Aktuelle Ehrungen und Preisträger

Im Rahmen der Viszeralmedizin 2018 vom 12. – 15. September im ICM München wurden die diesjährigen Ehren- und Förderpreisträger der DGVS geehrt. Wir gratulieren allen Preisträgern und Ehrenpreisträgern recht herzlich zu dieser Auszeichnung ihren herausragenden Arbeiten!

Ebenfalls einen hervorragenden Erfolg können alle Abstractpreisträger der Viszeralmedizin verbuchen! Diese finden Sie auf der Kongresswebsite.

Zu den Abstractpreisträgern

Ismar Boas-Medaille

Die Ismar Boas-Medaille wird in diesem Jahr an Professor Emeran A. Mayer, Los Angeles, USA, verliehen. Die Fachgesellschaft würdigt damit seine wegweisenden Untersuchungen der Interaktion zwischen Gehirn und Gastrointestinaltrakt bei Gesundheit und chronischer gastrointestinaler Erkrankung. Ein Schwerpunkt liegt auf zerebralen Mechanismen, durch die therapeutische Interventionen chronischen gastrointestinalen Schmerz beeinflussen können. Professor Mayer hat damit wesentlich zum Verständnis der Grundlagen funktioneller Erkrankungen des Verdauungstrakts beigetragen und eine wissenschaftliche Basis für deren Therapie gelegt. Einen weiteren Forschungsschwerpunkt von Emeran Mayer stellt die Beeinflussung von zerebraler Struktur und Funktion durch die gastrointestinale Mikrobiota dar und ihr Einfluss auf Verhaltensstörungen.

Thannhauser-Medaille

Mit der Thannhauser-Medaille wird 2018 Professor Dr. med. Wolff Schmiegel, Bochum, ausgezeichnet. Professor Schmiegel hat intensiv und erfolgreich biochemische, immunologische und molekulare Mechanismen der Pathogenese gastrointestinaler Malignome erforscht und aus seinen Ergebnissen innovative Ansätze für Diagnostik und Therapie abgeleitet. Auf dieser wissenschaftlichen Leistung baut seine herausragende Lebensleistung auf: Die Etablierung der Onkologischen Gastroenterologie als festen Bestandteil des Faches Gastroenterologie in Patientenversorgung, Fort- und Weiterbildung, Forschung und Lehre sowie in der Einbindung der DGVS in die wissenschaftlichen und politischen Lenkungsstrukturen und Gremien der Tumormedizin in Deutschland und Europa. Die Gastroenterologie in Deutschland verdankt Professor Schmiegel diese wesentliche Erweiterung ihres fachlichen Spektrums, bedeutend für ihre künftige Stellung in der klinischen Medizin. Darüber hinaus hat kaum jemand der DGVS länger und in so vielen Funktionen sachkundig, tatkräftig und umsichtig gedient als Professor Schmiegel.

Endoscopy Award der DGVS

Professor Dr. med. Anette Fritscher-Ravens, Kiel/London, erhält 2018 den Endoscopy Award der DGVS. Als interventionelle Gastroenterologin hat sie schon frühzeitig und zielgerichtet mit experimentellen und klinischen Untersuchungen zur Weiterentwicklung innovativer endoskopischer Techniken und Untersuchungsverfahren auf dem Gebiet der interventionellen Endoskopie und Endosonographie beigetragen. Darüber hinaus hat sie die Entwicklung der NOTES-Technologie von Beginn an durch Studien zu grundlegenden Untersuchungen im Hinblick auf Machbarkeit, Infektionsvermeidung und Entwicklung von Verschlussmechanismen bereichert. In den letzten Jahren etablierte sie die Technik der konfokalen Laserendomikroskopie im diagnostischen Stellenwert von Nahrungsmittelunverträglichkeiten, für die sie 2015 den Ray Clouse Preis erhielt. Professor Fritscher-Ravens engagiert sich außerdem in besonderem Maße in der Ausbildung junger Endoskopiker/-innen in weniger privilegierten Ländern.

Ehrenmitgliedschaft der DGVS

Als Ehrenmitglied der Fachgesellschaft ernennt die DGVS dieses Jahr Professor Christian Ell, Wiesbaden. Er hat wesentlich dazu beigetragen, das internationale Ansehen der deutschen Gastroenterologie nachhaltig zu steigern und die Tradition gerade endoskopischer Spitzenleistungen aus Deutschland fortzusetzen. Auf dem Gebiet der endoskopischen Diagnostik und interventionellen Therapie von High-grade Dysplasien und Frühkarzinomen des Ösophagus hat Professor Ell Pionierleistungen erbracht in der Etablierung der Technik und in der konsequenten wissenschaftlichen Analyse der Ergebnisse, einschließlich der onkologischen Langzeitresultate. Durch die hierfür erforderliche enge Kooperation mit Chirurgie und Pathologie hat er früh ein Beispiel für die heute immer selbstverständlichere Zusammenarbeit in der Viszeralmedizin gegeben.

