JUGA zu Gast
JUGA und Clinician Scientists zu Gast bei der AUG in Leipzig 2026
Auch dieses Jahr wurde die AG Junge Gastroenterologie (JUGA) gemeinsam mit den Clinician Scientists zum Jahrestreffen der Arbeitsgemeinschaft Universitäre Gastroenterologie (AUG) eingeladen. Die AUG ist der Zusammenschluss der Ordinarien der deutschen Universitätsklinika für Gastroenterologie. Auf Einladung von Prof. Thomas Berg und Prof. Albrecht Hoffmeister fand die Jahrestagung am Universitätsklinikum Leipzig statt. Das Programm des Nachmittags stand unter dem Titel „Perspektiven und Zukunft der Nachwuchsförderung“. Eröffnet wurde die Sitzung von einem Die JUGA (vertreten durch Simon Weidlich, München; Nada Abedin Freifrau von Beust, Frankfurt; Nicolas Krapp, Augsburg) gab einen Überblick über die aktuellen Schwerpunkte mit Angeboten zu klinischer Weiterbildung (z.B. Winterschool), wissenschaftliche Beiträge (z.B. Science Camp) und aktive Mitarbeit in der Fachgesellschaft (z.B. in den Gremien, AGs und der Leitlinienarbeit). Schwerpunkt lag auf der Präsentation der Ergebnisse zweier Befragungen, die auch als Abstracts zur Viszeralmedizin eingereicht wurden und als Grundlage für die anschließende gemeinsame Diskussion dienten. ENGAGE (Exploring Gender and Academic Equity in Gastroenterology) erfasst die Geschlechterverteilung je nach Ausbildungsstand bzw. Position an sämtlichen universitären Gastroenterologien der Bundesrepublik. Nach Erlangen der Facharztreife öffnet sich eine deutliche Schere zwischen den Geschlechtern.

Eine Befragung in der JUGA sowie der gesamten DGVS erhebt Daten zu Teilzeitkonzepten in der Gastroenterologie; gezeigt wurden Daten der Universitätsklinika. Häufigster Grund für Teilzeitkonzepte ist die Kinderbetreuung. Überlastung ist ein weiterer Grund, während Teilzeit aus „Lifestyle“-Gründen nur eine untergeordnete Rolle spielt. Anschließend stellten Frau Prof. Keitel und Herr Prof. Berg die Sicht der AUG in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Karriere. Wissentlich, dass insbesondere an Universitätsklinika eine hohe persönliche Opferbereitschaft für eine akademische Karriere erforderlich ist, sollte dennoch gemeinsam konstruktiv an Lösungen gearbeitet werden, um eine universitäre Karriere mit Familie auch in Zukunft attraktiv zu halten. Dies war auch Fazit der anschließenden gemeinsamen Diskussion mit den Clinician Scientists (vertreten durch Lisa Sandmann und Bernd Heinrich, Hannover: Zielpositionen einer wissenschaftlichen Karriere) und der AUG.
Bedanken möchten wir uns bei der AUG für die anschließende Einladung zur Besichtigung von zwei Kunst-Gallerien auf dem interessanten Gelände der Baumwollspinnerei und für das gemeinsame Essen mit inspirierenden Gesprächen, wie Universitätsmedizin in der Gastroenterologie für die Zukunft nachhaltig positiv geprägt werden kann.
Beitrag von Simon Weidlich, München
AUG-Tagung am 23. – 24. Mai 2025 in Freiburg im Breisgau
Am 23. und 24. Mai wurden die JUGA zur diesjährigen Tagung der Arbeitsgemeinschaft Universitäre Gastroenterologie (AUG) eingeladen. Die AUG ist der Zusammenschluss der Ordinarien der deutschen Universitätsklinika für Gastroenterologie, der zweimal jährlich tagt. Gastgeber der Tagung in Freiburg im Breisgau war in diesem Jahr Herr Professor Dr. Robert Thimme.
