JUGA - Preceptorship

JUGA Preceptorship vom 12. bis 13. Dezember 2022 in Kiel: Bewirb Dich jetzt!

Ernährungsmedizin ist elementarer Bestandteil unseres gastroenterologischen Alltags. Wir brauchen sie tagtäglich in der Prävention und Therapie in unseren Ambulanzen und auf unseren (Intensiv-) Stationen. In der Aus- und Weiterbildung ist die Ernährungsmedizin unterrepräsentiert!

Du hast ein großes Interesse an Ernährungsmedizin? Bewerbe Dich jetzt für unser Preceptorship am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel bei Herrn Prof. Dr. med. Stefan Schreiber in der Klinik für Innere Medizin I!

Mit dem Lehrstuhl für Innere Medizin – Endokrinologie, Diabetologie und klinische Ernährungsmedizin und dem Institut für Diabetologie und klinische Stoffwechselforschung (Prof. Dr. med. Matthias Laudes und Prof. Dr. med. Dominik Schulte) ist die Ernährungsmedizin in Klinik, Lehre und Forschung stark vertreten. In Kiel werden innovative Wege beschritten, um individualisierte Ernährungsmedizin den Patienten zugutekommen zu lassen.

Für unser Preceptorship haben die Kolleg*innen in Kiel ein großartiges, praxisnahes und intensives Programm entworfen. Am 12. und 13. Dezember 2022 kannst Du in einer Gruppe von 5 Personen hinter die Kulissen schauen, an Roboter-assistierten bariatrischen Operationen teilnehmen, Anlagen verschiedener Ernährungssonden in der Endoskopie erleben, an einer ernährungsmedizinischen Visite auf der Intensivstation teilnehmen, die bis 22:00 Uhr geöffnete Tagesklinik kennenlernen und im 1:1-Mentoring ernährungsmedizinische Konsile lösen. Sicherlich werden sich viele Inspirationen für Deine Arbeit an Deinem Klinikum ergeben.

Wir bringen die ganze Gruppe in einem gemeinsamen Hotel unter. Beim Begleitprogramm werden sich viele Gelegenheiten ergeben, sich mit anderen Ernährungsmedizin-Begeisterten auszutauschen und neue Freundschaften zu schließen. Prof. Dr. Laudes und Prof. Dr. Schulte werden im persönlichen Gespräch alle Eure Fragen beantworten. Die Hotelkosten werden von der DGVS übernommen.

Wir freuen uns auf Deine Bewerbung mit Motivationsschreiben und Lebenslauf an juga@dgvs.de.

Deadline für den Bewerbungseingang ist der 07. Oktober 2022.

Die Bewerber*innen erhalten bis zum 12. Oktober 2022 Rückmeldung über eine Zusage.

Zum Programm

JUGA Preceptorship Juli 2022: Zwei Tage Sonographie

Aus dem Studium in die Praxis: Zwei Tage Sonographie hautnah miterleben

Im Bild: Die Hospitierenden mit Prof. Uwe Will (mit Maske in der Hand) und Viliam Masaryk (ganz rechts).

Das zweite JUGA Preceptorship führte Ende Juli acht (Endo-)Sonographie-begeisterte junge Gastroenterolog*innen in das SRH Wald-Klinikum nach Gera, um dort Prof. Uwe Will und seinem Team zwei Tage lang über die Schulter zu schauen. Vergangenes Jahr startete die Hospitationsreihe „JUGA Preceptorship“ bei herausragenden Expert*innen ihrer Disziplin.

Bereits bei den morgendlichen Besprechungen konnten wir erahnen, welch spannendes Programm auf uns warten würde. Noch bevor sich die Patient*innen in der Endoskopie weiteren Prozeduren unterzogen, fand die chefärztliche Sonographie-Visite statt. Hier wurden bei der sonographischen Untersuchung die Therapieentscheidungen getroffen und die Eingriffe technisch geplant. Ein Prinzip, das in der Abteilung konsequent umgesetzt wird. Zuerst muss die sonographische Diagnostik erfolgen, um dann die endoskopische Fragestellung so präzise wie möglich zu formulieren und im Anschluss die optimale Therapie abstimmen zu können.