Ismar Boas-Preis

Mit dem Ismar-Boas-Preis wird in diesem Jahr an Dr. med Franziska von Haxthausen für ihre Arbeit „Regulatorische T-Zellen im experimentellen Mausmodell der Cholangitis“ ausgezeichnet. Der Preis wird mit Unterstützung der Norgine GmbH vergeben.

Nachwuchsforschungspreis Leberkrebs

Den DGVS Nachwuchsforschungspreis Leberkrebs – unterstützt von Bayer HealthCare vergibt die DGVS für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der klinischen oder experimentellen Forschung im Bereich des hepatozellulären Karzinoms. Die DGVS überreicht ihn 2018 an Antje Mohs, Aachen, für ihre Arbeit „Funktionelle Rolle von CCL5/RANTES für die Progression des Hepatozellulären Karzinoms bei chronischer Lebererkrankung“

Endoskopie-Forschungspreis

Der Endoskopie-Forschungspreis der Olympus Europa Stiftung und der DGVS wird für besondere Leistungen auf den Gebieten der Grundlagenforschung oder der klinischen Forschung im Bereich Endoskopie verliehen. 2018 erhält Dr. med. Edris Wedi, Göttingen, den Preis für seine Arbeit „Multizentrische Evaluation der endoskopischen Erstlinientherapie der oberen gastrointestinalen Blutung mit dem Over-The-Scope-Clip (OTSC) – FLETRock Studie“.

Martin Gülzow-Preis

Für grundlegende und richtungsweisende Arbeiten im Bereich der klinischen Gastroenterologie vergibt die Fachgesellschaft den Martin Gülzow-Preis.Er geht in diesem Jahr an Dr. med. Georg Beyer, München, für seine Arbeit „Entwicklung und Validierung des Chronische Pankreatitis Prognose Scores (COPPS) in zwei unabhängigen Kohorten“.

Preis für Neurogastroenterologie

Die Stiftung für Neurogastroenterologie vergibt jährlich für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Neurogastroenterologie den Preis für Neurogastroenterologie. Er geht in diesem Jahr an PD Dr. Jutta Keller, Hamburg, für ihre Arbeit „Fortschritte in der Diagnose und Klassifikation von Magen- und Darmmotilitätsstörungen“

Harald Goebell-Stipendium

Sarah Stefanowicz, Dresden (3. von rechts), erhält für ihre Arbeit „Klinische Einführung der Bildgestützten Hochpräzisionsstrahlentherapie für Patienten mit Pankreaskarzinom“ das Harald Goebell-Stipendium zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Mit diesem Stipendium möchte die DGVS jungen, wissenschaftlich engagierten Ärzten in der Gastroenterologie und Hepatologie die finanziellen Möglichkeiten geben, an einer internationalen wissenschaftlichen Tagung teilzunehmen oder zur Erlernung einer neuen Methode ein wissenschaftliches Institut zu besuchen.

Promotionsstipendien der DGVS

2018 vergibt die DGVS vier Promotionsstipendien zur Förderung wissenschaftlich hochwertiger Promotionsarbeiten mit gastroenterologischem Fokus. Mit den Stipendien werden ein Forschungsfreisemester während der Promotion bzw. ein Forschungsaufenthalt in einem auswärtigen Forschungslabor unterstützt. Die Stipendien gehen in diesem Jahr an Lena Susanna Candels (4. von rechts), Aachen, für ihre Promotion „Der Einfluss von Gallensäuren und intestinalem mikrobiellen Gallensäuremetabolismus auf die Entstehung cholestatischer Lebererkrankungen“, an Florian Dünninghaus
(2. von rechts), Halle, für seine Promotion „Monitoring der Sedierungstiefe in der Endoskopie – Durchführbarkeit, Implikationen und Translation in den klinischen Alltag“, an Niklas Krebs (1. von rechts), Göttingen,für seine Arbeit „Molecular characterization of the ROBO3 signaling pathway in Pancreatic cancer progression, sowie an Theresa Maria Schmidbauer (5. von rechts), Frankfurt, für ihre Promotion „Untersuchung des phosphorylierungs-abhängigen Abbaus des humanen DNA-Mismatch-Reparatur Proteins PMS2“.