JUGA zu Gast

Die JUGA wurde dieses Jahr erstmalig zum jährlichen Symposium der „Arbeitsgemeinschaft leitender gastroenterologischer Krankenhausärztinnen- und -ärzte“ (ALGK) eingeladen. Wir sind dieser Einladung gerne gefolgt und durften in Berlin am 26. ALGK-Symposium mit dem Thema „Gesundheitswesen im Umbruch – Gastroenterologische Versorgung neu denken“ teilnehmen.
Bereits am Vorabend der Veranstaltung wurden wir zum Gesellschaftsabend eingeladen und konnten uns ganz ungezwungen mit den Referentinnen und Referenten des Symposiums zu Themen wie Weiterbildung früher und heute sowie den Zielen der ALGK und JUGA austauschen.
Als „junge Gastroenterologin“ fiel man zwischen den leitenden Klinikdirektorinnen und überwiegend Klinikdirektoren beim Symposium am Folgetag direkt auf. Die JUGA wurde in der Ansprache vom Vorsitzenden der ALGK Prof. Dieter Schilling freudig begrüßt und unsere Teilnahme als kommende Generation fand große Zustimmung. Die darauffolgenden Vorträge zu verschiedenen gesundheitspolitischen Themen wie Leitungsgruppen, Hybrid-DRG, Ambulantisierung, Personalstrukturen und Vertragsfragen machten drei Dinge klar:
- Je höher man als der Karriereleiter klettert, desto wichtiger wird eine Auseinandersetzung mit gesundheitsökonomischen Fragen. Während kam in den jungen Jahren der Weiterbildung kaum mit diesen Fragen konfrontiert wird, werden in fortgeschrittenem Stadium oder in Leitungsposition Kenntnisse darüber plötzlich vorausgesetzt. Hier klafft eine große Lücke, die es zu füllen und überwinden gilt.
- Das Thema Weiterbildung ist bei der Reform der Krankenhausplanung „nach hinten gerutscht“ und spielt in den Verhandlungen der Krankenhausträger derzeit keine Rolle. In Zukunft werden aber regionale und trägerübergreifende Weiterbildungsstrukturen erforderlich sein um die Rotationen und damit die erforderte Weiterbildung erfolgreich abschließen zu können. Vor allem in diesem Punkt ist nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft der Austausch der JUGA mit der ALGK sinnvoll und wichtig.
- Die weiteren gesundheitspolitischen Herausforderungen ergeben sich aus den aktuellen Zahlen. Deutschland ist Spitzenreiter in der Inanspruchnahme von ambulanten und stationären Leitungen im internationalen Vergleich. Erschwerend kommen die epidemiologische Entwicklung und der Personalmangel auf Grund der angespannten Situationen in den Krankenhäusern hinzu. Dies wird auch uns als „Junge Gastroenterologie“ treffen.
Abgerundet wurde das Symposium von einem Vortrag des DGVS Kongresspräsidenten Prof. Heiner Wedemeyer, der sich der Frage widmete, ob wir in der Gastroenterologie zukünftig mehr „Spezialist oder Generalist“ sein werden.
Wir durften als JUGA an diesem Tag in einen kompletten Querschnitt der Gesundheitspolitik „hereinschnuppern“. Hier gilt es sicher persönlich zu entscheiden, ob man sich auch langfristig mit diesen Themen auseinandersetzen oder doch eher inhaltlichen Problemen treu sein möchte. Ich habe viel lernen dürfen, viele konstruktiven Lösungsansätze und zielorientiertes Denken erlebt, aber auch ein wenig Frust über die aktuelle Politik gespürt. Wir freuen uns als JUGA besonders über die prompte Einladung im nächsten Jahr zur Tagung in Berlin und danken nochmals für die Einladung zum diesjährigen ALGK-Symposium.
Beitrag von Elisabeth Blüthner, Berlin








