Jahresrückblick 2020

Alle Jahre wieder … so könnte dieser Weihnachtsgruß in einem normalen Jahr beginnen.  Das sich neigende Jahr 2020 jedoch ist alles andere als normal, und die DGVS erlebte pandemiebedingt eine hohe Dynamik in Krankenversorgung, Forschung und Lehre. Mit vereinten Kräften und zahllosen Videomeetings konnten wir die Probleme bewältigen. Dies ist vor allem dem Engagement aller Akteure zu verdanken, die zudem einem hohen Arbeitsaufkommen und Umstrukturierungen im Alltag gegenüberstanden. Dafür möchten  wir allen herzlich danken!

Lassen Sie uns gemeinsam die Vielfalt, die unsere Fachgesellschaft ausmacht, über das Jahr 2020 und die Pandemie hinaus sichern und weiterentwickeln.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien trotz der Herausforderungen friedvolle und besinnliche Festtage und für das neue Jahr Gesundheit und Glück. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Ihnen und blicken zuversichtlich auf das Jahr 2021.

Ihr DGVS-Vorstand

DGVS Jahresrückblick 2020

Jahresrückblick des Präsidenten der DGVS: In Zeiten der Ansteckung

A crisis shows you a persons soul. It shows you what they’re made of.
Gov. Andrew Cuomo, New York

Das Jahr 2020 forderte eine Neujustierung der DGVS als wissenschaftlicher medizinischer Fachgesellschaft der Gastroenterologie: Mit Beginn der Corona-Pandemie im März muss- ten viele Praxen und Kliniken unverzüglich Verantwortung für die Behandlung von Patienten mit COVID-19 übernehmen, die Sprechstunden und Endoskopieabteilungen mussten umorganisiert, und Forschung und Lehre wurden neu aufgestellt.

Weltweit entstand in kürzester Zeit eine Flut von Informationen. Hier Orientierung zu geben und Informationen tagesaktuell auf der DGVS-Webseite zur Verfügung zu stellen, war eine Hauptaufgabe von Geschäftsstelle und Vorstand. Innerhalb von sechs Wochen erarbeitete das Team Empfehlungen zur Versorgung von CED- und Leber-Patienten während der Pandemie, zudem wurden von Kolleginnen und Kolle- gen aus allen Versorgungsbereichen Stellungnahmen für Endoskopie und Funktionsdiagnostik erstellt.

Schnell zeigte sich, dass die Viszeralmedizin 2020 und die Zertifikatseminare nicht wie bisher durchführbar sind. Mit BEST OF DGVS konzipierten wir einen neuartigen digitalen Kongress, um alle Kernthemen der Gastroenterologie trotz der Pandemie zu vermitteln. Prof. Dr. Christian Trautwein (Aachen) und Dr. Ulrich Rosien (Hamburg) haben dazu ihr fertiges Kongressprogramm in die Schublade gelegt und kurzfristig ein exzellentes und praxisnahes digitales Programm gestaltet. Ziel war es dabei, die DGVS als Kernmarke für Qualität und Wissenschaftlichkeit zu sichern. Wir freuen uns über weit mehr als 2000 Teilnehmer, über Online-AG- und Abstract-Sitzungen, die besser besucht waren als beim traditionellen Kongressformat, über die inzwischen > 10 000 Downloads der Vorträge im Nachgang zur BEST OF DGVS – und über das positive Finanzergebnis in der Endabrechnung!

Wie im Alltag haben die jungen Ärztinnen und Ärzte in der Weiterbildung die Auswirkungen des Lockdowns zu spüren bekommen. Die JUGA Summer School musste verschoben werden, und die Bauchschauen in den Unis konnten nicht stattfinden. Daher hat die Kommission Lehre und Studium unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Alexander Hann (Würzburg) die digitalen Angebote weiterentwickelt: Auf unserer Webseite www.gastroenterologe-werden.de werden Videos aus dem klinischen Alltag und Tutorials aus Endoskopie und Sonografie zur Verfügung gestellt. Die Slide Box Lehre enthält neben vielen Präsentationen nun auch Prüfungsfälle zum Download.

Die Digitalisierung in der Gastroenterologie wird durch die neu aufgestellte Kommission Terminologie unter Leitung von Dr. Michael von Wagner (Frankfurt) weitergedacht. Im September fand ein gemeinsamer Aus- tausch mit der KBV und der Medizininformatik-Initiative statt. In enger Kooperation wird eine gastroenterologische Terminologie als Grundlage einer systemübergreifenden digitalen Datenstruktur erarbeitet. Die Entwicklung eines gastroenterologiespezifischen Medizinischen Informationsobjekts (MIO) oder eines fachspezifischen Moduls innerhalb der geplanten International Patient Summary (IPS) könnten genutzt werden, um die Gastroenterologie zukünftig in der elektronischen Patientenakte (ePA) abzubilden.

