George-Palade-Preis an Prof. Markus Lerch in Greifswald verliehen

IAP/APA von links nach rechts Prof. Darwin Conwell, Columbus, Ohio; Prof. Markus M. Lerch, Greifswald; Prof. Pramod Gargh, New Delhi, India

Der George-Palade-Preis ist nach dem rumänisch-amerikanischem Medizin-Nobelpreisträger von 1974 George Emil Palade (1912-2008), dem Begründer der modernen Zellbiologie benannt. Der Preis wurde in der Vergangenheit sechsmal von der 1985 gegründeten Internationalen Pankreasgesellschaft (International Association of Pancreatology) an entweder US-Amerikaner oder Briten für Verdienste in der Pankreasforschung verliehen. Die Gesellschaft vereinigt 2.500 Mitglieder aus 32 Ländern und hat am 2. November  2018 in Miami Prof. Markus M. Lerch von der Universitätsmedizin Greifswald, als ersten Deutschen, mit dem Palade-Preis für seine Forschung zu den Krankheiten der Bauchspeicheldrüse ausgezeichnet.

Markus Lerch studierte in Freiburg und Glasgow Medizin und wurde von einer Professur in Münster 2003 an die Universität Greifswald berufen, wo er die Klinik für Innere Medizin A leitet. Seine wissenschaftliche Ausbildung erhielt er an der Harvard Universität in Boston, dem Max-Planck-Institut in Martinsried und an der Universität Mailand bei dem Palade-Schüler Jacopo Meldolesi.

Zu den in der Laudatio genannten Entdeckungen der Arbeitsgruppe Lerch gehören die Aufklärung des Mechanismus, über den Gallensteine eine Pankreatitis auslösen und die Entdeckung des intrazellulären Kalziumsignals, das die Selbstverdauung der Bauchspeicheldrüse verursacht. Letzteres wurde zur Grundlage von zwei multizentrischen klinischen Studien, die von Greifswald aus koordiniert werden. Kürzlich erst gelang es der Arbeitsgruppe die immunologischen Mechanismen der Pankreatitis aufzuklären, wodurch sich wiederum gänzlich neue Therapieoptionen eröffnen, sowie die Identifizierung einer Biomarkersignatur, an Hand derer sich die Entzündung des Pankreas vom Bauchspeicheldrüsen-Krebs unterscheiden lässt. Diese Signatur wird jetzt in einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten bundesweiten Studie auf ihre Eignung für die klinische Praxis getestet. „Greifswald hat mir die einmalige Gelegenheit eröffnet, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung nicht nur in der SHIP-Studie zu überprüfen, sondern sie auch in klinischen Studien direkt auf einen möglichen Nutzen für unsere Patienten zu untersuchen“ so Lerch. Der Palade Preis zeichnet die Ergebnisse dieser Forschung aus.