Pankreaskarzinom: Risiko mit Blutgruppe assoziiert
|
Das Risiko, an einem Pankreaskarzinom zu erkranken, ist signifikant mit dem Genotyp im AB0-Blutgruppensystem assoziiert. Zu diesem Ergebnis kommt eine interdisziplinäre multinationale Arbeitsgruppe unter Federführung von B. M. Wolpin. In der Vergangenheit konnte eine Fall-Kontroll-Studie einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen Einzelnukleotidpolymorphismen des AB0-Genlokus und dem Pankreaskarzinomrisiko zeigen, wobei die Grundlage dieser Korrelation und das eigentliche Risiko unbekannt blieben. Für die vorliegende Arbeit griffen die Autoren auf Teilnehmer von 12 prospektiven Kohortenstudien zurück. Die Fälle bildeten Patienten, die im Beobachtungszeitraum an einem Pankreaskarzinom erkrankten; ihnen stellten die Autoren aus der entsprechenden Kohorte jeweils eine angepasste Kontrolle ohne einen solchen Tumor gegenüber. Bereits eingangs waren bei den Teilnehmern die Genotypen der Blutgruppen (00, A0, AA, AB, B0 und BB) bestimmt und die entsprechenden serologischen Blutgruppen (0, A, AB und B) daraus abgeleitet worden. Diese Daten korrelierten die Autoren mit dem Risiko für ein Pankreaskarzinom. Jedes nicht-0-Allel erhöhte das Pankreaskarzinomrisiko | Die Inzidenzen des Tumors betrugen, jeweils auf 100 000 Personen berechnet, für die Blutgruppen 0, A, AB und B 28,9; 39,9; 41,8 und 44,5. Im Hinblick auf den Genotyp erhöhte jedes nicht-0-Allel das Pankreaskarzinomrisiko. Verglichen mit dem Genotyp 00 betrugen die Odds Ratios bei den Typen A0 und AA 1,33 und 1,61, bei den Typen B0 und BB 1,45 und 2,42. Basierend auf diesen Daten waren in der europäischstämmigen Studienpopulation 19,5 % aller Pankreaskarzinome der Vererbung einer nicht-0-Blutgruppe zuzuschreiben. In Kombination mit Rauchen, Übergewicht oder Diabetes waren nicht-0-Blutgruppen gegenüber Blutgruppe 0 ohne diese Faktoren mit einer Odds Ratio von 2,68; 1,66 und 2,29 assoziiert. Fazit
Zusammengefasst von |