DGVS 2025 – Jahresrückblick des Vorstands
Hinter der DGVS liegt ein intensives und bewegtes Jahr 2025. Der tiefgreifende medizinische Strukturwandel hat unser Fachgebiet stark gefordert – ein Prozess, den unsere Fachgesellschaft aktiv mitgestaltet hat. Gleichzeitig konnten wir wichtige Erfolge in der Leitlinienarbeit sowie bei vielen Veranstaltungen und Projekten verzeichnen. Begleiten Sie den Vorstand auf einem Rückblick auf die Höhepunkte des DGVS-Jahres 2025.

Prof. Dr. med. Heiner Wedemeyer, Präsident der DGVS
Das Jahr 2025 war für die DGVS von intensiven Diskussionen, wichtigen Weichenstellungen und vielfältigen Aktivitäten geprägt. Die DGVS konnte sich in zentralen gesundheitspolitischen Debatten positionieren und zugleich die Weiterentwicklung unseres Faches in Forschung, Lehre und Versorgung maßgeblich voranbringen.
Eine wesentliche Herausforderung bildete der Strukturwandel in der stationären Versorgung. Die Leistungsgruppe „Komplexe Gastroenterologie“ muss so gestaltet werden, dass die Vielfalt und die Komplexität unseres Faches auch im künftigen Finanzierungssystem adäquat abgebildet sind. Dazu gehört insbesondere eine korrekte Eingruppierung der Leistungen, die durch den kontinuierlichen Dialog mit den Entscheidungsträgern vorangetrieben wurde. Parallel dazu war auch die Reform der Weiterbildung ein zentrales Thema. Unsere Weiterbildungsordnung muss an europäische Standards angepasst und gegebenenfalls verkürzt werden, ohne dabei die Qualität der Versorgung zu gefährden. Hierzu wurden intensive Gespräche mit der Bundesärztekammer und unseren internistischen Partnern geführt, die auch das kommende Jahr prägen werden.
Doch über eine reine Anpassung der Leistungsgruppendefinition oder der Weiterbildungsordnung hinaus sind wir selbst gefordert, uns – insbesondere mit Blick auf die Zentralisierungsbestrebungen in der Krankenhauslandschaft – Gedanken darüber zu machen, wie die immer komplexeren und innovativen Leistungen in der Gastroenterologie künftig weitergebildet und in der Praxis umgesetzt werden sollen. Dies betrifft etwa die Endoskopie, die Hepatologie sowie den Bereich der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. In diesem Zusammenhang gewinnen auch Diskussionen über die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit von Zertifizierungen an Bedeutung – ohne dass dabei der Stellenwert der Gastroenterologie für die breite Versorgung gefährdet werden darf. Die Gastroenterologie ist für die flächendeckende medizinische Betreuung unverzichtbar, wirkt an zahlreichen interdisziplinären Schnittstellen und leistet durch ihren ausgeprägten präventionsmedizinischen Ansatz einen zentralen Beitrag zur öffentlichen Gesundheit. Daher haben wir die Aufgabe, eine breite Versorgung sicherzustellen. In den nächsten Jahren wird es entscheidend sein, sowohl im Bereich der Weiterbildung als auch angesichts der politischen Zentralisierungsbestrebungen die komplexen und innovativen gastroenterologischen Leistungen klar zu definieren und neue Wege für deren Vermittlung zu finden. Dieser Thematik werden wir uns im Rahmen einer Beiratsklausur Anfang 2026 intensiv widmen.
Die Prävention ist ein Kernauftrag unseres Faches. Die Vorsorgekoloskopie ist seit Jahren ein Erfolgsmodell der Darmkrebsprävention, doch reicht das präventive Potenzial der Gastroenterologie weit darüber hinaus. Entlang der gesamten Präventionskette – von der Primär- über die Sekundär- bis zur Tertiärprävention – leisten gastroenterologische Maßnahmen einen entscheidenden Beitrag zur Verhinderung schwerwiegender Folgeerkrankungen. Angesichts steigender Krankheitslasten und Kosten, insbesondere im Bereich der malignen Erkrankungen, wird dieser präventive Ansatz immer wichtiger. Gleichzeitig eröffnen neue wissenschaftliche Erkenntnisse – etwa zur Rolle des Mikrobioms oder zur Pathophysiologie chronischer Entzündung – Chancen für maßgeschneiderte, risikoadaptierte Präventionsstrategien, die weit über unser eigenes Fach hinauswirken. Einen Schub für die gastroenterologische Präventionsmedizin bringt die Künstliche Intelligenz. KI beeinflusst längst unseren Alltag, greift zunehmend in die medizinische Versorgung ein und verändert die Interaktion zwischen Patient*innen und Ärzt*innen. KI bietet nicht nur die technische Infrastruktur für neue Präventionsmaßnahmen, sie rüttelt mehr noch an traditionellen Gewissheiten, wirft Fragen nach der ärztlichen Tätigkeit der Zukunft auf und wird entscheidende Aufgaben in der Versorgung übernehmen. Erkrankungen frühzeitig zu verhindern, Risikofaktoren zu erkennen und Patient*innen in ihrer Gesundheitskompetenz zu stärken wird immer relevanter werden. Prävention ist damit nicht nur ein historischer Schwerpunkt unseres Faches, sondern entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Schlüssel für die Zukunft unseres Gesundheitssystems.
