Leitlinienprogramm der DGVS 2022

Die Entwicklung von Leitlinien ist eine der zentralen Aufgaben der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS) [1]. Mit der Veröffentlichung des DGVS Leitlinienprogramms 2013 und 2017 wurde die Grundlage für eine einheitliche, transparente und methodisch hochwertige Leitlinienentwicklung geschaffen [2, 3].
Um den Leitlinienprozess weiter zu optimieren und zu veranschaulichen, wurde das Leitlinienprogramm auf Basis des AWMF Methodenpapier 2.0 [4] grundlegend überarbeitet und in die fünf Schritte Initiierung, Evidenzsynthese, Leitlinienerstellung, Finalisierung und Implementierung gegliedert.
Das Leitlinienprogramm der DGVS soll als Leitfaden bei der Leitlinienerstellung dienen.

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Finanzierung der Leitlinienentwicklung

Die Leitlinienentwicklung wird von der DGVS finanziert. Eine Finanzierung über die Industrie ist ausgeschlossen. Folgende Kosten können übernommen werden:

  • Kosten für ein Kickoff-Treffen, inkl. Reisekosten nach den Reisekostenbestimmungen der DGVS
  • Kosten für die Konsensuskonferenz, inkl. Reisekosten nach den Reisekostenbestimmungen der DGVS
  • Ggf. Personalkosten nach
  • Ggf. Kosten für eine englische Übersetzung

Weitere Finanzierungsmöglichkeiten:

Eine Ausnahme stellen die onkologischen Leitlinien dar, die über das onkologische Leitlinienprogramm der Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und der Deutsche Krebshilfe (DKH) finanziert werden können. Hierzu muss ein Antrag auf Finanzierung gestellt werden. Bei einer Finanzierung über das onkologische Leitlinienprogram ist eine Antrags- und Mittelbewilligung durch die Partner des onkologischen Leitlinienprogramms erforderlich.

Leitlinienfinanzierungen sind ebenfalls über den Innovationsfonds des Bundes möglich. Anträge können je nach aktueller Ausschreiung gestellt werden. Weitere Auskünfte gibt die Geschäftsstelle der DGVS.

Autorenschaften

Alle an der Leitlinie beteiligten Expert*innen werden als Autor*innen oder Kooperationspartner*innen benannt und sind zitierfähig in Pubmed gelistet. Voraussetzung für die Autorenschaft ist das Hinterlegen der Interessenerklärung (s. Interessenerklärungen). Das Weißpapier „Regelung der Autorenschaft bei Leitlinien“ gibt detaillierte Auskünfte zu den genauen Reglungen (s. Weißpapier).

Interessenerklärungen

Zum Schutz und für die Legitimation einer Leitlinie aber auch zum Schutz der Autor*innen ist eine Offenlegung der Interessen besonders wichtig.

Daher sind alle an der Erstellung einer Leitlinie (S2, S3) oder von Handlungsempfehlungen (S1) Beteiligten verpflichtet, ihre Interessen schriftlich mit Hilfe eines Formblattes zu erklären (Musterformular), das alle direkten, finanziellen und indirekten Interessen umfasst.

Die Darlegung der Interessen, die Bewertung und das Management der Interessenkonflikte werden gemäß dem AWMF-Regelwerk im Leitlinienreport publiziert.

Darüber hinaus können potentielle Interessenkonflikte auch Einfluss auf die Leitlinienbesetzung haben und sollte daher, wenn möglich schon in der Initiierungsphase berücksichtigt werden. Genaueres regelt das Weißpapier Interessenkonflikte. (s. Weißpapier).

 


Literatur

  1. Lammert F, Lynen-Jansen P, Lerch MM. Weißbuch Gastroenterologie 2020/21. Berlin De Gruyter-Verlag, 2019.
  2. Lynen Jansen P, Preiß JC, Muche-Borowski C, et al. The guidelines program of the DGVS. Z Gastroenterol 2013;51:643-50.
  3. Lynen Jansen P, Siegmund B, Nothacker M, et al. Das Leitlinienprogramm der DGVS 2017. Z Gastroenterol 2017;55:39-49.
  4. Nothacker M, Blödt S, Muche-Borowski C, et al. Das AWMF-Regelwerk Leitlinien – Version 2.0: AWMF, 2020.
  5. Fakultätentag M. Nationaler Kompetenzbasierter Lernzielkatalog Medizin (NKLM). Volume 2015. Berlin, 2015.