Endoscopy Award
Auf dieser Seite finden Sie alle Ehrungen durch die DGVS mit dem Endoscopy Award.
Preisträgerin des Endoscopy Award 2026
Mit Prof. Dr. med. Hans Seifert ehrt die DGVS nicht nur einen herausragenden Gastroenterologen,
sondern einen der prägenden Wegbereiter der modernen interventionellen Endoskopie in Deutschland.
Hans Seifert gehört zu jener Generation von Endoskopikerinnen, die unser Fach grundlegend verändert hat. Seine medizinische, aber auch private Heimat liegt in Hamburg. Dort wurde er in einer Zeit ausgebildet, als die therapeutische Endoskopie begann, die Grenzen zwischen Diagnostik und Therapie neu zu definieren. In der Hamburger Schule um Nib Soehendra entstand ein Geist von Innovation, Mut und Kreativität, der die deutsche Endoskopie bis heute prägt. Hans Seifert hat diesen Geist nicht nur erlebt – er hat ihn weitergetragen und lebt ihn bis heute fort.
Die vielleicht prägendste Phase seines wissenschaftlichen Wirkens begann jedoch in Frankfurt.
An der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt arbeitete er unter Wolfgang Caspary und entwickelte sich zu einem der führenden interventionellen Endoskopiker Deutschlands. Als leitender Oberarzt und Leiter der Endoskopie entstanden dort jene Arbeiten, die seinen Namen international bekannt machten.
Zu einer Zeit, als infizierte Pankreasnekrosen fast ausschließlich chirurgisch behandelt wurden und mit einer erheblichen Morbidität und Mortalität verbunden waren, entwickelte Prof. Seifert gemeinsam mit seinen damaligen Kollegen neue endoskopische Behandlungsstrategien. Seine Arbeiten zur EUS-gesteuerten transluminalen endoskopischen Nekrosektomie gehören heute zu den Meilensteinen der interventionellen Endoskopie.
Was damals visionär erschien, hat die Behandlung der nekrotisierenden Pankreatitis weltweit verändert. Viele der Konzepte, die heute selbstverständlich erscheinen – die minimalinvasive Drainage, die transluminale Therapie komplexer Pankreasnekrosen sowie die enge Zusammenarbeit von Endoskopie, Radiologie und Chirurgie – wurden durch diese Pionierarbeiten entscheidend geprägt. Mit seinem Engagement für die NOTES-Technologie gehörte Hans Seifert zudem zu den frühen Protagonisten eines visionären Konzepts, aus dem zahlreiche neue minimalinvasive Techniken und transluminale Therapieverfahren hervorgingen, die die Entwicklung der modernen interventionellen Endoskopie nachhaltig beeinflusst haben.
Hans Seifert war dabei nie jemand, der Innovation um ihrer selbst willen betrieb. Sein Antrieb war immer die Frage: Wie können wir unseren Patienten eine bessere, schonendere und effektivere Behandlung ermöglichen?
2001 wechselte er nach Oldenburg und übernahm die Leitung der Gastroenterologie und Endoskopie am Klinikum Oldenburg. Dort baute er über fast zwei Jahrzehnte eine Klinik auf, die weit über die Region hinaus Anerkennung fand. Im Laufe der Jahre wurde Hans Seifert dabei nicht nur zum Innovator und Wissenschaftler, sondern auch zu einem prägenden Lehrer unseres Fachs. Zahlreiche heute in leitender Verantwortung tätige Gastroenterologinnen wurden von ihm ausgebildet, gefördert oder auf ihrem beruflichen Weg begleitet. Sein Einfluss reicht damit weit über die von ihm selbst entwickelten Techniken und publizierten Arbeiten hinaus.
Viele von uns verbinden mit Prof. Seifert Eigenschaften, die heute vielleicht wichtiger denn je sind: klinische Exzellenz, wissenschaftliche Neugier, Bescheidenheit, Kollegialität und die Bereitschaft, Wissen großzügig weiterzugeben.
Hans Seifert gehört zu jener Generation von Endoskopiker*innen, die nicht nur Techniken entwickelt, sondern auch eine Kultur des gemeinsamen Lernens und des gegenseitigen Respekts geschaffen hat. Die Geschichte der interventionellen Endoskopie in Deutschland kann nicht erzählt werden, ohne den Namen Hans Seifert zu nennen.
Preisträger*innen des Endoscopy Award seit 2009
| Jahr | Name | Stadt |
|---|---|---|
| 2009 | Joseph Sung | Hong Kong, China |
| 2010 | Hein Gooszen | Nijemgen, Niederlande |
| 2011 | Naohisa Yahagi | Tokio, Japan |
| 2012 | Horst Neuhaus | Düsseldorf |
| 2013 | Haruhiro Inoue | Yokohama, Japan |
| 2014 | Anthony Nicholas Kalloo | Baltimore, USA |
| 2015 | Hironori Yamamoto | Yakushiji, Shimotsuke, Japan |
| 2016 | Paul Fockens | Amsterdam, Niederlande |
| 2017 | Robert Holbrook Hawes | Orlando, USA |
| 2018 | Annette Fritscher-Ravens | Kiel/London |
| 2019 | Julio Pereira-Lima | Porto Alegre, Brasilien |
| 2021 | Michal Filip Kaminski | Warschau, Polen |
| 2022 | Marcia Irene F. Canto | Baltimore, USA |
| 2023 | James Yun-Wong Lau | Hong Kong, China |
| 2024 | Naima Lahbabi-Amrani | Marokko |
| 2025 | Peter Vilmann | Kopenhagen |