100 Jahre Kongress - DGVS - page 62

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Von 1984 bis 1991 war Caspary als Nachfolger von Meinhard Classen Schriftführer der DGVS
und damit wichtiger Ansprechpartner aller Präsidenten dieser Zeit. Sehr viel profitierte Cas-
pary damals von der großen Erfahrung des langjährigen Schatzmeisters Harald Henning.
Große Bedeutung hatten in dieser Zeit die Forschungsstipendien – 3, 6 und 12 Monate – der Fa.
Asche, die von den wissenschaftlich ambitionierten Gastroenterologen heiß begehrt waren.
Viele dieser Stipendiaten haben heute noch gastroenterologische Lehrstühle inne. Im Rahmen
der Wiedervereinigung fuhr Caspary mit dem damaligen Präsidenten Harald Goebell nach
Halle, um mit den dortigen Gastroenterologen Gespräche zu führen, die dazu beitrugen, dass
sie sich der DGVS anschlossen. So kamen sehr viele zur 45. Jahrestagung 1990 nach Essen.
Später war Caspary wesentlich an der Gründung der Mitteldeutschen Gesellschaft für Gastro-
enterologie beteiligt.
Im wissenschaftlichen Teil seines Kongresses 1993 in Frankfurt gab Caspary molekularbio-
logischen Themen einen wichtigen Platz. In Frankfurt wurde 1993 der erste Postgraduierten-
kurs der DGVS durchgeführt, der bis heute einen festen Platz bei jedem DGVS-Kongress hat.
Caspary ist noch heute stolz darauf, dass der gesamte Kongress 1993 ohne Vor- oder Neben-
symposien der Industrie durchgeführt werden konnte.
Da Caspary schon frühzeitig die Fallpauschalenumstellung in der Krankenhausfinanzierung
kommen sah, ließ er den Hauptvortrag in der Messe Frankfurt den damals führenden Kran-
kenhausökonomen, Prof. Günter Neubauer, halten, damit die Gastroenterologen frühzeitig
erfahren sollten, was sie in kommenden Jahren erwarten würde. Später war die Kodierung
ein Zentralpunkt bei der Kommission für Berufsfragen und mündete in den heute noch exi-
stierenden Kodierleitfaden. Caspary initiierte 1996 in Frankfurt die Erstellung der ersten
deutschen Konsensus-Leitlinie der DGVS über die Diagnostik und Therapie der Helicobacter
pylori-Infektion, die nach 13 Jahren 2009 durch eine umfangreichere klassische S3-Leitlinie
ersetzt wurde.
Caspary war von 1991 als Nachfolger Georg Strohmeyers bis 2004 Herausgeber der Zeit-
schrift für Gastroenterologie, zunächst in Zusammenarbeit mit dem Demeter Verlag, später
mit dem Georg Thieme Verlag. Besonderen Wert legte er darauf, dass gute Originalarbeiten in
der ZfG publiziert werden. Nach 13 Jahren übergab er dieses Amt an Guido Adler.
Ausgewählte
Publikationen
Caspary WF: Sucrose malabsorption in man after ingestion of alpha-glucosidase inhibitor. Lancet 1978; 1 (8076): 1231-3.
Caspary WF, Kalisch H: Effect of alpha-glucosidase inhibition on intestinal absorption of sucrose, water and sodium in man. Gut
1979; 20: 750-5.
Caspary WF, Arnold R, Bayerdörffer E et al. Diagnostik und Therapie der Helicobacter pylori-Infektion. Leitlinie der Deutschen
Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten. Z Gastroenterol 1996; 34: 392-401.
Caspary WF, Frühmorgen P, Rosien U el al, Kodierleitfaden Gastroenterologie – Ein Leitfaden für die Praxis. Z Gastroenterol
2003; 41: 207-23.
Caspary WF, Mössner J, Stein J: Therapie gastroenterologischer Krankheiten. Heidelberg, 2005.
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