Dieses große Präventionspotenzial der Gastroenterologie haben wir auch politisch sichtbar gemacht – insbesondere durch intensive Gespräche mit Entscheidungsträger*innen. Besonders hervorheben möchte ich die Treffen mit Serdar Yüksel, Dr. Hendrik Streeck, beide Mitglied des Gesundheitsausschusses, und Tanja Machalet, der Vorsitzenden des Ausschusses, die uns wertvolle Einblicke in die laufenden gesundheitspolitischen Reformen ermöglicht haben.
Begeistert hat mich 2025 die lebendige Entwicklung der Jungen Gastroenterologie (JUGA) und hier besonders die Premiere des JUGA Science Camp Die Winterkurse, Preceptorships und Crashkurse der JUGA erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. Auch jenseits der Wissensvermittlung ist die JUGA vorbildlich und innovativ: Der Quick Guide Gastro sollte in jedem Arztzimmer hängen und die neu geschaffene Webseite „Mit Bauch und Begeisterung – Schwangerschaft und Gastroenterologie“ stellt ein echtes Alleinstellungsmerkmal dar. Mit großer Freude begrüße ich das neu gewählte Sprecherteam für die Jahre 2025 bis 2027: Frau Dr. med. Elisabeth Blüthner aus Berlin und Herr Dr. med. Simon Weidlich aus München, die mit vielfältigen Ideen ins Amt getreten sind und die Arbeit der JUGA weiterführen werden. Ihnen wünsche ich viel Erfolg und Freude bei der Gestaltung neuer Projekte. Mein Dank gilt zugleich dem bisherigen Sprecherteam der Jahre 2023 bis 2025, Frau Dr. med. Stefanie Reichermeier und Herrn Dr. med. Lukas Welsch, die mit großem Engagement die Interessen der jungen Kolleginnen und Kollegen vertreten und den Weg für die erfolgreiche Entwicklung der JUGA fortgesetzt haben. Ohne dieses tatkräftige Wirken nicht nur der Sprecherinnen und Sprecher, sondern der großen Gemeinschaft unserer jungen Kolleginnen und Kollegen, die in diesem Jahr ihr 10. Jubiläum feiern, wäre die heutige Stärke der JUGA nicht denkbar.
Ein weiterer wesentlicher Impuls, der von der JUGA gesetzt und von unserem diesjährigen Kongresspräsidenten Andreas Stallmach verstärkt wurde, ist das Thema der Chancengleichheit für Menschen mit Migrationshintergrund. Auch in unserem Fachgebiet liegt ihr Anteil bei nahezu 20 %. Wir müssen uns fragen: Wie geht es diesen Kolleg*innen? Welche besonderen Rahmenbedingungen prägen ihre Situation? Und wie können wir das gemeinsame Arbeiten noch besser gestalten? Dazu gab es eine erste Sitzung – ein Auftakt, den wir verstetigen wollen, auch in Form weiterer Diskussionen und in unserem Podcast.
Unser Podcast Gastro Geplauder hat sich als niederschwelliges und zugleich hochwertiges Fortbildungsangebot fest etabliert. Mit inzwischen rund 400.000 Streams, mehr als 7.600 Hörerinnen und Hörern sowie 7.400 Abonnentinnen und Abonnenten erreicht dieses Format ein breites Publikum und hat sich im neuen digitalen Gewand weiter professionalisiert.
Die Arbeit an den Leitlinien bildete auch 2025 einen Schwerpunkt. Neue oder aktualisierte Empfehlungen erschienen unter anderem zum kolorektalen Karzinom, zum hepatozellulären Karzinom und zu biliären Karzinomen, zu Magenkarzinomen, zu Colitis ulcerosa, gastrointestinalen Blutungen sowie in Form eines Amendments zur MASLD-Therapie. Besonders hervorzuheben ist die Förderung durch den Innovationsfonds für Leitlinienprojekte zu seltenen Lebererkrankungen und genetisch-cholestatischen Syndromen. Mit der Leitlinien Akademie in Berlin, die zum vierten Mal stattfand und erstmals in Kooperation mit der DGAV durchgeführt wurde, konnte ein innovatives und interdisziplinäres Format zur Schulung junger Gastroenterologinnen und Gastroenterologen weitergeführt werden. Nahezu 30 % der Teilnehmenden der letzten Jahre konnten bereits erfolgreich in die Leitlinienarbeit integriert werden. Parallel beteiligte sich die DGVS an zahlreichen Stellungnahmen im Rahmen von Nutzenbewertungen, Beratungsverfahren und Gesetzgebungsprozessen. Insgesamt wurden 42 Stellungnahmen erarbeitet – ein eindrucksvolles Zeugnis des Engagements vieler Expertinnen und Experten, denen mein besonderer Dank gilt. Mit dem geplanten Leitlinien-Chatbot werden wir 2026 auf die rasante Entwicklung der KI reagieren und wollen eigene Maßstäbe setzen, bzw. Validierungskriterien entwickeln, um die Chancen der KI verantwortungsvoll zu nutzen.
Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist auch die Auseinandersetzung mit der Geschichte unseres Faches. Das Projekt Gegen das Vergessen zu den jüdischen Gastroenterologinnen und Gastroenterologen in der NS-Diktatur sowie die begleitende Sitzung und Ausstellung auf der Viszeralmedizin haben erneut einen wertvollen Beitrag zur Erinnerungskultur geleistet. Von unschätzbarem Wert war es, mit Angehörigen von Verfolgten sprechen zu können und diese Erfahrungen zu dokumentieren.
Die Viszeralmedizin 2025 war der Höhepunkt im Jahreskalender der DGVS. Die große thematische Vielfalt, die offene und anregende Atmosphäre sowie die präzise und reibungslose Organisation prägten den Kongress und machten ihn für alle Teilnehmenden zu einer besonderen Erfahrung. Unser ausdrücklicher Dank gilt Andreas Stallmach und Stephan Hollerbach, die mit ihrem umfassenden und inspirierenden Programm den Erfolg der Viszeralmedizin verantwortet haben.
Schließlich sei die engagierte Arbeit der Arbeitsgemeinschaften und Arbeitsgruppen hervorgehoben. Aus zahlreichen Bewerbungen konnten neun neue Arbeitsgemeinschaften gebildet werden, die sich bereits in die Vorbereitungen für die Viszeralmedizin 2026 einbringen. Auch die Arbeitsgruppen leisten mit ihren Projekten wertvolle Beiträge, die das wissenschaftliche und klinische Profil unseres Faches bereichern.
Das Jahr 2025 hat gezeigt, dass die DGVS sowohl in wissenschaftlicher Hinsicht als auch in gesundheitspolitischen Fragen eine wichtige Stimme ist. Gemeinsam mit Ihnen allen wollen wir diese Arbeit fortsetzen und den Herausforderungen der kommenden Jahre mit Mut, Sachverstand und Zusammenhalt begegnen.
Mein herzlicher Dank gilt allen, die sich im vergangenen Jahr in Kommissionen, Taskforces, Leitliniengruppen, Arbeitsgemeinschaften und im Vorstand mit großem Engagement für unser Fach eingebracht haben. Ihr Einsatz ist die Grundlage dafür, dass wir die DGVS als starke Fachgesellschaft weiterentwickeln und die Gastroenterologie in Deutschland nachhaltig stärken können.
Ebenso möchte ich der professionellen Geschäftsstelle unter der Leitung von Diana Kühne und Petra Lynen danken. Mit großer fachlicher Kompetenz und verlässlicher organisatorischer Unterstützung trägt sie maßgeblich zum Gelingen unserer gemeinsamen Arbeit bei.
Abschließend danke ich der gesamten Gemeinschaft der DGVS. Sie alle tragen mit Ihrem Wissen, Ihrer Tatkraft und Ihrer Begeisterung unsere Gesellschaft und machen sie zu dem, was sie ist: Eine lebendige, engagierte und zukunftsorientierte Gemeinschaft. Lassen Sie uns diesen Zusammenhalt bewahren und mit Zuversicht in das neue Jahr gehen.
Für eine weitere Amtszeit von drei Jahren als Präsident wiedergewählt zu werden, ist eine große Ehre und Verpflichtung. Das bisher entgegengebrachte Vertrauen erfüllt mich mit Dankbarkeit, die bevorstehenden Aufgaben nehme ich mit Freude und großem Engagement an.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, erholsame Tage im Kreis Ihrer Lieben und einen hoffnungsvollen Start in ein gesundes, erfolgreiches und erfüllendes Jahr 2026.
Mit herzlichen Grüßen

Prof. Dr. med. Jörg Albert, Vorstand Gesundheitsökonomie
Im Jahr 2025 haben sich die intensiven Diskussionen und Analysen zur Krankenhausreform fortgesetzt. Aus der Kommission für medizinische Klassifikation und Gesundheitsökonomie (MKG) der DGVS sind daher Aktivitäten in diesem Thema weiter vorangetrieben worden. Mit dem Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) und dem unter der neuen Gesundheitsministerin Nina Warken entworfenen Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) wurden grundlegende Weichen gestellt, die das Vergütungssystem und die Versorgungsstrukturen in den kommenden Jahren verändern werden. Nach einem korrigierten Zeitplan soll der MD die Leistungsgruppen-Prüfung bis spätestens Juli 2026 abschließen. Die Leistungsgruppen sollen zunächst budgetneutral in den Jahren 2026 und 2027 eingeführt werden. Die Vorhaltekosten sollen ab 01. Januar 2028 mit Übergangsregelungen bis 2030 greifen. Die Verschiebung der Vorhaltevergütung, die Präzisierung von Leistungsgruppen (LG) und die damit verbundenen Struktur- und Qualitätsanforderungen sowie die im KHAG formulierten Ausnahmereglungen stehen im Zentrum intensiver Diskussionen und machen die Auswirkungen der Reform schwer kalkulierbar, während für uns alle vor Ort bereits ganz sicher weitere bürokratischen Aufwände zu erwarten sind.
