Jahres-Pressekonferenz der DGVS

Bild (von links nach rechts): DGVS Beiratsmitglied Prof. Dr. med. Thomas Seufferlein (Ulm), DGVS Präsident Prof. Dr. med. Frank Lammert (Homburg), DGVS Vorstandsmitglied Prof. Dr. med. Christian Trautwein (Aachen), DGVS Beiratsmitglied Prof. Dr. med. Irmtraud Koop (Hamburg). (c) DGVS

Am Dienstag, den 30. Mai 2017 fand die Jahrespressekonferenz der DGVS im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin statt. Hochrangige Experten aus den Reihen der Fachgesellschaft referierten vor der Fachpresse zu wichtigen aktuellen Entwicklungen aus der Gastroenterologie. Erstmals wurde das neue Weißbuch für Gastroenterologische Krankheiten der DGVS vorgestellt.

Prof. Frank Lammert, Präsident der DGVS und Mit-Herausgeber des „Weißbuch für Gastroenterologische Krankheiten 2017“ eröffnete die Konferenz und präsentierte das Werk, das in Zusammenarbeit zahlreicher namhafter Autoren aus den Reihen der Fachgesellschaft gemeinsam mit dem Center for Health Economics Research in Hannover erstellt wurde. Die Versorgung von Patienten mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, der Leber und der Bauchspeicheldrüse in Deutschland ist sowohl medizinisch, als auch gesamtwirtschaftlich von größter Bedeutung. Die nichtmalignen Erkrankungen der Verdauungsorgane sind nach den Herz-Kreislaufstörungen die mit Abstand häufigsten Krankheiten der Deutschen. Zum Weißbuch

Im Anschluss berichtete Prof. Thomas Seufferlein, Beiratsmitglied der DGVS, über die Fortschritte bei der individualisierten Darmkrebsprävention und –behandlung. Darmkrebs ist immer noch eine der häufigsten Krebstodesursachen bei Männern und Frauen. Über einen Fünf-Jahres-Zeitraum ist jedoch zuletzt eine deutliche Abnahme der Prävalenz und der Neuerkrankungen zu verzeichnen. Dies ist sehr wahrscheinlich auf die seit mehreren Jahren in Deutschland durchgeführten Maßnahmen zur Darmkrebsprävention zurückzuführen.

Prof. Christian Trautwein, Vorstandsmitglied der DGVS, referierte über  die dramatische Zunahme der Patienten mit Fettleber. Aktuell leiden etwa eine Milliarde Menschen unter Adipositas. Insbesondere in den westlichen Industriestaaten steigt der Anteil in der Bevölkerung kontinuierlich an. Über 70 Prozent dieser Patientinnen und Patienten – rund 380 Millionen Diabetes-Patienten weltweit – leiden unter einer Fettleber. Es handelt sich um eine gefährliche Volkserkrankung, die  neue Therapieansätze dringend notwendig macht.

Vervollständigt wurde die Runde von Frau Prof. Irmtraud Koop, ebenfalls Beiratsmitglied der DGVS, die über Nutzen und Risiken von Magensäureblockern berichtete. Die zugrunde liegende Refluxkrankheit kann ebenfalls als  Volkskrankheit angesehen werden und betrifft rund 25% der Deutschen. Es wurden die Fragen „Wie gelingt ein sinnvoller Einsatz der Arznei?“ und „Was sollten Patienten und Ärzte beachten?“ erörtert.

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