100 Jahre Kongress - DGVS - page 8

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gresse und eine eigene Fachgesellschaft. Mit der 45. Tagung der DGVS in Essen wurde
am
3. Oktober 1990
parallel zur Wiedervereinigung Deutschlands die gemeinsame Kon-
gresstradition wieder ermöglicht.
Die Gesellschaft für gastroenterologische Endoskopie tagte seit ihrem Gründungsjahr
1967 getrennt vom DGVS-Kongress. Seit 1989 ist sie als Sektion Endoskopie wesentli-
cher Bestandteil der DGVS und der gemeinsamen Tagungen. Ab 1971 wurden jährliche
DGVS-Kongresse eingeführt, zudem wurde erstmals ein Programmkomitee etabliert, das
den Vorsitzenden unterstützt und seither die Auswahl der Freien Vorträge und Posterprä-
sentationen vornimmt.
Noch in den 1980er Jahren wurden die Tagungen mit relativ bescheidenen und einfa-
chen Mitteln – häufig an der Universität des jeweiligen Vorsitzenden – realisiert. Die ra-
sche Zunahme der Mitglieder der Gesellschaft und der Kongressteilnehmer, neue For-
schungsansätze sowie die Vielzahl fachlicher und gesundheitspolitischer Fragen stellten
in den letzten 25 Jahren zunehmende Anforderungen an die inhaltliche Organisation,
die professionelle Gestaltung und auch an den Ausrichtungsort. Der Blick zurück auf die
Kongresspräsidenten und die Jahrestagungen zeigt den enormen Fortschritt und dessen
Dynamik seit der ersten Tagung 1914.
Die jeweiligen Vorsitzenden repräsentierten die Fachgesellschaft und spiegeln zugleich
gänzlich unterschiedliche Generationen wider, die vor allem zwischen 1914 und 1945
mehrfache Systemwechsel erlebten. Die biographischen Skizzen der Vorsitzenden sind
weit von einer Gesamtschau entfernt und können allenfalls Schlaglichter auf ihre Prä-
gung, ihre wissenschaftliche Arbeit und ihre Aktivitäten in der Fachgesellschaft werfen.
Der Rückblick ist Erinnerung an zum Teil nahezu vergessene Kollegen wie auch an inter-
national bekannte Forscher und Kliniker. Andererseits verdeutlicht er das weite fachliche
Spektrum, für das unsere Repräsentanten standen, und dass heute als selbstverständ-
lich erscheinende Vorgehensweisen und medizinische Fakten auf der Kreativität und den
Ideen früherer Gastroenterologen basieren.
Es sei erwähnt, dass wir uns an einem vorher definierten Format mit begrenztem Um-
fang orientiert haben und dass lediglich Ismar Boas und dem Beginn der Tagungen 1914,
dem Vorstand 1933 und dem Neuanfang 1950 sowie den langjährigen Schriftführern ein
größerer Raum eingeräumt werden konnte. Die Skizzen über die verstorbenen Vorsitzen-
den wurden von uns erstellt. Für die Kurzbiographien der lebenden Präsidenten haben
wir sehr viel Hilfe und Informationen von den Dargestellten erhalten.
Unser Ziel war es, die Erinnerung an die Männer (bisher hat noch keine Frau die DGVS
geführt), die unsere Fachgesellschaft in 100 Jahren geprägt und geleitet haben, wach zu
halten und ihnen auf diese Weise für ihr großes Engagement um die DGVS zu danken.
Mögen sie nachfolgenden Generationen von Gastroenterologen ein Vorbild sein.
Harro Jenss Markus M. Lerch
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