Übergeordnetes Ziel der AUG ist die Förderung der Zusammenarbeit und Weiterentwicklung der deutschen Hochschulgastroenterologie. Der Einladung von Herrn Professor Thimme folgte eine siebenköpfige Delegation aus sechs Standorten des ganzen Bundesgebiets, ergänzt um drei in Freiburg ansässige JUGA. Das primäre Ziel des Austausches zwischen JUGA, den Clinician Scientists der DGVS und der AUG war die Diskussion über sektorübergreifende Weiterbildung in der Gastroenterologie sowie über die Vernetzung und Karriereperspektiven in der Universitätsmedizin.

Die Vertreter*innen der JUGA hatten am Freitag vorab Zeit für den internen Austausch und die Vorbereitung auf die Diskussion mit den AUG-Mitgliedern. Zunächst wurde im Anschluss an den Bericht der JUGA die Zukunft der standortübergreifenden Weiterbildung im Zusammenhang mit der neuen Musterweiterbildungsordnung diskutiert. Dabei wurde die teilweise geforderte (weitere) Verkürzung der Weiterbildungszeit zum Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie kritisch beurteilt, während die geplante Stärkung des Stellenwerts der Kompetenz gegenüber Richtzahlen in der Weiterbildungsordnung durchweg positiv bewertet wurde.
Der Zusammenschluss der Clinician Scientists innerhalb der DGVS wurde vor dem Hintergrund der bemerkenswerten Tatsache, dass bereits in den vor über 30 Jahren verfassten Grundprinzipien der AUG der Passus „Hierbei fördern wir insbesondere klinische Wissenschaftler im Sinne des „physician scientist“ steht, mit Wohlwollen aufgenommen. Im Lichte der aktuell sehr erfolgreichen, an vielen Standorten auch DFG-geförderten, Clinician Scientist Programme, scheint dieser Satz aktueller denn je. Es bestand breiter Konsens darüber, dass eine wissenschaftliche Qualifizierung, eingebettet in ebendiese Programme, einen wichtigen Baustein für die Qualifizierung zum universitären Gastroenterologen darstellt. Auch kann nach erfolgreich absolvierten CS-Programmen die Qualifikation für kompetitive Drittmittelförderungen erreicht werden. Die Bedenken der JUGA, es gebe nicht ausreichend Positionen für den breit aufgestellten klinischen und wissenschaftlichen Nachwuchs wurden nicht durchgehend geteilt. Unter Berücksichtigung der teilweise standortabhängigen unzureichenden Bewerberlage, seien die beruflichen Aussichten in der deutschen Hochschulgastroenterologie und darüber hinaus sehr gut. Die Besprechung abgeschlossen hat Herr Professor Thimme mit einem Kurzvortrag zu Karriereperspektiven und Zielpositionen, die auch im Rahmen der letzten DFG-Senatskommission besprochen wurden. Dabei wurde auf die zukünftig weiter zunehmende Spezialisierung und die damit verbundenen diversifizierten Leitungspositionen in der deutschen Hochschulgastroenterologie hingewiesen.
Das Treffen wurde durch einen Festvortrag von Frau Professorin Katharina Domschke, Ordinaria für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsklinik Freiburg, abgerundet. Sie gewährte unter dem Titel „Angst, Schiss und Muffensausen im Spiegel der Kunst“ interessante Einblicke in die künstlerische Rezeption der Angst sowie in deren neurobiologische Zusammenhänge (vorrangig zwischen Gehirn und Darm).
Am Samstag führten die Clinician Scientists ein Strategietreffen zur Strukturplanung durch. Intensiv diskutiert wurden die Möglichkeiten zur Bildung einer Studygroup, deren Gründung einstimmig befürwortet wurde und die insbesondere im Bereich der seltenen Erkrankungen eine erfolgsversprechende Plattform darstellen könnte. Des Weiteren wurde mit der Planung für das erste Treffen der Clinician Scientists der DGVS, welches 2026 stattfinden soll, begonnen. Als Ergänzung zu den zweimonatlichen, online stattfindenden Treffen der CS soll dieses Treffen neben der Vernetzung und dem wissenschaftlichen Austausch, die Vermittlung von Soft Skills ermöglichen.