Die LG „Komplexe Gastroenterologie“ wirft nach wie vor Fragen hinsichtlich Abgrenzung, Zuordnung und praktischer Umsetzung auf. Eine Zulassung der Leistungsgruppen durch die Länder bei Erfüllung von Qualitätskriterien ist bereits mit unterschiedlichem Tempo in den Bundesländern am Laufen. Hier scheinen bisher keine zusätzlichen Hürden für die Zulassung der LG Komplexe Gastroenterologie zu bestehen, im Wesentlichen bekommen die Krankenhäuser diese LG bei Erfüllen der Kriterien. Wie der MD prüfen wird ist allerdings noch abzuwarten, einen Einblick wird unser DGVS & DGfM Forum Gesundheitsökonomie im Januar geben (s.u.). Der inzwischen beim GBA eingerichtete Leistungsgruppenausschuss, der die Aufgabe der Weiterentwicklung der Leistungsgruppen hat, bezieht die Fachgesellschaften allerdings bisher nicht aktiv ein, Änderungen werden offensichtlich auch nicht kurzfristig zu erwarten sein. Die Position der DGVS ist dennoch klargestellt durch direkte Kommunikation und öffentliche Stellungnahmen. So haben wir die Eingabe gemacht, dass die ERCP der LG Komplexe Gastroenterologie zugeordnet werden muss.
Die Veröffentlichung des vom InEK entwickelten Leistungsgruppen-Grouper gemäß § 21 Abs. 3c KHEntgG hat zu ungewöhnlich intensiven Diskussionen mit der DGVS geführt, die bis heute anhalten. Wir hatten einen fachlich begründeten Vorschlag ausgearbeitet und dem InEK für die Entwicklung des Groupers zur Verfügung gestellt. In unseren Analysen zeigte sich dann aber eine erhebliche Diskrepanz einer Fallzuordnung zur LG „Komplexe Gastroenterologie“ in sehr ähnlich aufgestellten Krankenhäusern – und eine Diskrepanz in wesentlichen Punkten zu unserem Vorschlag. Hauptursächlich ist der niedrige Anteil von spezifischen Fallzuordnungen – z.B. über ESD-Leistungen – zu unserer Leistungsgruppe. ERCP-Leistungen führt der Grouper nur in speziellen Fallkonstellationen wie einer onkologischen Erkrankung über die spezifische Fallzuordnung in die LG Komplexe Gastroenterologie. Die Verwendung des Fachabteilungsschlüssels (FAB) ist somit für die meisten Fälle für die Zuordnung zur LG Komplexe Gastroenterologie ausschlaggebend. Abteilungen, die den allgemeinen Schlüssel 0100 (Innere Medizin) nutzen, werden damit kaum eine erkleckliche Anzahl von Fällen in die spezielle LG zugeordnet bekommen. Für die Abrechnung hat diese Differenz bislang nur geringe Auswirkungen. Im Hinblick auf die Umsetzung von § 135f SGB V, insbesondere bei der Definition von Mindestvorhaltezahlen ist die korrekte Zuordnung jedoch von entscheidender Bedeutung. Die Ergebnisse unserer Analysen wurden an das BMG und ins InEK übermittelt und mit den relevanten Partnern diskutiert. Noch ist aber nicht klar, wann eine Modifikation des Groupers durch das InEK geplant ist.
Für große Unsicherheit sorgt die Überlegung, Mindestvorhaltezahlen für alle LG einzuführen. Hier bestehen mehr Fragen als Antworten. Das IQWiG, das im September 2025 sein Methodenpapier veröffentlicht hat, kann das Dilemma auch nicht auflösen, dass LG mit gemischten Patientenkollektiven mit diesem Instrument nicht lupenrein bewertet werden können. Vielversprechend erscheint, dass Positionspapiere und Leitlinien der Fachgesellschaften wesentliche Grundlage sein sollen. Hier ist die DGVS mit ihrem bereits 2025 veröffentlichten Positionspapier zur ERCP gut vorbereitet. Die Kommission Qualität (Leitung Ludger Leifeld) arbeitet derzeit gemeinsam mit der Task Force Endoskopie der Sektion Endoskopie (Leitung Ulrike Denzer) daran, eine evidenzbasierte Grundlage für weitere Mindestmengen im Bereich der Endoskopie zu schaffen. Wie aber können in die Mindestzahlen aufwendige gastroenterologische Behandlungen wie zum Beispiel in der Hepatologie oder der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen einfließen? Werden die Hybrid-DRGs in die Berechnung der Mindestvorhaltezahlen eingehen? Oder wird die breite Anwendung der Mindestvorhaltezahlen für alle LG wieder fallen gelassen, da ohne Mehrwert?
