100 Jahre Kongress - DGVS - page 60

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Gustav Paumgartner
München
* 1933, Neumarkt/Steiermark, Österreich
47. Tagung
München, 07. - 10. Oktober 1992
Gustav Paumgartner studierte Humanmedizin in Princeton, Graz und Wien, wo er 1960 promovier-
te. Nach einer zweijährigen Tätigkeit am Pharmakologischen Institut der Universität Wien war er
Assistenzarzt an der II. Medizinischen Universitätsklinik Wien. 1965 bis 1966 war er Fellow in Me-
dicine im Department of Medicine des New Jersey College of Medicine and Consulting Physician
am Jersey City Medical Center, NJ, USA. Danach war er wieder an der II. Medizinischen Universi-
tätsklinik Wien tätig. Von dort ging er an das Institut für Klinische Pharmakologie der Universität
Bern, wo er sich habilitierte und zum vollamtlichen Extraordinarius sowie zum Vizedirektor des
Institutes ernannt wurde. 1979 wurde er als ordentlicher Professor für Innere Medizin an die
Ludwig-Maximilians-Universität nach München berufen und zum Direktor der Medizinischen Kli-
nik II am Universitätsklinikum Großhadern ernannt.
Nach seiner Emeritierung 1999 leitete er bis 2010 die Ethikkommission der Medizinischen Fa-
kultät der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2013 wurde er zum Gastprofessor an der
Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie der Medizinischen Universität Wien
ernannt.
Der wichtigste wissenschaftliche Schwerpunkt von Gustav Paumgartner liegt auf dem Gebiet
der Gallensekretion, des Gallensäurenstoffwechsels und der Cholestase. Er zeigte erstmals,
dass die Aufnahme von Gallensäuren in die Leber über einen natriumabhängigen Transport
erfolgt und beschrieb die Wirkungsmechanismen der Ursodesoxycholsäure bei chronisch
cholestatischen Leberkrankheiten. Der zweite Arbeitsschwerpunkt betraf die Pathogenese
und Therapie der Cholelithiasis. Gustav Paumgartner führte die extrakorporale Stosswellen-
lithotripsie zur Behandlung der Cholelithiasis in die Therapie ein und kombinierte sie mit der
Litholyse mittels Ursodesoxycholsäure. Ein dritter Schwerpunkt war die portale Hypertension
bei Leberzirrhose und die Behandlung der Ösophagusvarizenblutung.
Gustav Paumgartner repräsentierte in der Gesellschaft den „Clinical Scientist“ und förderte
eine enge Verbindung von Grundlagenforschung und klinischer Praxis. Hauptthemen des Kon-
gresses waren u.a. Erkrankungen des hepatobiliären Systems und die Cholelithiasis.
Vita
Wissenschaftliche
Schwerpunkte
Entwicklungen der
Gesellschaft während
der Präsidentschaft
Ausgewählte
Publikationen
Reichen J, Paumgartner G. Uptake of bile acids by perfused rat liver. Am J Physiol 1976; 231: 734-42.
Sauerbruch T, Delius M, Paumgartner G, Holl J, Wess O, Weber W, Hepp W, Brendel W. Fragmentation of gallstones by extracor-
poreal shock waves. N Engl J Med 1986; 314: 818-22.
Sauerbruch T, Wotzka R, Kopcke W, Harlin M, Heldwein W, Bayerdorffer E, Sander R, Ansari H, Starz I, Paumgartner G. Prophy-
lactic sclerotherapy before the first episode of variceal hemorrhage in patients with cirrhosis. N Engl J Med 1988; 319: 8-15.
Beuers U, Spengler U, Kruis W, Aydemir U, Wiebecke B, Heldwein W, Weinzierl M, Pape G R, Sauerbruch T, Paumgartner G.
Ursodeoxycholic acid for treatment of primary sclerosing cholangitis: a placebo-controlled trial. Hepatology 1992;16: 707-14.
Beuers U, Bilzer M, Chittattu A, Kullak-Ublick GA, Keppler D, Paumgartner G, Dombrowski F. Tauroursodeoxycholic acid inserts
the apical conjugate export pump, Mrp2, into canalicular membranes and stimulates organic anion secretion by protein kinase
C-dependent mechanisms in cholestatic rat liver. Hepatology 2001; 33: 1206-16.
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