So konnte ein pädiatrischer Patient an diesem Tag ohne weitere Diagnostik seine Diagnose mit nach Hause nehmen. Weniger Glück hatten mehrere Patient*innen, deren Pankreaskarzinome die Passage zur Papille unmöglich gemacht hatten und nun auf ihre transmurale Galleableitung warteten. Trotz der tragischen Schicksale wuchs die fachliche Spannung bei den Hospitierenden – hatte man sich doch insgeheim mit dem Wunsch auf den Weg gemacht, einen solchen Eingriff vom profiliertesten Endosonographiker persönlich präsentiert zu bekommen.

Zunächst durften wir noch einigen diagnostischen Eingriffen beiwohnen. Nicht alles waren Fälle, die auf den ersten Blick zu diagnostizieren waren. Anhand dieser Fälle bekamen wir jedoch die technischen Feinheiten und interessanten Einstellungsoptionen der Geräte gezeigt und konnten so meist gemeinsam eine Aussage erarbeiten. Noch genauer lässt sich nur mittels Mikroskop hinschauen. Ein solches stand auch im Untersuchungsraum bereit. Bei der ersten Punktion des Tages erfuhren wir die Bestimmung dieser für Endoskopiker*innen eher exotischen Apparatur. So überprüft Prof. Will jedes seiner Punktionspräparate zytologisch selbst auf Qualität. Wir durften miterleben, dass so bereits eine Diagnose gestellt werden kann, bevor die Patient*in den Aufwachraum erreicht. Natürlich geht das Präparat auch zur Aufarbeitung und Befundung in die Pathologie. Für uns Teilnehmende war es ein toller Exkurs in die Grundlagen der Zytopathologie.

Die Highlights der beiden Tage warteten am Nachmittag: Patient*innen mit komplexer und multimodal vorbehandelter, maligner Cholestase erhielten ihre Therapie. Aus der zweiten Reihe durften wir live die transhepatische Einlage eines DHC-Stents mitverfolgen. Trotz der Komplexität der Eingriffe wurde Prof. Will nicht müde, uns jeden Schritt detailliert zu erläutert. Faszinierend für uns Teilnehmende war, wie das gesamte Team auf unvorhergesehene Probleme reagieren und in welcher Geschwindigkeit auf eine andere Therapieform gewechselt werden konnte. Auch die „klassischeren“ Eingriffe wie die Abtragung eines peripapillären Duodenaladenoms oder eine Vollwandresektion im Kolon wurde uns präsentiert.

Beachtenswert an Prof. Will und seinem Team ist die Präsenz in den Sozialen Medien: Der YouTube-Channel dürfte einigen bereits geläufig sein. Mit Stolz präsentierte uns Prof. Will die technische Ausstattung des Röntgenraumes mit Übertragungstechnik, die beeindruckenderweise nicht nur dem Zweck der Lehre, sondern auch zur real-time Vernetzung mit anderen Endoskopiker*innen dient. Ziel ist es, Behandelnden bei komplexen Therapieentscheidungen auch über viele Kilometer hinweg mit erstklassiger Expertise zur Seite stehen zu können.

Natürlich darf bei JUGAs der Austausch und der Spaß nie zu kurz kommen: Bei einer Runde Schwarzlicht-3D-Minigolf brachten wir uns wieder in Schwung, um dann bei selbstgezapftem Bier und Schnitzel den Abend ausklingen zu lassen und dabei das Erlebte zur rekapitulieren.

Ein großer Dank geht an Prof. Will, der uns die beiden Tage unermüdlich sein Handeln und seine Überlegungen erklärt hat, an Viliam Masaryk für die Organisation vor Ort und sie sagenhafte Gastfreundschaft, an das gesamte Team des Wald-Klinikums Geras für die Geduld, Nachsicht und freundliche Aufnahme sowie an die DGVS für die großzügige finanzielle und organisatorische Unterstützung.

Dr. Lukas Welsch, Frankfurt

JUGA Preceptorship 2021: Zwei lehrreiche Tage

Am 15. und 16. November 2021 fand das erste Preceptorship der JUGA in der Klinik und Poliklinik für interdisziplinäre Endoskopie, geleitet von Prof. Thomas Rösch, am UKE in Hamburg statt. Sechs JUGAs durften zwei Tage lang Professor Rösch und seinem Team beim Endoskopieren über die Schulter schauen.

