100 Jahre Kongress - DGVS - page 58

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Harald Goebell
Essen
* 1933 in Korbach
45. Tagung
Essen, 3. – 6. Oktober 1990
Vita
Wissenschaftliche
Schwerpunkte
Entwicklungen der
Gesellschaft während
der Präsidentschaft
Ausgewählte
Publikationen
Harald Goebell war nach seiner Promotion mit einer experimentellen Arbeit bei Theodor Bücher
als DFG-Stipendiat von 1961 bis 1963 im Marburger Institut für Biochemie tätig. Seine Ausbildung
zum Internisten erhielt er in der Medizinischen Klinik der Philipps-Universität Marburg bei Gustav
Adolf Martini. Dort wurde er 1970 habilitiert. Gemeinsam mit Christian Bode erhielt er 1970 den
Heinrich-Wieland-Preis sowie 1971 den Homburg-Preis. 1971 wurde Goebell als Leiter der Sekti-
on Gastroenterologie an die Universität Ulm berufen. 1975 wurde er Lehrstuhlinhaber für Innere
Medizin und Direktor der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie der Universität Essen. Die
Klinik leitete Goebell 23 Jahre bis zu seiner Emeritierung 1998.
Er wirkte langjährig als Vorsitzender des Ausschusses Praktische Medizin bei der DFG. Von 1995
bis 1998 war er Mitglied imWissenschaftsrat der BRD und dessen Medizinausschuss. Goebell war
1981 Präsident des European Pancreatic Club und von 1995 bis 1998 Chairman der International
Organization for the Study of Inflammatory Bowel Disease (IOIBD). Er ist Ehrenmitglied der DGVS
und der französischen Gesellschaft für Gastroenterologie.
Die Sekretion des Pankreas und deren Regulation durch Hormone stand im Mittelpunkt der
Forschungsarbeit Goebells. Er befasste sich mit der Pathophysiologie und der Klassifikati-
on der Pankreaserkrankungen. Probleme der toxischen Pankreasschädigung waren ebenso
Untersuchungsgegenstand wie die Fragen nach einer gesicherten Therapie der akuten und
chronischen Pankreatitis. Einen zweiten Forschungsgegenstand bildeten epidemiologische
und therapeutische Aspekte der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.
Die Präsidentschaft war durch die Wiedervereinigung Deutschlands geprägt, die am 3. Ok-
tober 1990, dem Tag der Kongresseröffnung, vollzogen wurde. In diesem Kontext ergaben
sich kurzfristig vielfältige neue Aufgaben hinsichtlich Programmplanung, Organisation und
Finanzierung. Zentral war die Frage der zukünftigen Struktur der DGVS. Goebell kam dabei
eine entscheidende Mittlerfunktion zu. Im April 1990 fand in Halle ein wegweisendes Treffen
der Vorstände der DGVS und der Gesellschaft für Gastroenterologie der DDR unter der Lei-
tung von Harald Goebell und Rüdiger Nilius statt, bei dem der Vorstand der DDR-Gesellschaft
deren Auflösung und die Integration in die DGVS anbot. Goebell lud alle Mitglieder nach Essen
ein. So konnten viele Kolleginnen und Kollegen aus der DDR zur 45. Tagung in Essen herzlich
empfangen werden und so wurde diese Tagung der erste gemeinsame Kongress nach dem
13. August 1961.
Goebell H, Klingenberg M. DPN-specific isocitrate dehydrogenase of mitochondria. I. Kinetic properties, occurence and function
of DPN-specific isocitrate dehydrogenase. Biochem Z 1964; 340: 441-64.
Goebell H, Steffen C, Bode C, Hupe K. Pancreozymin stimulation of calcium elimination in pancreatic juice in dogs. Klin Wochen-
schr 1970; 48: 755-57.
Goebell, H. (Hg.), Gastroenterologie, München 1992. Band 1, A Grundlagen, B Diagnostische und therapeutische Verfahren. Band 2,
Krankheitsbilder, Beziehungen zwischen Magen – Darmerkrankungen und anderen Organsystemen. München 1992.
Goebell H. et al. A prospective analysis of the incidence and prevalence of Crohn’s disease in an urban population in Germany.
Eur J Gastroenterol Hepatol 1994; 6: 1039-45.
Goebell H., Amman R., Creutzfeldt W. History of the European Pancreatic Club. The first 40 years 1965 – 2005. Pancreatology
2005; 5 Suppl 1: 1-34.
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