Im zweiten Jahr der Umsetzung nach § 115f SGB V zeigt sich die Hybrid-DRG als zentrales Instrument zur sektorenübergreifenden Vergütung gastroenterologisch-endoskopischer Leistungen. In typischen Kliniken betrifft dies bereits bis zu 20 % des Leistungsvolumens. Allerdings führt die parallele Existenz von Hybrid-DRG und AOP-Katalog zu erheblicher bürokratischer Komplexität. Fallzuordnung, Kontextfaktoren und die Überschneidung identischer OPS-Ziffern in beiden Systemen verursachen hohen administrativen Aufwand und Konfliktpotenzial mit den Kostenträgern. Besonders in der Gastroenterologie, wo Eingriffe oft mit Kombinationen mehrerer OPS-Ziffern dokumentiert sind, sind klare Hierarchisierungen oder exklusive Listungen im Hybrid-DRG-Katalog erforderlich. Leistungen, die als Hybrid-DRG abgerechnet werden – etwa ERCP oder Endosonographien mit Punktion – sollten also konsequent aus dem AOP-Katalog gestrichen werden. Zudem ist eine verlässliche Sachkostenerstattung aller endoskopischen Leistungen unabdingbar. Die derzeitigen, komplexen Kontextfaktoren sind für die klinische Realität kaum praktikabel. Sie erhöhen den administrativen Aufwand, ohne die Behandlungsqualität zu fördern. Sinnvoller wäre eine klare, ärztlich begründete Indikationsstellung anhand von Komorbiditäten, Eingriffsrisiken und potenziellen Komplikationen – flankiert durch die Gleichvergütung ambulanter und stationärer Fälle. Die DGVS setzt sich auch hier intensiv und kontinuierlich gegenüber Selbstverwaltung und BMG für eine Verbesserung ein. Aus unserer Sicht ist eine Ausweitung der Hybrid-DRG-Leistungskomplexe in der Gastroenterologie durchaus sinnvoll. Dazu gehören insbesondere diagnostische Pakete wie Reflux- und Funktionsdiagnostik, hepatologische Punktionen mit Verlaufskontrolle, Abklärung bei V.a. gastrointestinalen Tumor sowie onkologische Ein-Tages-Eingriffe (z. B. TACE, Aszitespunktion, Port-Anlage). Auch endosonographisch-gesteuerte Punktionen des gesamten oberen und unteren Gastrointestinaltrakts sind prädestiniert für eine sektorenübergreifende Versorgung. Ausgenommen bleiben sollten hingegen septische Krankheitsbilder, gastrointestinale Blutungen und Notfälle. Trotz einer deutlichen Ausweitung für 2026 (Zielgröße sind ca. 1 Mio. Fälle ab 2026), wird in 2026 für die Gastroenterologie keine neue Hybrid DRG hinzukommen, es bleibt bei den H41N und H41M.
Neben den politischen und strukturellen Reformprozessen bildeten die Vorschlagsverfahren für ICD, OPS, DRG und NUB ein weiteres zentrales Arbeitsfeld. Erfolgreich war insbesondere der Antrag zur Einführung eines eigenständigen ICD-Kodes für die Hypoalbuminämie (E88.01), wodurch künftig eine präzisere Kodierung dieser klinisch relevanten Symptomatik möglich ist. Insgesamt wurden zehn DRG-Anträge eingereicht; besonders hervorzuheben ist die Aufwertung der endoskopischen Submukosadissektion (ESD) am Ösophagus und Magen in die DRG G47A, wodurch eine Gleichstellung mit den entsprechenden Eingriffen am Kolon und Rektum erreicht wurde. Erneut wurden zahlreiche NUB-Anträge über die Homepage der DGVS zur Verfügung gestellt. Auch der Kodierleitfaden wurde erneut überarbeitet und an die neuen Bedürfnisse angepasst. Dem Autorenteam bin ich ebenso außerordentlich dankbar wie allen Kolleginnen und Kollegen in den unterschiedlichen Arbeitsressorts und Projektgruppen in der MKG.
Flankiert wurde die inhaltliche Arbeit durch verschiedene Veranstaltungen. So fand im Januar 2025 das Online-Forum Gesundheitsökonomie statt, und auch auf der Viszeralmedizin im September wurde erneut ein Forum Gesundheitsökonomie organisiert. Beide Formate boten eine wichtige Plattform für Austausch und Diskussion. Am 28. Januar 2026 werden wir mit dem DGVS & DGfM Forum Gesundheitsökonomie in das Jahr starten – seien auch Sie dabei! Über die DGVS Webseite können Sie sich für das Forum, welches online stattfindet, anmelden.
Mit großer Freude danke ich Ihnen für das Vertrauen, dass ich für weitere drei Jahre im Vorstand der DGVS die Verantwortung für den Bereich Gesundheitsökonomie übernehmen darf. Mit hoher Motivation werde ich mich auch zukünftig uneingeschränkt in die Gestaltung der laufenden Reformprozesse einbringen. Den intensiven Austausch mit Entscheidungsträgern im InEK, im BMG und auf politischer Ebene werden wir konsequent fortsetzen.
Eine besondere Stärke der DGVS – und der gesamten Gastroenterologie – ist der enge Schulterschluss zwischen allen unseren Verbänden: Die wichtigen Themen des Jahres haben wir stets zusammen mit ALGK, AUG und bng bearbeitet und uns so gemeinsam öffentlich positioniert. Der kontinuierliche, konstruktive Austausch in diesem Kreis war im vergangenen Jahr von unschätzbarem Wert und hat unsere Arbeit entscheidend bereichert. Auch hierfür möchte ich ganz besonders danken. Das große Interesse gerade auch aus dem Kreis der Jungen Gastroenterologie an Themen der Gesundheitsökonomie hat mich besonders gefreut und die Mitarbeit in der Kommission und vielfältige Initiative in wissenschaftliche Projekte aus diesem Kreis sind eine wertvolle Investition in unsere Zukunft.