Abwechslungsreiches Programm für die JUGAs
Zwei perorale endoskopische Myotomien (POEM), eine Barett-Mukosektomie, eine PTCD, ein Ösophagusstent, eine Endosonographie von Pankreaszysten und eine Varizenligatur – wer kann schon behaupten an einem Tag ein so abwechslungsreiches Programm live mitverfolgt zu haben? Pandemiebedingt haben Live-Endoskopien im Rahmen von Online-Fortbildungen den Weg auf unsere Computerbildschirme und in unsere Wohnzimmer gefunden. So haben viele von uns bereits eine POEM online gesehen, Studien darüber gelesen und über das Komplikationsrisiko nachgedacht. Wenn man aber vor Ort beobachtet, wie die Submukosa Faser für Faser vorsichtig durchtrennt und Gefäße behutsam koaguliert werden, bekommt man ein ganz besonderes Gefühl für die Intervention. Ein Gefühl, das sich aus dem Respekt vor der relativen Invasivität und einer realistischen Risikoeinschätzung zusammensetzt. Ein Gefühl, das zusammen mit der Kenntnis der objektiven Datenlage mir wichtig erscheint, um Patienten umfänglich beraten zu können.

Unbezahlbarer Mehrwert durch persönlichen Austausch
Erklärungen der Untersucher und begleitende Kommentare haben sich bei endoskopischen Fortbildungen, wie dem ENDOCLUB NORD längst bewährt. Auch hier bringt die unmittelbare Anwesenheit als Beobachter im Endoskopieraum einen unbezahlbaren Mehrwert durch die persönliche Interaktion mit dem Untersuchenden. Eine solche Situation ist wahrlich ein Privileg – quasi eine Privataudienz! Mit der Ausnahme, dass in der Endoskopie im UKE kein hierarchischer, sondern ein höchst kollegialer Ton herrscht. Prof. Rösch nahm sich während des Preceptorships wiederholt sehr viel Zeit, um auf unsere Fragen ausführlich einzugehen. Vor allem Fachliches; aber auch allgemeine Fragen zur Ausbildung, zu Forschungsthemen und zu Karriereüberlegungen wurden diskutiert. Und das nicht nur in den Räumen der Endoskopie. Beim gemeinsamen Tagesausklang wurde angeregt weiterdiskutiert über Gott und die Welt (der Endoskopie). Besonders beeindruckt war ich von der Frage von Prof. Rösch: „Gibt es Projekte; bei denen ich Sie unterstützen kann?“ – ein ehrlich gemeintes Angebot, über das sich viele junge Gastroenterologen freuen würden!

Beim Endoclub schnuppern
Unsere Hospitation führte uns auch in das Trainingszentrum der Endoclub Academy am UKE-Campus. Dr. Karsten Ohlhoff, Oberarzt der Klinik präsentierte uns in diesem Rahmen eine seiner aktuellen Studien, die beleuchten sollen, wie gut ein Onlinekurs in Kombination mit einem intensiven Training am Endoskopiesimulator junge Kollegen für die Tätigkeit in der Endoskopie vorbereitet. An speziellen Endoskopiesimulatoren – einer schwarzen Box, in der man mit dem Gastroskop Geschicklichkeitsaufgaben lösen muss – durften auch wir unsere endoskopischen Fähigkeiten testen. Von einer solchen strukturierten Einarbeitung in die manuellen Fertigkeiten der Endoskopie haben sicherlich viele von uns am Anfang ihrer Ausbildung geträumt. Die Ausbildung des gastroenterologischen Nachwuchs ist in Deutschland sehr heterogen und manchmal auch steinig. Umso wichtiger sind Initiativen, wie das DGVS-Preceptorship: Der wertvolle Austausch mit Kollegen wird dadurch nicht nur gefördert, sondern erst ermöglicht. Für diese inspirierende und motivierende Erfahrung möchten wir uns daher bei der DGVS und den JUGA-Sprechern Sophie Schlosser und Jonas Staudacher bedanken. Wir möchten uns auch sehr herzlich bei Jenny Krause bedanken für die tolle Organisation und die sehr herzliche Fürsorge während des gesamten Preceptorships. Unser ganz besonderer Dank gilt natürlich Herrn Prof. Rösch und seinem Team für diese einmalige Erfahrung!

Dr. Oscar Cahyadi

Dr. Stavros Dimitriadis

Dr. Jakob Garbe

Dr. Johanna List

Viliam Masaryk