Innovationsfonds

Mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz erhielt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) den Auftrag, neue Versorgungsformen, die über die bisherige Regelversorgung hinausgehen, und Versorgungsforschungsprojekte, die auf einen Erkenntnisgewinn zur Verbesserung der bestehenden Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung ausgerichtet sind, zu fördern. Übergeordnetes Ziel des Innovationsfonds ist eine qualitative Weiterentwicklung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland. Die DGVS ist mit zwei Projekten am Innovationsfonds beteiligt.

CED-KQN – Big Data - eHealth: Verbesserung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

In der Patientenversorgung spielen Big Data und E-Health eine immer größere Rolle. Eines der größten Patientenregister ist ein Register mit Daten von Kindern und Jugendlichen mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung (CEDATA-GPGE). Ziel des Projekts CED-KQN – Big Data – eHealth: Verbesserung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ist das Register weiter auszubauen, um einen erfolgreichen Übergang in die Erwachsenenmedizin zu gewährleisten und eine Verbesserung der Versorgung durch bereitstehende Daten zu ermöglichen. Dazu werden zur klinischen Entscheidungsunterstützung registerbasierte Algorithmen konzipiert und eine Anpassung der zugrunde liegenden Informationstechnologie angestrebt. Gefördert wird das Projekt über einen Zeitraum von drei Jahren mit ca. 1,3 Millionen Euro.

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EDIUM - Ergebnisqualität bei Darmkrebs: Identifikation von Unterschieden und Maßnahmen zur flächendeckenden Qualitätsentwicklung

Das Projekt EDIUM – Ergebnisqualität bei Darmkrebs: Identifikation von Unterschieden und Maßnahmen zur flächendeckenden Qualitätsentwicklung untersucht in einzelnen darmkrebsbehandelnden Krankenhäusern in Deutschland den Behandlungserfolg. Je nach Krankenhaus kann die Versorgung der Patientinnen und Patienten mit Darmkrebs – eine der am häufigsten auftretenden Krebsarten, erheblich variieren. Mit Hilfe der Studie sollen mögliche Versorgungsunterschiede und mögliche Unterschiede in den Behandlungsergebnissen identifiziert werden, um die Behandlung und Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Darmkrebs zu verbessern.

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FARKOR – Vorsorge bei familiärem Risiko für das kolorektale Karzinom (KRK)

Die DGVS ist offizieller Partner des Innovationsfondsprojektes FARKOR. Im Projekt FARKOR sollen Menschen mit einem familiär erhöhten Darmkrebsrisiko in Bayern bereits früh – im Alter von 25 bis 50 Jahren – identifiziert werden. Ziel des Projekts ist es, familiär mit Darmkrebs belasteten Menschen eine risikoangepasste Darmkrebsvorsorge anzubieten und damit die Sterblichkeit von Darmkrebs bei den unter 50-jährigen zu senken. Eine gesundheitsökonomische Kosten-Nutzen-Analyse des neu eingeführten Programms soll zeigen, ob dadurch insgesamt auch Kosten gespart werden können. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. elf Millionen Euro gefördert. Im Erfolgsfall kann das vorliegende Konzept auch auf andere Bundesländer übertragen werden. Vertreter der DGVS ist Herr PD Dr. Pox aus Bremen.

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KOL-OPT_UH – Fehlversorgung bzgl. Kontroll-Koloskopien in Deutschland: Ausmaß, Determinanten und Konzipierung von Lösungsansätzen

Das Projekt KOL-OPT_UH – Fehlversorgung bzgl. Kontroll-Koloskopien in Deutschland: Ausmaß, Determinanten und Konzipierung von Lösungsansätzen untersucht die mögliche Fehlversorgung der Kontrollkoloskopie.

Mit Hilfe der Koloskopie können Krebsvorstufen entfernt und Darmkrebs vorgebeugt werden. Um weiterhin gegen Darmkrebs vorzubeugen, müssen Kontroll-Koloskopien in regelmäßigen Zeitabständen durchgeführt werden. Oft wird der empfohlene Zeitabstand nicht eingehalten und das Risiko für Darmkrebs wieder erhöht. Untersuchungen sollen zeigen, welche Faktoren Einfluss auf eine Fehlversorgung in der Kontroll-Koloskopie haben und wie hoch das Ausmaß der Fehlversorgung ist.

Um auch in Zukunft der Fehlversorgung entgegenzuwirken und das Potenzial der Darmkrebsfrüherkennung weiter auszuschöpfen, werden darauf aufbauend Konzepte entwickelt. Gefördert wird das Projekt über einen Zeitraum von drei Jahren mit ca. 643.000 Euro.

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SEAL – Strukturierte Früh-Erkennung einer Asymptomatischen Leberzirrhose in Rheinland-Pfalz und im Saarland

Das Projekt SEAL (Strukturierte Früh-Erkennung einer Asymptomatischen Leberzirrhose) erprobt, inwieweit ein Leberwert-Screening beim Hausarzt dabei hilft, den Anteil früh diagnostizierter Erkrankter zu erhöhen und wirksam zu behandeln. Allen über 35-jährigen AOK-Versicherten in Rheinland-Pfalz und im Saarland wird angeboten, sich im Zuge des regelmäßigen medizinischen Check-Up beim Hausarzt ihren persönlichen Leber-Risikowert ermitteln zu lassen. Bestätigt sich der Verdacht, übernimmt ein Leberzentrum die Absicherung der Diagnose und leitet die frühzeitige Behandlung ein. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 2,7 Millionen Euro gefördert. Im Erfolgsfall ist die neue Versorgungsform auf andere Regionen übertragbar. Zudem kann die Zusammenarbeit zwischen Hausärzten, Fachärzten und Hochschulambulanzen beispielhaft auf andere Krankheitsgebiete übertragen werden. Ansprechpartner für das Projekt ist Prof. Peter Galle aus Mainz.

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