Insgesamt waren die Denkanstöße und der Austausch sehr wertvoll und fanden in einer sehr angenehmen Gesprächsatmosphäre statt. Im Namen der JUGA danken wir noch einmal für die Einladung und freuen uns schon heute auf den zukünftigen Austausch mit der AUG.
Beitrag von Maximilian Brol, Münster und Christiana Graf, München
JUGA meets AUG 2024 − ein Rückblick
Auch dieses Jahr war die AG Junge Gastroenterologie (JUGA), die Nachwuchsgruppe der DGVS, auf dem Treffen der Arbeitsgemeinschaft Universitäre Gastroenterologie (AUG) eingeladen. Die AUG ist der Zusammenschluss der deutschen Lehrstuhlinhaber im Fach Gastroenterologie. Das diesjährige Treffen fand am 19. und 20. April 2024 unter der Leitung von Frau Prof. Mayerle (LMU München) sowie Prof. Seufferlein (Ulm) als Kooperationsprojekt in München statt.
Das Arbeitswochenende der AUG, welches der Förderung und Weiterentwicklung der Kooperationen in der universitären Medizin in Deutschland gilt, stand dieses Jahr unter dem Stern der Exzellenzentwicklung. Die JUGA war eingeladen zu dem Thema „standortübergreifende Rotationen“ Stellung zu beziehen.

Frau Prof. Francesca Biagini, Vizepräsidentin der Exzellenz-Universität LMU München, hielt die Keynote-Lecture zum Thema „Was macht eine Exzellenz-Universität aus?“ und betonte dabei neben der traditionellen, rein wissenschaftlichen Säule vor allem Talentmanagement, Nachhaltigkeit und Diversität. Es folgten angeregte Diskussion zu förderpolitischen Maßnahmen und zukünftigen Exzellenz-Clustern in Deutschland.
Die Idee einer „standortübergreifenden Rotation“ wurde im Konsens seitens der akademischen Leitung sowie der JUGA eingehend begrüßt, obgleich viele Details zu Umfang, Anerkennung und Finanzierung zum jetzigen Zeitpunkt ungeklärt bleiben. Langfristig wird eine Plattform zum koordinierten Austausch angestrebt, kurzfristig sollen jedoch bereits Hürden abgebaut und eine Profilierung der jeweiligen Uniklinika in bestimmten Themengebieten etabliert werden, zu denen ein Austausch angeboten werden kann.
Ein designiertes Ziel der JUGA war es zudem, am Rande des AUG-Treffens Strategien zur langfristigen Bindung von Fachärzten an Universitätskliniken zu entwickeln. Neben spezifischen Fördermaßnahmen und Weiterbildungsangeboten war dabei vor allem die Verbesserung von Teilzeitmodellen ein zentraler Diskussionspunkt. Unter anderem soll dies durch ein qualitativ hochwertiges Zielvereinbarungsgespräch gelingen: die JUGA bereitet hierfür eine abrufbare Vorlage vor, welche als Standardprotokoll für Mitarbeitergespräche verwendet werden kann.
Das Treffen dient in erster Instanz als Impulsgeber und wird über das kommende Jahr zu verschiedenen Innovationen in den genannten Bereichen führen. Zudem bereitet die JUGA aktuell ein Positionspapier zum Thema Talentmanagement vor.
Wir bedanken uns für die Einladung und blicken bereits jetzt voller Enthusiasmus auf das nächste Treffen.