All dies ist nur möglich dank der engagierten Mitarbeit aller Kommissionsmitglieder, der Geschäftsstelle sowie unserer zahlreichen Kooperationspartnerinnen und -partner, die mit ihrem Einsatz auch im zurückliegenden Jahr maßgeblich zum Erfolg beigetragen haben.
Vielen Dank!
Ihr
Prof. Dr. med. Jörg Albert
DGVS Vorstand Gesundheitsökonomie

Prof. Dr. med. Birgit Terjung, Vorstand Öffentlichkeitsarbeit
Nach drei Jahren intensiver Pressearbeit habe ich viel gelernt und spannende Zeiten erlebt. Die Arbeit ist mit jedem Jahr gewachsen, und wir konnten die DGVS immer besser, professioneller und sichtbarer nach außen vertreten. Umso mehr danke ich herzlich für das Vertrauen, dass Sie mich für weitere drei Jahre erneut in dieses Amt gewählt haben, eine Arbeit, die ich mit großer Freude und großem Engagement übernehmen werde.
Das Jahr 2025 war für die DGVS ein Jahr mit zahlreichen Aktivitäten, wichtigen Weichenstellungen und neuen Impulsen. Die Pressearbeit war dabei ein zentrales Instrument, um die Stimme der Gastroenterologie in der Öffentlichkeit, in der Fachwelt und in der Gesundheitspolitik hörbar zu machen. Insgesamt haben wir 15 Pressemitteilungen veröffentlicht, die ein breites Spektrum abdeckten – von wissenschaftlichen Neuerungen über gesundheitspolitische Fragen bis hin zu Ratgeberthemen für die breite Bevölkerung. Diese Vielfalt zeigt, wie breit unser Fach ist: Wir verbinden exzellente Forschung mit direkter Patient*innenversorgung, und unsere Themen stoßen immer auch auf ein breites, öffentliches Interesse.
Ganz besonders gelungen war in diesem Jahr die hohe Aktualität unserer Pressearbeit. Mit schnellen und fundierten Pressemitteilungen konnten wir wichtige Themen aufgreifen und uns klar positionieren – etwa zur Bundestagswahl, zu den gekürzten Mitteln für Prävention im Bundeshaushalt, zum neuen Transplantationsgesetz oder auch zum EHEC-Ausbruch. Diese Präsenz in tagesaktuellen Debatten hat die Sichtbarkeit der DGVS deutlich erhöht und gezeigt, dass wir als Fachgesellschaft nicht nur wissenschaftlich, sondern auch gesundheitspolitisch und gesellschaftlich relevante Impulse setzen.
Ein wichtiges Element war unser monatlicher Presse-Newsletter, der Mitglieder und Interessierte regelmäßig über aktuelle Entwicklungen informierte. Mit Themen wie neuen Leitlinien, gesundheitspolitischen Debatten oder Fortschritten in Forschung und Therapie bleibt der Presse-Newsletter eine wichtige Kommunikationsplattform.
Ein besonderes Highlight war die Jahrespressekonferenz unter dem Motto „Gesunder Bauch – gesundes Leben: Prävention im Fokus“. Deutlich wurde dabei, dass Prävention in der Gastroenterologie viele Facetten hat: Sie beginnt im Alltag mit einer gesunden Ernährung, die zwischen individueller Verantwortung, ärztlicher Begleitung und staatlicher Regulierung klug austariert werden muss. Gleichzeitig haben wir auf die oft unterschätzte „stille Gefahr“ im Bauch hingewiesen – am Beispiel des Pankreaskarzinoms, bei dem dringend neue Ansätze zur Früherkennung und Prävention erforderlich sind. Auch die Themen Darmkrebs und Lebergesundheit standen im Mittelpunkt, mit der eindringlichen Botschaft, dass durch eine konsequente Nutzung der bestehenden und die Etablierung neuer Vorsorgeprogramme Leben gerettet werden können. Unser Appell, dass gute Prävention verlässliche Strukturen braucht, stieß auf großen Anklang.
Über das Jahr hinweg erreichten uns weit mehr als 50 journalistische Anfragen. Diese Anfragen waren sehr unterschiedlich – von Hintergrundgesprächen mit großen überregionalen Medien bis hin zu spezifischen Fragen aus Fachredaktionen. Jedes Mal bot sich die Chance, die Expertise der DGVS einzubringen und die Relevanz unserer Themen darzustellen.
Die Resonanz war beeindruckend: Insgesamt verzeichneten wir rund 2.250 Beiträge in Print und Online. Printmedien erreichten potenziell 116 Millionen Leser*innen, während Online-Beiträge 535 Millionen Seitenaufrufe generierten. Damit zeigt sich, dass (noch) klassische und digitale Medien für uns gleichermaßen wichtig sind. Besonders erfreulich war, dass wir auch in den Fachmedien konstant präsent waren, deren Beiträge rund sieben Prozent der Resonanz ausmachten.
