Ich habe meine Schwangerschaft meiner Vorgesetzten sehr früh – in der 5. Woche – bekanntgeben müssen, da ich an diesem Tag als Oberärztin Endoskopiehintergrund hatte und eine ERC anstand. Meine Chefin reagierte sehr verständnisvoll und bot sofort an für mich einzuspringen. Zu diesem frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft fiel es mir schwer zu akzeptieren, dass ich meine endoskopische Tätigkeit – insbesondere ERCs – einschränken müsste und ich wollte zunächst weiterhin an den Hintergrunddiensten teilnehmen. Ein Grund hierfür war auch, dass der Dienstplan der kommenden Monate bereits geschrieben war und wir ein sehr kleines Team sind. Auch hier erhielt ich viel Unterstützung seitens meiner Chefin. Wir legten fest, dass ich keine Untersuchungen mit Durchleuchtung machen und beim Endoskopieren konsequent eine chirurgische Maske tragen sollte. Alles weitere blieb zunächst unverändert. Die Voraussetzung war allerdings, dass es mir dabei körperlich gut gehe, wonach sich meine Chefin im Laufe der folgenden Wochen immer wieder erkundigte.
In der 20. Schwangerschaftswoche meldete ich dann die Schwangerschaft beim Betriebsarzt, sodass ich ab diesem Zeitpunkt zwar keine Hintergrunddienste mehr übernehmen konnte, allerdings im Tagesprogramm weiter endoskopiert habe bis ein paar Wochen vor Beginn des Mutterschutzes. Das von mir und meiner Chefin festgelegte Ausmaß meiner Tätigkeiten wurde vom Betriebsarzt akzeptiert.
Frühzeitige und offene Kommunikation ist entscheidend – ich habe dadurch viel Verständnis, Unterstützung und Rücksicht im Team erfahren.
Ich bin aktuell noch im Mutterschutz, daher kann ich zum Wiedereinstieg in die Endoskopie nach der Schwangerschaft und der Elternzeit noch nichts berichten. Mit meiner Chefin haben wir jedoch schon über die Dauer der Elternzeit und die möglichen Arbeitsmodelle für die Zeit danach gesprochen. Eine offene Kommunikation finde ich für alle Seiten extrem wichtig und wertvoll. Auch ohne sich gleich verbindlich festzulegen, sind solche Gespräche für die eigene Planung sehr hilfreich. Sie zeigen Möglichkeiten auf, an die man aus eigenem vielleicht nicht gedacht hätte.
Als Tipp möchte ich daher mitgeben, auf eine frühzeitige und offene Kommunikation zu setzen. Man sollte klar definieren, welche Aufgabenbereiche man weiterhin bereit ist zu übernehmen. Sofern ich es bei mir und später im Gespräch mit anderen Schwangeren erlebt habe, ist die Sorge als Schwangere aus der Endoskopie hinausgedrängt zu werden glücklicherweise meist unberechtigt. Im Gegenteil, ich habe im Team viel Verständnis, Unterstützung und Rücksicht erfahren.
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