Beitrag von David Roser, Augsburg
Teilnehmende
Marcus Hollenbach, Heidelberg; Nikolas Krapp, Augsburg; Markus Mücke, Frankfurt; Alexander Queck, Frankfurt; David Roser, Augsburg; Lisa Sandmann, Hannover; Sophie Schlosser-Hupf, Regensburg; Sabrina Sulzer, Göttingen; Rhea Veelken, Leipzig; Lukas Welsch, Hanau
26. ALGK-Symposium am 06. Dezember 2025 in Berlin

Die JUGA wurde dieses Jahr erstmalig zum jährlichen Symposium der „Arbeitsgemeinschaft leitender gastroenterologischer Krankenhausärztinnen- und -ärzte“ (ALGK) eingeladen. Wir sind dieser Einladung gerne gefolgt und durften in Berlin am 26. ALGK-Symposium mit dem Thema „Gesundheitswesen im Umbruch – Gastroenterologische Versorgung neu denken“ teilnehmen.
Bereits am Vorabend der Veranstaltung wurden wir zum Gesellschaftsabend eingeladen und konnten uns ganz ungezwungen mit den Referentinnen und Referenten des Symposiums zu Themen wie Weiterbildung früher und heute sowie den Zielen der ALGK und JUGA austauschen.
Als „junge Gastroenterologin“ fiel man zwischen den leitenden Klinikdirektorinnen und überwiegend Klinikdirektoren beim Symposium am Folgetag direkt auf. Die JUGA wurde in der Ansprache vom Vorsitzenden der ALGK Prof. Dieter Schilling freudig begrüßt und unsere Teilnahme als kommende Generation fand große Zustimmung. Die darauffolgenden Vorträge zu verschiedenen gesundheitspolitischen Themen wie Leitungsgruppen, Hybrid-DRG, Ambulantisierung, Personalstrukturen und Vertragsfragen machten drei Dinge klar:
- Je höher man als der Karriereleiter klettert, desto wichtiger wird eine Auseinandersetzung mit gesundheitsökonomischen Fragen. Während kam in den jungen Jahren der Weiterbildung kaum mit diesen Fragen konfrontiert wird, werden in fortgeschrittenem Stadium oder in Leitungsposition Kenntnisse darüber plötzlich vorausgesetzt. Hier klafft eine große Lücke, die es zu füllen und überwinden gilt.
- Das Thema Weiterbildung ist bei der Reform der Krankenhausplanung „nach hinten gerutscht“ und spielt in den Verhandlungen der Krankenhausträger derzeit keine Rolle. In Zukunft werden aber regionale und trägerübergreifende Weiterbildungsstrukturen erforderlich sein um die Rotationen und damit die erforderte Weiterbildung erfolgreich abschließen zu können. Vor allem in diesem Punkt ist nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft der Austausch der JUGA mit der ALGK sinnvoll und wichtig.
- Die weiteren gesundheitspolitischen Herausforderungen ergeben sich aus den aktuellen Zahlen. Deutschland ist Spitzenreiter in der Inanspruchnahme von ambulanten und stationären Leitungen im internationalen Vergleich. Erschwerend kommen die epidemiologische Entwicklung und der Personalmangel auf Grund der angespannten Situationen in den Krankenhäusern hinzu. Dies wird auch uns als „Junge Gastroenterologie“ treffen.
Abgerundet wurde das Symposium von einem Vortrag des DGVS Kongresspräsidenten Prof. Heiner Wedemeyer, der sich der Frage widmete, ob wir in der Gastroenterologie zukünftig mehr „Spezialist oder Generalist“ sein werden.
Wir durften als JUGA an diesem Tag in einen kompletten Querschnitt der Gesundheitspolitik „hereinschnuppern“. Hier gilt es sicher persönlich zu entscheiden, ob man sich auch langfristig mit diesen Themen auseinandersetzen oder doch eher inhaltlichen Problemen treu sein möchte. Ich habe viel lernen dürfen, viele konstruktiven Lösungsansätze und zielorientiertes Denken erlebt, aber auch ein wenig Frust über die aktuelle Politik gespürt. Wir freuen uns als JUGA besonders über die prompte Einladung im nächsten Jahr zur Tagung in Berlin und danken nochmals für die Einladung zum diesjährigen ALGK-Symposium.