Einige konkrete Beispiele möchte ich Ihnen schildern: Im Mai stand das Thema chronisch-entzündliche Darmerkrankungen im Mittelpunkt. Wir machten darauf aufmerksam, dass Scham und Stigmatisierung oft den Weg zur Diagnose und Therapie erschweren. Dieses Thema fand nicht nur in Fachkreisen, sondern auch in der allgemeinen Öffentlichkeit große Resonanz. Im Juni war die erstmalige Veröffentlichung einer S3-Leitlinie zu seltenen Lebererkrankungen Anlass für unsere Pressearbeit – ein Meilenstein, der neue Maßstäbe für die Behandlung setzt. Im September positionierte sich die DGVS klar gegen Kürzungen der Bundesregierung im Bereich Prävention. Hier konnten wir deutlich machen, dass Prävention keine Sparmaßnahme, sondern eine Investition in die Zukunft ist.
Unsere Themenvielfalt spiegelte sich auch in der Auswahl der Medien wider. Von der Ärzte Zeitung über Der Spiegel, Die ZEIT, dpa und Deutschlandfunk bis hin zu Magazinen wie Cosmopolitan reichte das Spektrum. Damit wird deutlich, dass unsere Themen sowohl für Fachkreise als auch für die breite Öffentlichkeit relevant sind. Besonders gut sind Meldungen, die auch von der dpa aufgegriffen werden. Nach einer dpa-Meldung zu den GLP-1-Rezeptor-Agonisten griffen zahlreiche Medien – von der Süddeutschen Zeitung bis zu großen Online-Portalen – das Thema auf. Wir konnten hier wissenschaftlich fundierte Informationen liefern und so zu einer sachlichen Einordnung beitragen.
Ein wichtiger Erfolgsfaktor unserer Pressearbeit war und ist der kontinuierliche Austausch mit Medienvertreter*innen. Wir haben gelernt, die Themen so aufzubereiten, dass sie sowohl in Fachkreisen als auch in der breiten Öffentlichkeit verständlich und relevant sind. Dabei legen wir immer Wert auf Seriosität und wissenschaftliche Fundierung – ein Merkmal, das unsere Kommunikation auszeichnet und das Vertrauen in unsere Arbeit stärkt.
Auch LinkedIn hat sich als wichtiges Instrument etabliert. Unsere Followerzahl stieg auf über 2.000 – eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. LinkedIn ist für uns nicht in erster Linie ein Reichweitenkanal, sondern ein wichtiges Netzwerk- und Diskussionsforum. Hier erreichen wir Fachkreise, politische Entscheidungsträger*innen und die interessierte Öffentlichkeit gleichermaßen. Der direkte Austausch stärkt unsere Sichtbarkeit und macht uns zugleich sensibel für Themen, die in den Communities diskutiert werden.
Neben der klassischen Pressearbeit ist es mir persönlich ein Anliegen, die Ernährungsmedizin stärker in der Gastroenterologie zu verankern. Ziel ist es, den Nachwuchs zu gewinnen, die Zusatzweiterbildung Ernährungsmedizin zu fördern und Best-Practice-Beispiele sichtbar zu machen. Dazu gehörte auch 2025 die Kooperation mit der Malnutrition Awareness Week der DGEM. Ernährung ist ein zentrales Querschnittsthema, das alle Bereiche der Gastroenterologie betrifft und das enorme Chancen für Prävention und Therapie bietet. Dies haben wir auch mit einem ZfG-Schwerpunktheft zum Thema sichtbar gemacht.
Rückblickend war 2025 ein Jahr, in dem die DGVS ihre Stimme wirkungsvoll erhoben hat. Wir haben gesundheitspolitische Debatten mitgestaltet, wissenschaftliche Innovationen sichtbar gemacht und die Bedeutung unseres Fachs in der breiten Öffentlichkeit unterstrichen. Zugleich war es ein Jahr des Lernens und der Weiterentwicklung. Die Erfahrungen der letzten drei Jahre haben mir gezeigt, dass gute Pressearbeit langfristig Vertrauen schafft – bei Medien, Politik, Fachkreisen und Patient*innen gleichermaßen.
Mein Dank gilt allen, die diese Arbeit ermöglicht haben: den Mitgliedern, die uns immer wieder fachliche Expertise und neue Themen liefern, der Geschäftsstelle, die schnell und zuverlässig unterstützt, und den vielen Kolleg*innen, die Interviews geben, Hintergrundinformationen bereitstellen oder ihre Forschungsergebnisse einbringen. Ganz besonders danke ich Frau Wetzstein, Frau Roth-Ehlentrup und Herrn Mehdorn, die unter der Leitung von Frau Döbler mit großem Engagement unsere Pressearbeit getragen haben.
Die Gastroenterologie ist ein großartiges Fach – so breit, so vielfältig und so relevant in vielen Bereichen. Sie verbindet Forschung und Praxis, Prävention und Therapie, Fachlichkeit und gesellschaftliche Verantwortung. Diese Breite macht unsere Arbeit so spannend und so wichtig für die Zukunft des Gesundheitssystems.
Mit diesem Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr möchte ich allen für die Unterstützung danken. Lassen Sie uns den eingeschlagenen Weg gemeinsam weitergehen – mit Begeisterung für unser Fach und mit dem Anspruch, die Gastroenterologie in all ihren Facetten sichtbar zu machen.