Neben der Digitalisierung wird die zunehmend qualitätsorientierte Krankenversorgung unser zukünftiges Arbeiten bestimmen. Das lesenswerte Gutachten „Krankenhausplanung NRW“ empfiehlt in Analogie zu Modellprojekten in der Schweiz, den Bedarf auf der  Basis  von  Leistungsbereichen und -gruppen zu berechnen und die Zuteilung von Leistungen an fachspezifische Qualitätskriterien zu  koppeln.  Die  Ergebnisse des Gutachtens sollen die Grundlage für den neu- en Krankenhausplan in Nordrhein-Westfalen sein, zu dem die DGVS Stellung genommen hat. Die Definition von Leistungsbereichen spielt auch in den Ende 2019 veröffentlichten Zentrumsregelungen des Gemeinsamen Bundesausschusses eine Rolle. Der Beschluss legt die Kriterien für eine Vielzahl von Zentren fest. Bauchzentren für die Behandlung viszeralmedizinischer Patienten – außerhalb der onkologischen Zentren, der Transplantationszentren und der Zentren für seltene Erkrankungen – sind derzeit noch nicht vor- gesehen3. Da mit der Zentrumsbildung zusätzliche Ressourcen und eine Verbesserung der Qualität verbunden sind, suchen wir zu diesem Thema den Schulterschluss mit unseren viszeralchirurgischen Partnern in der DGAV. Grundlage für den Aufbau der Zentren ist die Arbeit von Prof. Dr. Ludger Leifeld (Hildesheim) und der von ihm erfolgreich geleiteten DGVS-Kommission Qualität, deren Ziel es u. a. ist, Qualitätsindikatoren für die Viszeralmedizin zu definieren.

Eine wichtige Basis unserer Überlegungen zur zukünftigen Krankenversorgung sind die Leistungszahlen aus dem von Prof. Dr. Jörg Albert (Stuttgart) und der DGVS Kommission Medizinische Klassifikation und Gesundheitsökonomie betreuten DRG-Projekt. Die Kommission hat im Februar 2020 mit ihrer Stellungnahme zum MDK-Reformgesetz zusammen mit der Sektion Endoskopie der DGVS und dem Berufsverband niedergelassener Gastroenterologen neue Perspektiven für eine sektorenübergreifende Weiterentwicklung des ambulanten Operierens formuliert.

Schließen möchte ich mit einem großen gesundheitspolitischen Erfolg: Ab 2021 ist ein allgemeines Hepatitisscreening geplant. Dazu soll im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten ab dem Alter von 18 bzw. 35 Jahren (Check-up 35) eine Diagnostik auf Hepatitis-Antikörper B und C erfolgen. Erste Stellungnahmen der DGVS gemeinsam mit den benachbarten Fachgesellschaften stammen bereits aus dem Jahr 20165. Dieser Erfolg untermauert unser Selbstverständnis als Experten für Prävention, für die wir einen langen Atem benötigen. Um die Prävention in allen Bereichen der Gastroenterologie voranzubringen, bedarf es vielfältiger Kooperationen inner- und außerhalb unseres Fachgebiets. Auf Einladung der DGVS haben sich in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal Vertreterinnen und Vertreter aus 15 Institutionen ausgetauscht mit dem Ziel, aufbauend auf den Erfolgsgeschichten von Darmkrebsvorsorge und Hepatitis C (für deren Entdeckung in diesem Jahr der Nobelpreis verliehen wurde), die Präventionsangebote sicherzustellen und weiterzuentwickeln.

Wir nehmen aus dem Krisenjahr mit, dass die Digitalisierung die Vernetzung zwischen Mitgliedern, Gremien und Geschäftsstelle der DGVS intensiviert und unserer Gesellschaft einen Innovationsschub verliehen hat. 2020 wird als ein schwieriges Jahr, aber auch als ein Jahr des Lernens in Erinnerung bleiben. Ihnen und Ihren Familien wünsche ich Zuversicht, Geduld und Kraft, um auch im neuen Jahr unsere Patienten möglichst optimal versorgen zu können.

