in sinusoidal and canalicular
membrans of hepatocytes. Biol Chem Hoppe-Seyler 1987; 368: 1143-50.
Gross V, Steube K, Tran-Thi T, Häussinger D, Legler G, Decker K, Heinrich PC, Gerok W: The role on N-glycosylation for the plasma
clearance of rat liver secretory glycoproteins. Eur J Biochem 1987; 162: 83-8.
1...,42,43,44,45,46,47,48,49,50,51 53,54,55,56,57,58,59,60,61,62,...98
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