Beitrag von Elisabeth Blüthner, Berlin
bng meets JUGA: Zum vierten Mal zu Gast in Köln
Am 08. und 09. Mai 2026 fand das 26. Gesprächsforum Gastroenterologische Praxis und die Jahrestagung des Berufsverbands niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands (bng) in Köln statt. Bereits zum vierten Mal durften wir als JUGA Teil dieser Veranstaltung sein und mit einer eigenen Session zum Programm beitragen. Eine Einladung, die wir mit großer Freude angenommen haben, denn der Austausch zwischen niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen mit dem gastroenterologischen Nachwuchs ist für beide Seiten bereichernd.
Den Vorsitz der gemeinsamen Session „Neues aus der Gastroenterologie“ übernahmen gemeinsam Dr. Petra Jessen (Altenholz) und Dr. med. Lukas Welsch (Hanau). Die beiden navigierten durch einen prallvollen Nachmittag mit vier Vorträgen und sorgten für eine lebendige Diskussion, die das Auditorium hörbar mittrug.
Den Auftakt durfte ich selbst gestalten, mit einem Beitrag zum Thema Impfungen bei vulnerablen Patientengruppen, konkret bei Leberzirrhose, nach Transplantation und bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Angesichts der im Alltag oft unterschätzten Impflücken in genau diesen Kollektiven war es mir ein Anliegen, eine praxisnahe und aktualisierte Zusammenfassung der evidenzbasierten Empfehlungen zu geben und Impulse für die ambulante Versorgung mitzubringen. Aus dem Publikum kamen zahlreiche Fragen und Anmerkungen, die deutlich machten, wie groß der Bedarf an aktuellen Informationen in diesem Bereich ist.
Es folgte Dr. Berenice Schulte (Kiel) mit einem aktuellen Blick auf die eosinophile Ösophagitis, ein Krankheitsbild, das in der gastroenterologischen Praxis zunehmend an Bedeutung gewinnt. Neue pathophysiologische Erkenntnisse, aktuelle Therapieoptionen rund um die Biologika und der wachsende Stellenwert der bioptischen Diagnostik belebten die Diskussion im Saal sichtlich. Besonders der Bezug zur ambulanten Realität, in der diese Patienten häufig erstmals auffällig werden, machte den Vortrag für das niedergelassene Publikum direkt anwendbar.
Dr. Benjamin Steuber (Duderstadt) widmete sich anschließend der Frage, welche Rolle Ernährung und Sport im Verlauf des Kolonkarzinoms spielen. Anhand aktueller Studiendaten fasste er ein Thema klar und anwendungsorientiert zusammen, das von Betroffenen im Praxisalltag besonders häufig nachgefragt wird. Dass strukturierte Bewegung nach onkologischer Therapie nicht nur die Lebensqualität, sondern auch das Überleben positiv beeinflussen kann, ist eine Botschaft, die vom Patientenbett bis in die ambulante Sprechstunde getragen werden sollte.
Den Abschluss der Session gestaltete Dr. Jamal Ali (Bergisch Gladbach) mit einem lebendigen Beitrag über digitale Lehrformate in der Gastroenterologie. Von der Sonde zum Smartphone führte er das Auditorium durch die rasante Entwicklung der ärztlichen Ausbildung. Insbesondere die Frage, wie sich praktisches Können in einer zunehmend digitalisierten Lernlandschaft vermitteln lässt, wurde vom Publikum lebhaft aufgegriffen und zeigte, wie eng technische Innovation und ärztliche Fortbildung mittlerweile verzahnt sind.