Ihre
Prof. Dr. med. Birgit Terjung
DGVS Vorstand Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Dr. med. Peter Buggisch, Vorstand Fort- und Weiterbildung
Das inhaltlich breit gefächerte Fortbildungsangebot der DGVS mit seinem Spektrum vom Zertifikatsseminar bis zum After Work Format erfreute sich auch im Jahr 2025 großer Beliebtheit und fand bei mehr als 1.200 Teilnehmenden regen Zuspruch.
Unser besonderer Dank gilt den wissenschaftlich Leitenden sowie allen Referierenden und Aktiven, die mit ihrem kontinuierlichen Einsatz und ihrer hervorragenden Fachkompetenz maßgeblich zur Gestaltung des DGVS-Fortbildungsprogramms beitragen. Ihr Engagement verdient höchste Wertschätzung. Eine Übersicht über die Mitglieder der DGVS Teaching Faculty finden Sie sowohl in dieser Ausgabe der Zeitschrift für Gastroenterologie als auch auf der Website der DGVS.
Ein weiterer zentraler Arbeitsbereich war die Anpassung der Weiterbildungsordnung an die aktuellen Rahmenbedingungen, ein Beschluss des Deutschen Ärztetages, zu dem die Fachgesellschaften aufgefordert waren, Vorschläge zu erarbeiten. Insbesondere vor dem Hintergrund der europäischen Rahmenbedingungen und den Veränderungen durch das Krankenhausstrukturreformgesetz sollten die Inhalte der Weiterbildung stärker an der Praxis orientiert und insgesamt die Zeiten kürzer werden. Unter der Koordination der DGIM ist es in vielen Gesprächen mit den internistischen Fachgesellschaften gelungen, die Inhalte der Musterweiterbildungsordnung konstruktiv zu diskutieren und wesentliche Änderungsvorschläge zu erarbeiten. So bleibt die Facharztweiterbildung für Innere Medizin unverändert bei fünf Jahren, wurde aber inhaltlich angepasst und an die realen Anforderungen adaptiert, während für die Kombination aus Facharztes Innerer Medizin und anschließender Schwerpunktweiterbildung eine Verkürzung von acht auf sieben Jahren vereinbart wurde (5+2 Modell). Kontrovers bleibt die vorgeschlagene Verkürzung des Facharztes „Innere Medizin und Schwerpunkt“ (ohne Chance der Niederlassung als hausärztlicher Internist) von sechs auf fünf Jahre. Dieser Vorschlag wurde mehrheitlich von den internistischen Fachgesellschaften abgelehnt – einem Votum, dem auch wir uns angeschlossen haben. Zwar erkennen wir grundsätzlich Potenzial für Veränderungen, die Inhalte wurden auch der Praxis angepasst, im Vordergrund steht für uns jedoch die Einheit der internistischen Weiterbildung. Ihre Wahrung ist aus unserer Sicht essentiell, da sie zugleich die Einheit des gesamten Faches sichert. Jetzt liegt es an der Bundesärztekammer, die Umsetzbarkeit dieser Vorschläge zu prüfen und im besten Fall auf dem Deutschen Ärztetag 2026 zu verabschieden.
Im Zuge der Krankenhausstrukturreform haben wir auch diskutiert, wie die zunehmend komplexen Inhalte der Weiterbildung verlässlich und einheitlich vermittelt werden können. Auch wenn derzeit keine neuen Zusatzweiterbildungen geschaffen werden sollen, ist es Aufgabe der Bundesärztekammer zu definieren, wie Weiterbildung außerhalb der bestehenden Zusatzweiterbildungen und der Musterweiterbildungsordnung gestaltet werden kann. Erst auf dieser Grundlage können die Fachgesellschaften mit inhaltlichen Vorschlägen und konkreten Modellen solche Lücken schließen und die Weiterbildung praxisnah ergänzen. Für die Landesärztekammern gilt es, die Musterweiterbildungsordnung nicht nur formal umzusetzen, sondern auch in der Praxis einheitlich zu verankern. Auf politischer Ebene bleibt zudem die Finanzierung der Weiterbildung ein zentrales Thema, das uns auch in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen wird und ohne die die notwendige Vernetzung der Weiterbildung in den ambulanten Bereich kaum gelingen kann.
Diese Aufgaben zeigen, wie anspruchsvoll und zugleich wie wichtig die Arbeit der Weiterbildungskommission ist: Sie betrifft nicht nur organisatorische Fragen, sondern ist eng mit der Zukunftsfähigkeit unseres Faches und der Versorgung verbunden.
Nach sechs Jahren in diesem Amt möchte ich mich an dieser Stelle verabschieden. Es war mir eine große Freude und Ehre, das Vorstandressort Fort- und Weiterbildung vertreten zu dürfen und gemeinsam mit vielen engagierten Kolleginnen und Kollegen die Weichen für die Zukunft zu stellen. Der DGVS und ihrer Arbeit werde ich weiterhin eng verbunden bleiben und mich auch als Mitglied der StäKo und der Weiterbildungskommission gerne weiter einbringen. Ganz besonders aber möchte ich meiner Nachfolgerin im Amt, Julia Mayerle, alles Gute für ihre neue Aufgabe wünschen.
Ihr
Dr. med. Peter Buggisch
DGVS Vorstand Fort- und Weiterbildung