Prof. Dr. med. Dipl.-Kfm. Dipl.-Volksw. Frank Lammert

Präsident 2020 – 2022

Jahresbericht aus dem Ressort Fort- und Weiterbildung

Das Fortbildungsprogramm der DGVS, neben der Leitlinienarbeit seit jeher eine der wesentlichen Säulen unserer Fachgesellschaft, stand in diesem Jahr vor besonderen Herausforderungen: Fix und fertig geplant seit Januar mussten quasi über Nacht Anfang März die ersten Seminare abgesagt werden. Alle Fortbildungen und Seminare wurden in kürzester Zeit neu gedacht; wir nutzten den Sommer, um die digitale Transformation der DGVS voranzubringen: Mit dem neu konzipierten Zertifikatsseminar Gastrointestinale Infektionen und dem Intensivkurs Gastroenterologie ist DGVS Digital inzwischen eine Marke geworden. Die Teilnehmerzahlen haben sich vervielfacht und unsere Reichweite hat sich deutlich verbessert.

Was als Notlösung begann, wird sich auch über die Pandemie hinaus etablieren: Die wissenschaftlichen Leiterinnen und Leiter aller unserer Seminare arbeiten an neuen Formaten, die die gewonnenen Erfahrungen mit den gewohnten Veranstaltungen kombinieren. Nach den erfolgreichen Pilotprojekten folgen im neuen Jahr nach und nach weitere digitale Angebote und werden das Portfolio der DGVS um einen wichtigen Faktor ergänzen.

Mein herzlicher Dank geht daher an alle Referierenden und die wissenschaftlichen Leiterinnen und Leiter, die gemeinsam mit der DGVS-Geschäftsstelle mit Elan und Herzblut diese Transformation geschafft haben. In schwierigen Situationen zeigen sich der wahre Geist und die Schlagfertigkeit einer Gemeinschaft. Das Teilen der gewonnenen Erkenntnisse, darauf aufbauende Ideenentwicklungen, der souveräne Umgang mit neuen und teils ungewohnten Techniken, die spontane Reaktion auf die sehr dynamische Umwelt, all das zeichnet die in der DGVS-Fortbildung Aktiven aus.

In der Weiterbildungskommission hat uns in diesem Jahr besonders die Erstellung des Fachlich Empfohlenen Weiterbildungsplans beschäftigt (FEWB). Mit dem FEWB will die Bundesärztekammer den Ländern eine Erläuterung der Inhalte der Weiterbildungsordnung zur Verfügung stellen, die als Orientierung zur Erteilung der Weiterbildungsbefugnis dient. In Absprache mit den internistischen Fachgesellschaften hat die DGVS einen Vorschlag erarbeitet, der im nächsten Schritt von der STÄKO Weiterbildung verabschiedet werden muss. Auch die Implementierung der Musterweiterbildungsordnung schreitet voran. Zwölf von 16 Landesärztekammern haben ihre Weiterbildungsordnung bereits angepasst. Eher schleppend verläuft hingegen die Einführung des elektronischen Logbuchs. Die Beschlüsse der Bundesärztekammer haben für die Landesärztekammern in der konkreten Umsetzung nur empfehlenden Charakter. Wichtige nächste Schritte wie Definition der Weiterbildungszeiten und die Festlegung der Befugniskriterien werden in den Ländern entschieden. Daher ist und bleibt in der Weiterbildung das Engagement auf regionaler Ebene entscheidend!

Dr. med. Peter Buggisch

Fort- und Weiterbildung

2020 – 2022

Jahresbericht aus dem Ressort Leitlinien & Qualitätssicherung

So schnell wie nie wurde 2020 innerhalb von 6 Wochen eine Leitlinie zur Versorgung von CED-Patienten während der COVID-19- Pandemie veröffentlicht – eine wichtige und auch von unseren Mitgliedern nachge-fragte Leitlinie, die zeigt, dass wir in der Lage sein müssen, schnell auf neue Entwicklungen zu reagieren. Umso erfreulicher ist, dass die S3-Leitlinien Colitis ulcerosa und Ösophaguskarzinom in diesem Jahr bereits in ihrer dritten Version seit der Veröffentlichung 2018 erscheinen. Als „living guidelineswerden beide Leitlinien in besonderem Maße dem Anspruch gerecht, eine kontinuierliche Aktualität evidenzbasierter Empfehlungen zu gewährleisten. Dies kann und sollte als Blaupause für weitere DGVS-Leitlinien gelten. Neu erschienen ist ebenfalls das Therapie-Addendum zur Leitlinie Hepatitis C (Publikation 2018). Wer über Leitlinienpublikationen oder -ausschreibungen informiert werden möchte, dem sei auf unserer DGVS-Webseite die Anmeldung für den Leitliniennewsletter empfohlen.

