100 Jahre Kongress - DGVS - page 68

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Joachim Mössner
Leipzig
* 1950 in Würzburg
54. Tagung
Leipzig, 22. – 25. September 1999
Joachim Mössner studierte Medizin in Würzburg und promovierte in der Biochemie bei Ludwig
Heilmeyer jun. zum Thema „Adrenalin und positive Inotropie“. Nach Approbation und Medizinalas-
sistentenzeit war er wissenschaftlicher Assistent an der Medizinischen Universitäts-Poliklinik
Würzburg. Klinische Lehrer waren Hans Franke und Klaus Wilms. Von 1983 bis 1985 forschte er
als Stipendiat der DFG am Department of Physiology der University of California in San Francisco
bei John A. Williams. Zurück in Würzburg habilitierte er sich 1987 mit dem Thema „Endokrine‑exo-
krine Funktionsachse“. Von 1986 bis 1993 leitete er den Funktionsbereich Gastroenterologie an
der Medizinischen Universitäts-Poliklinik. 1993 wurde er auf eine C4‑Professur für Innere Medizin
und Gastroenterologie am Universitätsklinikum Leipzig berufen. Von 1997 bis 2002 war er Dekan.
Er war 2002 Präsident der Mitteldeutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, 2007 bis 2011
der Sächsischen Gesellschaft für Innere Medizin und 2011 bis 2012 der Deutschen Gesellschaft
für Innere Medizin. Als Auszeichnungen erhielt er 1985 den Konstanzer Medizinischen Förder-
preis, 1988 den Martin-Gülzow-Preis für klinische Gastroenterologie der DGVS. Er ist Mitglied
der Deutschen Nationalakademie der Wissenschaften, Leopoldina, der Sächsischen Akademie
der Wissenschaften zu Leipzig, Ehrenmitglied der polnischen und tschechischen Gesellschaft für
Gastroenterologie sowie Honorary Fellow of the American College of Physicians. Mössner ist im
Herausgeberboard zahlreicher Zeitschriften und war Mitglied des Fachkollegiums „Genetische,
metabolische und regulatorische Basis von Krankheiten und Public Health“ der DFG.
Sein Interesse gilt der Physiologie und Pathophysiologie des exokrinen Pankreas. Er unter-
suchte Fragen zur Rolle von Steroiden, Prostaglandinen und unterschiedlicher lipophiler Sub-
stanzen hinsichtlich Regulation und Integrität zellulärer Funktionen der Azinuszellen. Der jet-
zige Schwerpunkt liegt in der Aufklärung genetischer Risikokonstellationen und ihrer zellbio-
logischen Auswirkungen in der Pathogenese der Pankreatitis. Seine klinischen Forschungs-
schwerpunkte beschäftigen sich mit der Diagnose und Therapie der chronischen Pankreatitis
und des Gallengangkarzinoms.
Er trug wesentlich dazu bei, das Konzept der Viszeralmedizin zu fördern. Dies führte u.a.
dazu, dass die Viszeralchirurgen und Gastroenterologen ihre wissenschaftliche Jahresta-
gung gemeinsam veranstalten.
Vita
Wissenschaftliche
Schwerpunkte
Entwicklungen der
Gesellschaft während
der Präsidentschaft
Ausgewählte
Publikationen
Mössner J, Logsdon CD, Potau N, Williams JA, Goldfine ID: Effect of intracellular calcium on insulin‑ like growth factor II inter-
nalization into pancreatic acini: roles of insulin and cholecystokinin. J Biol Chem 1984; 259: 12350‑6.
Kimura W, Meyer F, Hess D, Kirchner T, Fischbach W, Mössner J.: Comparison of different treatment modalities in experimental
pancreatitis: Inhibition of proteases, inhibition of lipase, albumin. Gastroenterology 1992; 103: 1916‑24.
Rosendahl J, Witt H et al und Mössner J, Teich N., Sahin-Tóth M: Chymotrypsin C (CTRC) alterations that diminish activity or
secretion are associated with chronic pancreatitis. Nat Genet 2008; 40: 78-82.
Erkrankungen des exkretorischen Pankreas. Neuauflage des zuletzt 1975 von Martin Gülzow herausgegebenen Buches. Hg:
Mössner J, Adler G, Fölsch U, Singer MV, Jena 1995.
Gastroenterologie. Das Referenzwerk für Klinik und Praxis. Band 1: Intestinum. Band 2: Leber, Galle, Pankreas. Hg: Riemann JF,
Fischbach W, Galle PR, Mössner J, Stuttgart, New York 2007.
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