NASH: Gewichtsreduktion führt zu Verbesserung der Leberhistologie

Für Patienten mit NASH gibt es bisher keine gesicherte pharmakologische Therapie, um die histologischen Veränderungen der Leber zu bessern oder zu stabilisieren. In einer Reihe von nicht kontrollierten Studien gab es Hinweise darauf, dass mittels Gewichtsreduktion positive Effekte erzielt werden können. Eine US-amerikanische Arbeitsgruppe untersuchte in einer kontrollierten, randomisierten Studie die Auswirkungen von Lifestyle-Änderungen auf die Histologie der Leber bei übergewichtigen oder adipösen Patienten mit NASH.
Hepatology 2010; 51: 121–129.

Promrat et al. führten zwischen Januar 2005 und Februar 2007 ein Screening bei insgesamt 65 Patienten mit erhöhten Serumwerten für ALT oder AST und einem Body-Mass-Index zwischen 25 und 40 kg/m2 durch. Dabei durfte kein Anhalt für eine Lebererkrankung außer einer NASH vorliegen. Es wurde bei den Patienten eine Leberbiopsie vorgenommen und Patienten, bei denen histologisch eine NASH diagnostiziert wurde, wurden in die Studie aufgenommen. Die Studiengruppe bestand schließlich aus 31 Patienten; davon waren 71 % männlich, das durchschnittliche Alter lag bei 48 Jahren, der mittlere Body-Mass-Index bei 34 kg/m2.

Es erfolgte eine Randomisierung der Patienten in eine Gruppe, in der Lifestyle-Modifikationen unter engmaschiger Betreuung durchgeführt wurden (21 Patienten), und in eine Kontrollgruppe (10 Patienten). Die Patienten in der Lifestyle-Interventionsgruppe wurden zunächst wöchentlich in kleinen Gruppen angeleitet, eine auf ihr Ausgangsgewicht abgestimmte Diät einzuhalten und zu moderater körperlicher Aktivität ermuntert.

Es wurde angestrebt, innerhalb der ersten 6 Monate einen Gewichtsverlust von 7–10 % des Ausgangsgewichts zu erreichen und dieses Gewicht nachfolgend zu halten. Die Patienten der Kontrollgruppe wurden über die Erkrankung NASH aufgeklärt und über die wahrscheinlich positiven Auswirkungen einer Körpergewichtsreduktion informiert. Die Prinzipien der gesunden Ernährung, körperlichen Aktivität und Gewichtskontrolle wurden ihnen erläutert. In der Lifestyle-Interventionsgruppe verloren die Patienten durchschnittlich 9,3 % ihres Körpergewichtes, in der Kontrollgruppe 0,2 %.

Besserung des NASH Activity Score
Nach 48 Wochen wurde bei den Patienten beider Gruppen eine erneute Leberbiopsie durchgeführt; dies konnte bei 28 Patienten erfolgen. 72 % der Patienten aus der Lifestyle-Interventionsgruppe wiesen in der Kontrollbiopsie einen NAS (NASH Activity Score) von = 2 auf und erreichten damit definitionsgemäß nicht mehr das histologische Diagnosekriterium für eine NASH oder hatten einen um mindestens 3 Punkte reduzierten NAS. In der Kontrollgruppe war dies nur bei 30 % der Patienten der Fall.
Die Besserung des NAS wurde dabei über eine Reduktion der Steatose, Inflammation und Leberzellballonierung erreicht, nicht aber über eine Reduktion der Fibrose. Die Autoren erwägen, dass für eine Besserung der Fibrose möglicherweise der Beobachtungszeitraum zu kurz war.

Fazit
Bei übergewichtigen oder adipösen Patienten mit einer NASH kann über Lifestyle- Modifikationen eine Gewichtsreduktion von 7–10 % des Körpergewichtes erzielt und dadurch der histologische Schweregrad der NASH gebessert werden. Hiermit steht nun eine validierte, attraktive Therapiemöglichkeit für Patienten mit NASH zur Verfügung, so die Autoren.

 

Zusammengefasst von Dr. Katharina Franke, Darmstadt in der Zeitschrift für Gastroenterologie
Mai 2010