100 Jahre Kongress - DGVS - page 56

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Christian Herfarth
Heidelberg
* 1933 in Breslau
43. Tagung
Heidelberg, 21. – 24. September 1988
Christian Herfarth war seit 1958 im Institut für Pathologie der Universität Heidelberg bei Edmund
Randerath und Adalbert Bohle tätig. 1960 wechselte er an die Chirurgische Universitätsklinik der
Philipps-Universität Marburg. 1966 habilitiert folgte Herfarth seinem Mentor Max Schwaiger 1968
als Oberarzt an die Chirurgische Universitätsklinik nach Freiburg. Auslandsaufenthalte führten
ihn zu Philip Sandblom nach Lund sowie zu Thomas Starzl nach Denver. 1973 wurde Christian
Herfarth als Lehrstuhlinhaber und Direktor der Klinik für Allgemeinchirurgie an die neu gegrün-
dete Universität Ulm berufen. 1981 übernahm er das Ordinariat für Chirurgie an der Ruprecht-
Karls-Universität Heidelberg. Die Heidelberger Chirurgische Klinik prägte er bis zu seiner Eme-
ritierung 2001. Er organisierte Forschergruppen und Research-Fellowship-Programme und trug
wesentlich zur Etablierung einer Professur für Onkologische Chirurgie bei. Er kooperierte mit den
Grundlagenwissenschaftlern des Deutschen Krebsforschungszentrums, baute das Tumorzen-
trum Heidelberg/Mannheim aus und ermöglichte gemeinsam mit seinen Mitarbeitern 1987 den
wissenschaftlich fundierten Beginn der Lebertransplantation.
Herfarth genießt hohes nationales und internationales Ansehen. Er war Präsident der Deutschen
Krebsgesellschaft, der European Conference on Clinical Oncology und der Deutschen Gesellschaft
für Chirurgie und ist Ehrenmitglied u. a. der amerikanischen Gesellschaft für Chirurgie. Herfarth
engagierte sich in der DFG als Senator und als Mitglied der Kommission „Klinische Forschung“. Er
wurde vielfach geehrt, so 2003 mit der Johann-Georg-Zimmermann-Medaille für seine Verdienste
in der onkologischen Chirurgie und 2005 mit der Ernst-Jung-Medaille.
In seiner Habilitationsarbeit befasste sich Herfarth experimentell mit Enzymveränderungen
der Leber nach Traumata und bei Hypothermie. In der klinisch-wissenschaftlichen Arbeit
konzentrierte er sich auf die onkologische Chirurgie bei Kolon-, Rektum- und Magenkarzi-
nomen sowie auf die chirurgischen Verfahren bei Lebermetastasen. Einen zweiten Schwer-
punkt bildete die chirurgische Therapie des Morbus Crohn und der Colitis ulcerosa, bei dieser
insbesondere die ileo-anale Pouchchirurgie. Die Lebertransplantation sowie Leberresekti-
onsverfahren stellten den weiteren Arbeitsschwerpunkt Herfarths und seiner Mitarbeiter in
Heidelberg dar.
Herfarth bezeichnete in seiner Eröffnungsrede die „interdisziplinäre klinische und For-
schungsarbeit als Grundidee“ der Fachgesellschaft, stellte sie explizit in die Tradition der
DGVS und sah darin gleichzeitig die Widerspiegelung moderner Forschungsorganisation.
Vita
Wissenschaftliche
Schwerpunkte
Entwicklungen der
Gesellschaft während
der Präsidentschaft
Ausgewählte
Publikationen
Herfarth C, M Betzler (Hg.). Kolonkarzinom. Bern 1979.
Herfarth C, Schlag P, Hohenberger P. Therapeutic strategies in primary and metastatic liver cancer. Recent Results in Cancer
Research. Berlin – Heidelberg - New York 1986.
Herfarth C, Schlag P. Richtlinien zur operativen Therapie maligner Tumoren. Gräfelfing 1988.
Ewe K, Herfarth C, Malchow H, Jesdinsky H J. Postoperative recurrence of Crohn’s disease in relation to radicality of operation
and sulfasalazine prophylaxis: a multicenter trial. Digestion 1989; 42: 224-32.
Herfarth C, Stern J. Colitis ulcerosa – Adenomatosis coli. Funktionserhaltende Therapie. Berlin –Heidelberg - New York 1990.
1...,46,47,48,49,50,51,52,53,54,55 57,58,59,60,61,62,63,64,65,66,...98
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