Jenseits des Vortragsprogramms war Köln Bühne für viele wertvolle Begegnungen. Die Pausen, der gemeinsame Abend und die kollegialen Gespräche am Rande der Tagung gaben uns Einblicke in den Arbeitsalltag der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen, in ihre Sichtweise auf gesundheitspolitische Veränderungen und in die ganz praktischen Hürden und Chancen der Niederlassung. Diese Begegnungen sind aus unserer Erfahrung mindestens so prägend wie das fachliche Programm selbst.

Wir danken dem Vorstand der bng, insbesondere Dr. Petra Jessen und Dr. Ulrich Tappe, herzlich für die Einladung und das Vertrauen, das der JUGA nun bereits im vierten Jahr entgegengebracht wird. Es ist eine besondere Freude zu sehen, wie sich dieses Format zu einer festen Brücke zwischen dem klinischen Nachwuchs und dem niedergelassenen Bereich entwickelt hat. Auf das nächste gemeinsame Kapitel freuen wir uns sehr.
Beitrag von Günseli Ari, Essen, und Lukas Welsch, Hanau
bng meets JUGA – gemeinsamer Austausch in Bremen
Seit 2023 darf die JUGA nun schon Teil der Jahrestagung des Berufsverbands niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands (bng) sein. In diesem Jahr war es für die JUGA die 3. Einladung zur Jahrestagung, gleichzeitig wurde das 30-jährige Bestehen der bng gefeiert. Es war uns also eine besondere Ehre beim 25. Gesprächsforum Gastroenterologische Praxis und der Jahrestagung des bng vom 15. bis 17. Mai 2025 in Bremen teilnehmen zu dürfen und eine eigene „JUGA-Session“ zu gestalten.

Nach dem „30-Jahre bng Rückblick“ ging es am ersten Programmtag direkt weiter mit Neuigkeiten von der ECCO sowie DDW zum Thema CED. Als Einstieg zur darauffolgenden bunt gemischten JUGA-Session zum Thema „Nachhaltigkeit, Vorsorge und seltenen Erkrankung in der Gastroenterologie“ haben Dorothea Henniger (Würzburg) und Lukas Welsch (Hanau) eigene Daten zur Nachhaltigkeit und Abfallvermeidung präsentiert – ein Thema, dass in vielen Köpfen nachhaltig nachgewirkt hat. Weiter ging es mit dem Vortrag von David Roser (Augsburg) zur Indikation und Zielgruppe der Vorsorgegastroskopie. Als Einstieg in die seltenen Erkrankungen hat Elisabeth Blüthner (Berlin) Erfahrungen zu gastroenterologischen Beschwerden und Diagnosttik bei Amyloidose aus dem Amyloidosis Center Charité (ACCB) geteilt. Robert Förster (Rostock) hat pathophysiologische Ansätze und neue Studienergebnisse zur spezifischen Therapie mit GLP-2 beim Kurzdarmsyndrom präsentiert. Nach der Pause folgte der Festvortrag zum Thema „Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen“. Den Abschluss des Tages bildeten spannende Einblicke in die Proktologie.
Ein im wahrsten Sinne „magischer Moment“ war die Einladung der JUGA von der bng zum Gesellschaftsabend. Im historischen Heizkraftwerk haben wir großartig gegessen, uns ausgetauscht und Kontakte geknüpft. Dabei haben wir schnell gelernt, dass einige niedergelassene Kolleg*innen nach Feierabend viele geheime Talente haben, denn die musikalische Untermalung sowie zauberhafte Showeinlage kam aus den eigenen Reihen des bng. An diesem Abend hatten wir Gelegenheit mehr über den Arbeitsalltag, Hürden und Chancen der Niederlassung zu erfahren.
Abgerundet wurde die Veranstaltung mit Updates zu Hepatologie und Kolonkarzinom am zweiten und letzten Programmtag. Vielen Dank an den bng-Vorstand und Petra Jessen für die Einladung zur Jahrestagung und Organisation und die Kolleg*innen der bng für die persönlichen Einblicke in ihren Arbeitsalltag.
