Klausur des DGVS Beirats

Erkenntnisse und Perspektiven

Im April 2026 traf sich der DGVS Beirat zur Klausursitzung in Berlin. In inspirierender Umgebung im Herzen von Berlin wurden zentrale Zukunftsthemen der Gastroenterologie intensiv diskutiert.

Den Auftakt gestaltete DGVS Präsident Heiner Wedemeyer mit einem Ausblick auf die Zukunft der Gastroenterologie. Diana Kühne stellte die DGVS als eine stabile und zugleich dynamisch wachsende Fachgesellschaft vor. Die Mitgliederzahl ist kontinuierlich gestiegen und lag Ende 2025 bei über 7.300 Mitgliedern. Besonders hervorzuheben ist der hohe Anteil junger Kolleginnen und Kollegen: Unter den unter 41-Jährigen sind rund 800 Frauen und etwa 1.000 Männer vertreten – ein klares Zeichen für die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des Fachgebiets.

Die Mitglieder des Vorstands berichteten im Anschluss über die vielfältigen Aktivitäten der DGVS. Im Bereich der Gesundheitsökonomie verdeutlichte Jörg Albert, dass insbesondere die Krankenhausreform sowie neue gesetzliche Regelungen zur sektorenübergreifenden Versorgung eine intensive fachliche Begleitung erfordern. Die DGVS hat hierzu zahlreiche fundierte Stellungnahmen erarbeitet, um die Interessen der Gastroenterologie wirkungsvoll zu vertreten und deren Bedeutung im Gesundheitssystem zu unterstreichen.

Die Öffentlichkeitsarbeit, vorgestellt von Birgit Terjung, befindet sich in einem spürbaren Aufschwung. Aktuelle Themen, wissenschaftliche Innovationen und neue Leitlinien finden zunehmend Resonanz in der medialen Berichterstattung. Der monatliche Pressennewsletter hat sich dabei als erfolgreiches zusätzliches Format etabliert und stärkt die Sichtbarkeit der Fachgesellschaft.

Im Bereich der sektorenübergreifenden Versorgung berichtete Leopold Ludwig über die wachsende Bedeutung vernetzter Versorgungsstrukturen. Die Sektion Endoskopie, vorgestellt von Alexander Meining, zeichnet sich durch einen aktiven Beirat sowie zahlreiche Taskforces aus. Inhaltliche Schwerpunkte liegen unter anderem auf der Weiterentwicklung endoskopischer Kurssysteme, der Endohepatologie sowie der bariatrischen Endoskopie – Themenfelder, die die Innovationskraft und klinische Relevanz der Gastroenterologie widerspiegeln.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Weiterbildung und Qualifizierung. Peter Buggisch berichtete über aktuelle Bestrebungen der Ärztekammer zur Verkürzung und Straffung der Weiterbildungsordnung sowie die daraus resultierenden Herausforderungen. Mit Eileen Siewert und Johannes Rückher konnten Gäste aus der Bundesärztekammer für ein Impulsreferat gewonnen werden, das die Rolle der Fachgesellschaften bei der ärztlichen Qualifikation beleuchtete. Die Perspektive des Nachwuchses brachten Elisabeth Blüthner und Simon Weidlich, Sprecherin und Sprecher der JUGA ein. Im Fokus standen die Attraktivität des Fachgebiets sowie die Bedeutung flexibler Arbeits- und Teilzeitmodelle. Julia Mayerle und Kerstin Schütte stellten mögliche DGVS-Ansätze zur Qualifizierung jenseits der klassischen Weiterbildungsordnung vor. Die Entwicklung neuer Konzepte für Fort- und Weiterbildung aufbauend auf dem bereits bestehenden Fort- und Weiterbildungsprogramm der DGVS wurde als eine der zentralen Aufgaben der DGVS für die kommenden Jahre identifiziert.

