Endoscopy Award
Auf dieser Seite finden Sie alle Ehrungen durch die DGVS mit dem Endoscopy Award.
Preisträgerin des Endoscopy Award 2025
Herr Professor Peter Vilmann erhält den Endoscopy Award der Sektion Endoskopie der
DGVS 2025 für seine herausragenden Leistungen im Bereich der Forschung, ärztlichen Ausbildung
und internationalen Förderung der diagnostischen und therapeutischen Endoskopie,
vor allem der interventionellen Endosonografie (EUS).
Er ist als Professor of Endoscopy und Senior Consultant in den Gastroenterologie-Einheiten am Herlev- und Gentofte Hospital und am Department of Clinical Medicine der University of Copenhagen tätig. Professor Vilmann startete seine Karriere als Medizinstudent an der Universität Kopenhagen, wo er im Jahr 1981 seinen Arzt-Abschluss (MD Degree) erhielt. Seine ärztliche Ausbildung erhielt er in mehreren großen Krankenhäusern in Dänemark und spezialisierte sich sowohl im Bereich Viszeralchirurgie (1993) als auch der Gastroenterologie (1994), was eine gute Grundlage für seine späteren Fach-übergreifenden, innovativen Tätigkeiten im Bereich der Gastroenterologie und der interventionellen Endoskopie bot. Im
Jahr 1998 festigte er seine Expertise durch den Erhalt des Doktor-Titels in den Medizinischen Wissenschaften (MDSc). Im Jahr 2009 wurde er zum “Overlæge” (Consultant) im Department für Chirurgie, Gastrointestinal Unit, Herlev Hospital, Dänemark ernannt und später als Full Professor of Endoscopy an das Copenhagen University Hospital Herlev in 2010 berufen.
Seine klinischen und wissenschaftlichen Arbeiten führten zu einem herausragenden Expertentum, vor allem im Bereich des diagnostischen und interventionellen endoskopischen Ultraschalls (EUS, Endosonografie). Seine wissenschaftlichen Beiträge zu diesem klinischwissenschaftlichen Feld sind höchst bedeutend und er wird daher global als “Pionier der Endosonografie” angesehen, zumal er im Jahr 1991 als Erster weltweit erfolgreich eine endosonographisch geführte Feinnadel-Aspirations Biopsie (EUS-FNA) am Menschen durchführte. Die dafür verwendete EUS-Nadel wurde später auch unter seinem Namen geführt,
viele Kolleg*innen haben sie seither verwendet. Die bahnbrechende EUS-geführte Nadeltechnik avancierte seither weltweit zum Goldstandard, indem sie die Diagnostik-Landschaft vor allem für Pankreas Erkrankungen und andere gastrointestinale Läsionen nachhaltig verbesserte und klinische Algorithmen beeinflusste. Professor Vilmann’s innovativer Geist hörte aber hiermit nicht auf: Er war Miterfinder der ersten kommerziellen Nadel-geführten Vorrichtung zur Aspiration von Flüssigkeits-Ansammlungen (Verhalt) und deren sicherer Drainage in den Gastrointestinaltrakt, welche ein entscheidendes Instrument zur Verbesserung der Präzision und Sicherheit therapeutischer endoskopischer Prozeduren wurde. Seine wissenschaftlichen Arbeiten und Ergebnisse im Bereich des endoskopischen Ultraschalls (EUS) – und später auch des endobronchialen Ultraschalls (EBUS) – wurden zur Grundlage zahlreicher nationaler und internationaler Leitlinien, was ihre Bedeutung als Goldstandard in Gastroenterologie und Pneumologie untermauerte. Weitere innovative Arbeiten trugen dazu bei, dass die Entwicklung der “Non-anaesthesiologist administered”-Propofol-Sedierung (NAPS)” und der konfokalen Laser-Endoskopie international (CLE) vorangetrieben wurden. Bis heute trägt seine weitergeführte Forschungstätigkeit im Bereich der interventionellen endoskopischen Techniken dazu bei, die Grenzen des technisch Machbaren zu hinterfragen und möglicherweise neue Routen für künftige Innovationen aufzuzeigen.