Beitrag von Elisabeth Blüthner, Berlin
Die JUGA auf dem „24. Gesprächsforum Gastroenterologische Praxis 2024“
Auf der Tagung des Berufsverbandes der Niedergelassenen Gastroenterologen (bng) vom 19. bis 20. April in Nürnberg durften wir uns erneut als JUGA am Programm beteiligen und gestalteten eine Session zur Betreuung von CED-Patientinnen und Patienten. Herzlich begrüßt wurden wir vom Vorstand des bng durch Dr. Ulrich Tappe (Hamm) sowie durch den regionalen Vorsitzenden Prof. Dr. Michael Farnbacher (Erlangen). Besonders weil eine eingangs gezeigte Statistik aus Bayern einen deutlichen Bedarf an Nachwuchsgastroenterologen und v.a. Gastroenterologinnen zeigte – 59% der Gastroenterologen in Bayern sind derzeit 55 Jahre oder älter, und gerade einmal 17% sind Frauen – freuten wir uns besonders über die Einladung zur Mitgestaltung. Den Vorsitz unserer Session teilten sich Frau Dr. Ellen Nötzel (Potsdam, bng) und Dr. Simon Weidlich (TU München, JUGA).
Den Beginn der Session machte Dr. Elisabeth Blüthner (Charité, Berlin) zum Thema „Wenn die CED zum Darmversagen führt – Therapiemöglichkeiten und ambulante Versorgung“. Sie leitet die Kurzdarmsprechstunde am Campus Berlin Mitte und verschaffte uns einen Überblick über dieses Krankheitsbild mit steigender Inzidenz, mit dem viele von uns nur wenig Berührungspunkte haben. Sie erklärte Pathophysiologie und Therapiemöglichkeiten anschaulich, wobei orale Autonomie und Lebensqualität verbessert und die Komplikationsrate gesenkt werden sollen. Die Therapie fußt auf den Säulen der Ernährungstherapie, der medikamentösen sowie der chirurgischen Therapie (d.h. einer Dünndarmtransplantation) und der Adaptation. Zuletzt stehen auch neuere Therapiekonzepte wie GLP-2 Analoga zur Verfügung. Wenngleich die Mitbetreuung durch erfahrene Schwerpunktzentren sinnvoll ist, betonte die Referentin aufgrund der steigenden Zahlen durch bessere Lebenserwartung die Notwendigkeit zur vermehrten Zusammenarbeit mit den Niedergelassenen.

Miriam Bittel (Bamberg) zeigte die vielfältigen Möglichkeiten der Komplementärmedizin in der CED anhand der zuletzt aktualisierten DGVS-Leitlinie Colitis ulcerosa auf. Sie arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde, wo viel Expertise auf diesem Gebiet vorhanden ist. Die hohe Zahl (mindestens 50%) der an einer CED-Erkrankten, die komplementäre Methoden anwenden, teils auch ohne dies den Behandlern zu kommunizieren, zeigt die Notwendigkeit, sich auch ärztlicherseits mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Betont wurde die Notwendigkeit einer Bewertung durch evidenzbasierte Studien. Von Nutzen kann eine Integration dieser Verfahren (z.B. gewisse Phytotherapeutika, achtsamkeitsbasierte Verfahren, u.a.) in die konventionelle Therapie sein.
An dritter Stelle referierte Dr. Karima Farrag (Universitätsklinikum Frankfurt) zu „Mehr Lebensqualität für CED-Patienten! – Der Stellenwert von sportmedizinischen und sonstigen psychogastroenterologischen Interventionen“. Ein Großteil der an einer CED-Erkrankten fühlen sich durch die CED in ihrer physischen Aktivität limitiert, meist emotional oder physisch verursacht durch Aktivität oder Folgezustände der Darmerkrankung. Patienten und Behandelnde befürchten häufig eine Verschlechterung der gastrointestinalen Symptomatik, zumal auch bei Gesunden intensive und langdauernde körperliche Belastung diverse gastrointestinale Beschwerden hervorrufen kann und einzelne CED-Patienten bei physischer Belastung vermehrt Symptome, wie Müdigkeit, Bauschmerzen und Stuhldrang, berichten. Dennoch weisen Studien daraufhin, dass sich regelmäßiger Sport positiv auf die Lebensqualität von CED-Patienten auswirkt.