Immer wichtiger wird ein transparenter und strukturierter Umgang mit Interessenkonflikten. Da potenzielle Interessenkonflikte in Leitlinien nicht immer vermeidbar sind, ist besonders wichtig festzulegen, wie mit ihnen umgegangen wird und wo Grenzen für eine Mitarbeit gezogen werden müssen. Der Vorstand der DGVS hat diese Regelungen diskutiert und weiterentwickelt und in einem Weißpapier zusammengefasst. Ein zentraler Punkt ist, dass wir im nächsten Jahr einen Lenkungsausschuss „Interessenkonflikte in Leitlinien“ ins Leben rufen werden.

Bewährt haben sich inzwischen die unterjährige Überprüfung von Leitlinien durch Steuergruppen und die begleitenden Editorials, die die wichtigsten Neuerungen unserer Leitlinien zusammenfassen. Zusätzlich werden seit 2020 Leitlinienaktualisierungen in Kooperationen mit AMBOSS im Podcast- Format erläutert und diskutiert. Die Beiträge  „Leitlinien-Update Colitis ulcerosa“ und „COVID-19 und Immunsuppression“ sind bereits erschienen. Auch insgesamt entwickelt sich diese Kooperation mit inzwischen 60 000  Nutzern weiter positiv. Zurzeit sind 9 DGVS-Leitlinien in die Wissensdatenbank AMBOSS integriert.

Da der Umgang mit Leitlinien ein fester Bestandteil des Medizinstudiums ist, sollten die Inhalte auch auf die Unterstützung der Studierenden beim Lernen und zur Orientierung für Lehrende ausgerichtet sein. Dies kann zum Beispiel durch die Kennzeichnung von Leitlinienempfehlungen geschehen, die in Bezug zu dem neuen Gegenstandskatalog oder der Arzneistoffliste des IMPP stehen. Für die Leitlinien Hepatitis C und Colitis ulcerosa stehen diese Listen inzwischen zur Verfügung.

Vor dem Hintergrund einer zunehmend qualitätsorientierten Steuerung der Gesundheitsversorgung sollten Leitlinien genutzt werden, um Qualitätsziele zu definieren und entsprechende Indikatoren festzulegen. Während dies in onkologischen Leitlinien bereits obligat ist, definieren inzwischen auch die nichtonkologischen Leitlinien zunehmend evidenzbasierte Vorschläge für klinisch relevante Qualitätsindikatoren. Die DGVS verfolgt damit das Ziel, die Qualitätssicherung in der Medizin aktiv zu begleiten. Unsere Kommission Qualität unter der Leitung von Ludger Leifeld arbeitet daran, diese Qualitätsindikatoren zu identifizieren. Dazu gehört auch die Definition von „Klug Entscheiden“-Empfehlungen, die die Implementierung besonders versorgungsrelevanter Inhalte unterstützt. Einen Überblick über, aber auch eine kritische Auseinandersetzung mit der Initiative „Klug Entscheiden“ der DGVS finden Sie im gleichnamigen Themenheft der Zeitschrift für Gastroente- rologie.

Wie im letzten Jahr wurden auch in diesem Jahr mehr als 10 umfangreiche Stellungnahmen abgegeben. Nach wie vor ein zentrales Thema ist die frühe Nutzenbewertung von Arzneimitteln. Seit diesem Jahr neu ist, dass die Fachgesellschaften bereits zur Studienplanung vom G-BA zur Beratung herangezogen werden. Dies bedeutet einen erheblichen Mehraufwand für unsere Expertinnen und Experten, und es bleibt abzuwarten, ob diese von den Fachgesellschaften geforderte Einflussmöglichkeit auf die Festlegung von Vergleichstherapie oder Endpunkt eine Relevanz für das AMNOG entwickeln wird.

Dass sich aber gesundheitspolitisches Engagement lohnt, zeigt unser inzwischen langjähriger Einsatz für ein Hepatitisscreening. Es zeichnet sich ab, dass dies für die Hepatitis C und erfreulicherweise auch für die Hepatitis B in die Gesundheitsrichtlinie mit aufgenommen und damit Bestandteil des Gesundheits-Check-up ab 35 Jahren wird. In einer Stellungnahme zur Mutterschaftsrichtlinie haben wir bereits Ende 2019 einen früheren Zeitpunkt der Testung auf Hepatitis B gefordert. Wir hoffen, dass auch dies wichtige Änderung zeitnah umgesetzt wird.

Die Leitlinienarbeit lebt vom intensiven Austausch und Diskussionen. Doch seit Februar – damals fand die Konsensuskonferenz der Pankreatitis-Leitlinien in Halle statt, auf der über die ersten deutschen Quarantänefälle berichtet wurde – mussten alle geplanten Treffen abgesagt werden. Stattdessen wurden mit Unterstützung der clinical guideline services Onlineformate entwickelt, in denen virtuell über Empfehlungsstärken und Konsens entschieden werden kann. Dies kostet weniger Zeit und Geld und ist damit ein Format, das sich für die Leitlinienarbeit als Alternative etablieren wird.