Über seine wissenschaftlichen Beiträge hinaus war und ist Peter Vilmann bis heute ein nie ermüdender und herausragender klinischer Lehrer und Konferenz-Sprecher, der gerne mit Passion und Enthusiasmus seinen großen Wissensschatz in mehr als 400 internationalen Vorlesungen und bei zahllosen „Hands-on“-Workshops sowie Live-Endoskopie-Veranstaltungen teilt. Dieser Einsatz trägt weiterhin dazu bei, dass die neusten Techniken und Verfahren weltweit verbreitet und zum Wohle der Patienten eingesetzt werden können. Sein enormer Einsatz für Ausbildung und Training der nächsten Generation von Ärzt*innen in interventionellen endoskopischen Techniken wird durch die wachsende Zahl von internationalen Doktor*innen, die unter seiner Führung ausgebildet worden sind, eindrucksvoll untermauert. Einige seiner früheren Mitarbeiter*innen bekleiden heute selbst Führungspositionen in ihren Institutionen. Auch in anderen europäischen und speziell in deutschen Klinik-Zentren und akademischen Institutionen (z. B. der Ruhr-Universität Bochum, dem Sana Klinikum Lübeck) führt er regelmäßig Trainingskurse durch und ist mit vielen aktuellen Leistungsträger* innen befreundet. Seine Beiträge zur medizinischen Fachliteratur betragen mehr als 300 wissenschaftliche Publikationen in spezialisierten Fachzeitschriften und er erreicht
einen eindrucksvollen H-Index von 52. Zahlreiche nationale und internationale Preise zeugen ebenso von seiner hohen weltweiten Anerkennung.
Die Verleihung des Endoscopy Award 2025 der DGVS an Professor Vilmann erfolgt daher als Würdigung und Anerkennung seiner herausragenden Pionierarbeiten bei der Entwicklung der interventionellen Endoskopie, seiner wissenschaftlichen Expertise und seiner herausragenden Beiträge zur „Hands-on“-Ausbildung junger Gastroenterolog*innen. Persönlichkeiten wie Peter Vilmann beweisen, dass stetiges Engagement, visionäres Denken, nimmermüde Schulung von Kolleg*innen und weltweite Vortragstätigkeit enorme Fortschritte in der Medizin ermöglichen. Peter Vilmann hat maßgeblich zur globalen Weiterentwicklung der interventionellen Endosonographie, Endoskopie und Gastroenterologie beigetragen und dabei vielen jungen Kolleg*innen den Enthusiasmus für das interessante Feld der „handelnden“ Gastroenterologie und Endoskopie beigebracht, was wir mit dieser Preisverleihung maßgeblich würdigen möchten.
Preisträger*innen des Endoscopy Award seit 2009
| Jahr | Name | Stadt |
|---|---|---|
| 2009 | Joseph Sung | Hong Kong, China |
| 2010 | Hein Gooszen | Nijemgen, Niederlande |
| 2011 | Naohisa Yahagi | Tokio, Japan |
| 2012 | Horst Neuhaus | Düsseldorf |
| 2013 | Haruhiro Inoue | Yokohama, Japan |
| 2014 | Anthony Nicholas Kalloo | Baltimore, USA |
| 2015 | Hironori Yamamoto | Yakushiji, Shimotsuke, Japan |
| 2016 | Paul Fockens | Amsterdam, Niederlande |
| 2017 | Robert Holbrook Hawes | Orlando, USA |
| 2018 | Annette Fritscher-Ravens | Kiel/London |
| 2019 | Julio Pereira-Lima | Porto Alegre, Brasilien |
| 2021 | Michal Filip Kaminski | Warschau, Polen |
| 2022 | Marcia Irene F. Canto | Baltimore, USA |
| 2023 | James Yun-Wong Lau | Hong Kong, China |
| 2024 | Naima Lahbabi-Amrani | Marokko |