Nach der Mittagspause stand eine Bestandsaufnahme der gastroenterologischen Onkologie auf dem Programm. Matthias Ebert stellte eine Umfrage zum Stellenwert der Gastroenterologie in der onkologischen Versorgung vor und zeigte auf, dass die interventionelle Endoskopie zwar fest etabliert ist, die medikamentöse Tumortherapie sich jedoch zunehmend in die Onkologie verlagert. Diskutiert wurde, dass hier ein klarer Bedarf an einer akademischen Stärkung des Fachgebiets besteht. Die medikamentöse Tumortherapie verlagert sich zunehmend in die Onkologie, auch aufgrund fehlender entsprechend qualifizierter Gastroenterologinnen und Gastroenterologen – umso wichtiger ist es, an universitären Standorten gezielt Spezialistinnen und Spezialisten auszubilden, die interventionelle und medikamentöse Onkologie in der Gastroenterologie kompetent vereinen.

Der Nachmittagsschwerpunkt lag auf den Herausforderungen der Leitlinienarbeit und der Zukunft des Leitlinienprogramms der DGVS. Petra Lynen und Verena Keitel-Anselmino berichteten über ein umfangreiches Portfolio mit aktuell 34 Leitlinien und Addenda sowie rund 13 Millionen Zugriffen über die AWMF. Leitlinien stellen das wissenschaftliche Fundament der DGVS dar und prägen Versorgung, Regulierung und digitale Medizin maßgeblich. Gleichzeitig bestehen Herausforderungen hinsichtlich des Aufwands, einer genderparitätischen und transparenten Leitlinienbesetzung und der Aktualität und Nutzbarkeit von Leitlinien. Als strategische Weiterentwicklung wurde der Aufbau einer dynamischen Anwendungsebene diskutiert.

Abschließend wurde die zukünftige Ausrichtung der Zeitschrift für Gastroenterologie (ZfG) thematisiert. Eine stärkere wissenschaftliche Profilierung sowie moderne Formate wurden als entscheidend für die Attraktivität des Mediums identifiziert und sollen in den nächsten Jahren entwickelt werden.

Zwei Tage voller Inspiration, neuer Ideen und konstruktiver Diskussionen – ein wichtiger Impuls für die zukünftige Arbeit der DGVS.

Teilnehmende der Klausur des DGVS Beirats:

Jörg Albert, Stuttgart; Hans-Dieter Allescher, Murnau am Staffelsee; Elisabeth Blüthner, Berlin; Peter Buggisch, Hamburg; Alexander Dechêne, Nürnberg; Ulrike Denzer, Marburg; Markus Dreck, Coesfeld; Matthias Ebert, Mannheim; Axel Eickhoff, Hanau; Thomas Frieling, Krefeld; Wolf P. Hofmann, Berlin; Stephan Hollerbach, Celle; Verena Keitel-Anselmino, Magdeburg; Jutta Keller, Hamburg; Diana Kühne, Berlin; Leopold Ludwig, Dornstadt; Petra Lynen Jansen, Berlin; Ahmed Madisch, Hannover; Julia Mayerle, München; Alexander Meining, Würzburg; Patrick Michl, Heidelberg; Martina Müller-Schilling, Regensburg; Johann Ockenga, Bremen; Elke Roeb, Gießen; Ulrich Rosien, Hamburg; Dieter Schilling, Mannheim; Kerstin Schütte, Osnabrück; Thomas Seufferlein, Ulm; Andreas Stallmach, Jena; Frank Tacke, Berlin; Ulrich Tappe, Hamm; Birgit Terjung, Bonn; Robert Thimme, Freiburg; Heiner Wedemeyer, Hannover; Simon Weidlich, München

DGVS Geschäftsstelle

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Petra Lynen

PD Dr. med. Petra Lynen Jansen

Geschäftsführung

DGVS
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Diana Kühne 1 Bearbeitet

Ass. jur. Dipl-BW (VWA) Diana Kühne

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