Wir konnten im vergangenen Jahr unser Engagement für die Fachgesellschaft dank neuer Kommunikationswege weitgehend ungestört fortsetzen und in mancher Hinsicht vielleicht sogar effizienter gestalten. Auch wenn der persönliche Diskurs gerade für die Leitlinienarbeit erhalten bleiben muss, ist dies ein Privileg. Ich freue mich darauf, das Thema Leitlinien und Qualitätssicherung auch 2021 gemeinsam mit den vielen engagierten Expertinnen und Experten unserer Fachgesellschaft fortzuführen.

Prof. Dr. med. Britta Siegmund

Leitlinien und Stellungnahmen 2020 – 2022

Jahresbericht aus dem Ressort Öffentlichkeitsarbeit

Ebenso wie unser aller Alltag, insbesondere der in Kliniken und Praxen, standen auch der Journalismus und die Medienarbeit in diesem Jahr ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Die Berichterstattung der Medizin- und Gesundheitsressorts wird seit Februar 2020 von SARS-CoV-2 dominiert – andere medizinische Themen finden und fanden deutlich weniger als in anderen Jahren statt. Dennoch ist es der DGVS-Medienarbeit gelungen, auch gastroenterologische Themen und Standpunkte zu platzieren – etwa mit einer Pressemitteilung im Mai 2020, bei der die DGVS die Bedeutung von Früherkennungsuntersuchungen deutlich gemacht hat, auch und gerade in der Zeit der Pandemie, in der sich viele Bürgerinnen und Bürger aus Angst vor Ansteckung nicht in Kliniken oder Praxen begeben haben.

Ein weiterer sehr erfreulicher Erfolg, der zeigt, dass die DGVS Medien und Öffentlichkeit mit ihren Anliegen erreicht, war die Jahrespressekonferenz 2020. Sie fand in diesem Jahr erstmals online statt und war mit 47 Teilnehmern – darunter Vertretern von Spiegel Online, Deutsches Ärzteblatt, Burda und FOCUS Gesundheit – so gut besucht wie nie zuvor.

Insgesamt sind zwischen September 2019 und September 2020 über 1700 Beiträge über die Themen der DGVS in Print- und Onlinemedien, TV und Hörfunk erschienen. Damit liegt die Zahl der Medienberichte weiterhin auf hohem Niveau. Die Bedeutung der Onlinemedien wird dabei größer; inzwischen findet rund ein Drittel der Berichterstattung digital statt.

Auch zukünftig wird die DGVS in ihrer Medienarbeit auf eine attraktive Mischung aus Medizin-, Wissenschafts- und Ratgeberthemen setzen, die für die Gesamtgesellschaft und die breite Bevölkerung relevant sind. Es wird aber auch um gesundheitspolitische Themen und aktuelle Nachrichten für die gastroenterologische Community gehen. In ihrer Medienarbeit orientiert sich die DGVS dabei an aktuellen Entwicklungen, die sich auch in der öffentlichen Diskussion widerspiegeln sollten. Gleichzeitig möchte die DGVS 2021 neue Formate in Angriff nehmen – etwa einen Newsletter für Journalisten, der über wichtige gastroenterologische Themen und Termine, Aktivitäten der DGVS und ihrer Akteure kompakt und regelmäßig informiert. Oberstes Ziel der Medienarbeit muss es sein, breite Präsenz sowohl in den Publikumsmedien als auch in den Fachmedien zu erreichen – und zwar über verschiedenste Kanäle: print und online, in Hörfunk und Fernsehen. Das ist unverzichtbar, um unsere Patienten, aber auch politische Meinungsbildner und Entscheider zu informieren und in ihrer Meinungsbildung zu unterstützen. Es ist aber auch essenziell, um die Rolle der Gastroenterologie im Gesundheitswesen zu stärken und die Community an die DGVS zu binden. Jeder von uns kann dazu einen Beitrag leisten. Daher meine Bitte an alle Mitglieder unserer Gesellschaft: Wenn Sie ein spannendes neues Thema platzieren möchten, wenden Sie sich gerne an unser Team. Gerne unterstützen wir Sie auch bei politischen Aktivitäten. Gemeinsam sind wir noch stärker!

Prof. Dr. med. Heiner Wedemeyer

Vorstand Öffentlichkeitsarbeit

2020 – 2022