Zuletzt gab der Gastroenterologe und Arbeitsmediziner Dr. Philip Ferstl (GanyMED, Dietzenbach) einen umfassenden Überblick über „CED-Patienten in der Arbeitswelt – was gilt es zu beachten?“. Neben den gastroenterologischen Spezialisten wurde ein Augenmerk auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Hausärzten und den Betriebsärzten gelegt, z.B. wenn es um die Feststellung der Einsatzfähigkeit geht. Rückfragen gab es zum Beantragen eines Grades der Behinderung und ob dieser für die CED-Patienten hinderlich oder förderlich ist, letztes bei der Einstellung und aus Gründen des Kündigungsschutzes. Hier ist ein sorgfältiges und abwägendes Gespräch mit den Patientinnen und Patienten von Nöten.
Wir freuten uns über eine rege Diskussion im Anschluss an die einzelnen Vorträge, danken dem bng herzlich für die Einladung und hoffen uns auch bei weiteren Veranstaltungen mitbeteiligen zu dürfen!
Beitrag von Simon Weidlich, München
Teilnehmende
Miriam Bittel, Bamberg; Elisabeth Blüthner, Berlin; Karima Farrag, Frankfurt; Simon Weidlich, München
JUGA auf den ESGE Days 2024: Highlights und Einblicke
25. bis 27. April 2024 in Berlin
Vom 25. bis 27. April 2024 fand in Berlin die Jahrestagung der ‚European Society for Gastrointestinal Endoscopy‘ (ESGE) statt. Die JUGA war bereits in der Planungsphase der gemeinsamen Sitzungen mit den European Young Endoscopists (EYE) beteiligt.
Jeden Morgen starteten wir den Kongresstag auf der Spotlight Stage zusammen mit Mitgliedern des Scientific Committees und richteten den Blick des Nachwuchses auf die Highlights des Tages.
Ein besonderes Highlight war die Diskussion über die nationalen Unterschiede im ERCP-Training, basierend auf einer europaweiten Umfrage zur ERCP-Ausbildung, die von der JUGA Study Group durchgeführt wurde. Vertreter*innen der europäischen Nachwuchsgruppen gaben Einblicke in die verschiedenen nationalem Weiterbildungsstrategien. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass alle Systeme ihre Vor- und Nachteile haben.

Auch im wissenschaftlichen Programm war die JUGA stark vertreten. Zahlreiche Posterpräsentation und Vortragssitzung fanden mit Beteiligung des deutschen Nachwuchses statt. Die JUGA Study Group präsentierte die Daten der erwähnten europaweiten Umfrage zur ERCP-Ausbildung.
Zudem sammelte die JUGA Study Group neue Daten. Mit großzügiger Unterstützung der ESGE konnten wir einen neuen computerunterstützten Koloskopiesimulator evaluieren. Die überwältigende Teilnahme der Kongressbesucher*innen ermöglichte zudem einen intensiven Austausch mit Endoskopiker*innen aus aller Welt.
Ein turnusmäßiger Wechsel an der Spitze der European Young Endoscopists (EYE), der Nachwuchsgruppe der ESGE, stand ebenfalls an. Wir gratulieren Katarzyna Pawlak aus Polen zur Wahl als Sprecherin der EYE und freuen uns auf die Fortsetzung des jetzt schon guten Austausches. Außerdem wurden mit Karim Hamesch und Stavros Dimitriadis zwei aktive JUGAs in das EYE Committee berufen.
Die nächsten ESGE Days werden vom 3. – 5. April 2025 in Barcelona stattfinden.


